Folge des Lehrermangels? Auf vielen Schulzeugnissen in Thüringen fehlten Noten

Auf vielen Halbjahreszeugnissen von Schülern in Thüringen haben Zensuren gefehlt. Wie das Thüringer Bildungsministerium MDR THÜRINGEN mitteilte, liegt das am Lehrermangel. Betroffen waren demnach im ersten Halbjahr des aktuellen Schuljahres Schüler aus 644 Klassen - deutlich mehr als im Schulhalbjahr 2017/18. Damals fehlte auf den Zeugnissen von 619 Klassen mindestens eine Note.

Thüringens allgemeinbildende Schulen haben insgesamt 8.034 Klassen. Nach Angaben des Ministeriums gab es zum Ende des Schulhalbjahres im Februar für 7,5 Prozent der Klassen nur lückenhafte Zeugnisse. Regional am stärksten betroffen sind Nord- und Mittelthüringen. Das sei nicht befriedigend, sagte ein Ministeriumssprecher. Es müssten weiter konsequent Lehrer eingestellt werden, um in jeder Klasse den Unterricht zu sichern.

Noch immer ist die Regelschule die am heftigsten betroffene Schulart, obwohl hier die Zahl der betroffenen Klassen gesunken ist - von 406 auf 358. Zugleich hat sich die Situation in den Gemeinschaftsschulen verschlechtert: Gab es hier im Vorjahresschulhalbjahr 2017/18 noch 84 Klassen ohne vollständiges Halbjahreszeugnis, waren es in diesem Jahr bereits 130. Das Ministerium erwartet aber, dass zum Schuljahresende im Sommer mehr Schüler ein vollständiges Zeugnis erhalten. Denn oftmals werde in Mangelfächern der Unterricht auf ein Halbjahr konzentriert, so das Ministerium.

Thüringer Schulen sollen für Lehrer attraktiver werden

Roul Rommeiß
Thüringens Landeselternsprecher Roul Rommeiß: Programm zur Gewinnung von Lehrern greift nicht. Bildrechte: Roul Rommeiß

Erschüttert zeigte sich der Thüringer Landeselternsprecher Roul Rommeiß. Geschätzte 12.000 Schüler hätten in mindestens einem Fach keine Note erhalten. Das zeige, dass das Lehrergewinnungsprogramm der Landesregierung nicht greife.

Stellen an Thüringer Schulen müssten für Lehrer attraktiver werden, fordert auch der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Christian Tischner. Er schlägt vor, Lehrern von Mangelfächern Zulagen zu zahlen und auch Lehrern, die in ländlichen Regionen unterrichten. "Die Entlohnung der Thüringer Lehrer ist derzeit weder leistungsorientiert noch konkurrenzfähig gegenüber benachbarten Bundesländern", so Tischner. Für den CDU-Politiker sind die aktuellen Zahlen nur der "Gipfel des Eisbergs". Lehrer würden Zeugnisnoten manchmal sehr kreativ vergeben auf einzelne Stillarbeiten, Hausaufgaben oder Collagen. Zum Ende des vergangenen Schuljahres im Sommer 2018 hatten landesweit die Schüler von 256 Schulklassen kein vollständiges Zeugnis.

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. April 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. April 2019, 11:17 Uhr

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42 Kommentare

22.04.2019 11:01 Hans Frieder Leistner 42

Kurze Antwort an Mediator und DER Beobachter.
Beitrag # 30: Bayern war Agrarland und hat aus der Hilfe des LFA heraus sich zum Wirtschaftsführer der Republik entwickelt und zahlt heute fleißig an andere Bundesländer.
Beitrag #34: Lesen sie mal die Studie des Prof. Buchal, Dipl.Physiker an der Uni Köln, zum Thema Diesel.
Beitrag #39: Streber, die nur glänzen wollen, werden im Berufsleben scheitern. Wissen und Können ist gefragt Ihre Argumente haben Faule schon zu meiner Schulzeit - Abi 1952 - gebraucht. Die ziehen nicht mehr.

22.04.2019 06:52 Mediator 41

@Dh(36): Haben sie eigentlich Depressionen wenn sie an das glauben was sie hier schreiben? Unumkehrbare Mißstände? Sonst gehts ihnen aber noch gut. Na ja mit ihrer Wahlempfehlung für die blaubraunen Alternativen wird dann schon wieder klar warum sie das Lied vom Untergang singen. War es nicht deren Bildungspolitische Sprecherin die Wegen Betruges rechtskräftig verurteilt wurde? Tolle Alternative und tolle Sachkompetenz, wenn man als Diplom Juristin nicht mal einen Arbeitsvertrag korrekt erstellen kann. Also ich war gester übrigens in unserem schönen Land unterwegs und habe glückliche Familien gesehen die mit dicken Autos zum Eisessen gefahren sind. Also tun sie nicht so als wäre Deutschland ein Entwicklungsland.

@Matthias Luge(35): Haben sie schon mal in den Haushalt geschaut? Vermutlich nicht, denn sonst wäre ihre sachargumentslose Nörgelei wohl unterblieben.

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