Arbeitsrecht Mitarbeiter müssen Handynummer nicht rausrücken

Beschäftigte müssen ihrem Arbeitgeber nicht ihre private Telefonnummer mitteilen. Das hat das Thüringer Landesarbeitsgericht am Mittwoch entschieden. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass sich aus der Weitergabe der privaten Nummer eine ständige Bereitschaft des Arbeitnehmers ergebe, für seinen Arbeitgeber tätig zu werden. Das sei aber ein Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung des Arbeitnehmers. Der Beschäftigte könne in seiner Freizeit selbst darüber bestimmen, für wen er erreichbar sein wolle.

Ein Smartphone in der Hand einer Frau
Arbeitnehmer müssen in ihrer Freizeit nicht immer erreichbar sein Bildrechte: Colourbox.de

Das Gericht hatte den Fall von zwei Mitarbeitern des Landratsamtes Greiz verhandelt. Der Kreis hatte im vergangenen Jahr die Bereitschaftszeiten neu organisiert und von seinen Beschäftigten verlangt, auch außerhalb der Dienstzeiten für die Rettungsleitstelle per Handy erreichbar zu sein. Diese Bereitschaften sollten sich nur auf Notfälle beschränken. Außerdem sollten Mitarbeiter nach dem Zufallsprinzip angerufen werden. Die beiden Mitarbeiter hatten zwar ihre privaten Festnetznummern angegeben, nicht aber ihre Handynummern. Daraufhin waren sie von ihrem Arbeitgeber abgemahnt worden. Gegen diese Abmahnungen setzten sie sich erfolgreich am Arbeitsgericht zur Wehr. Dagegen hatte der Landkreis geklagt und nun auch in zweiter Instanz verloren.

Az.: 6 Sa 442/17 und 6 Sa 444/17

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Mai 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2018, 13:33 Uhr

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4 Kommentare

17.05.2018 16:06 Pfingstrose 4

Was geht dem AG meine Hfandynummer an, was er mir mitteieln will, kann er während der Arbeitszeit tun. Diese Entscheidung ist oke.

16.05.2018 19:13 w.a. 3

@2 Freiheitsberaubung. Und was ist es dann mit einen Diensthandy? Richtig, immer noch Freiheitsberaubung. Immer und überall, zu jeder Zeit erreichbar das ist die Kehrseite des Fortschritts. Man muss sich aber nicht alles gefallen lassen.

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