Thüringen Kritik an Vereinbarungen der GroKo in Berlin

+ Kritik in Thüringen an Koalitionsvertrag im Bund
+ 8.000 Stellen für Pflegeheime "viel zu wenig"
+ Wirtschaft will keine Einschränkung bei befristeten Verträgen

Wirtschaft und Sozialverbände in Thüringen kritisieren Vereinbarungen im Koalitionsvertrag von Union und SPD im Bund. So kritisierte der Verband der Wirtschaft Thüringens die geplanten Einschränkungen bei sachgrundlosen Befristungen von Arbeitsverträgen. Mit der beabsichtigten maximalen Dauer solcher Verträge von 18 Monaten gehe der Wirtschaft notwendige Flexibilität verloren, sagte die Geschäftsführerin des Verbandes, Uta Zacharias, MDR THÜRINGEN.

Die Befristung sei bisher ein Jobmotor gewesen, vor allem für Menschen, die länger arbeitslos waren. "Diese konnten dann über diese Befristung wieder einen Weg in den Arbeitsmarkt finden", so Zacharias. Das solle nun eingeschränkt werden, "und das finden wir nicht gut". Die Gewerkschaft ver.di begrüßte hingegen den Plan. Befristete Beschäftigungen hätten negative Auswirkungen etwa auf junge Familien, die deswegen keine Kredite bekämen, sagte Corinna Hersel von ver.di Thüringen dem MDR. Auch die Gewinnung von Fachkräften sei damit schwieriger, wenn Arbeitskräfte "ein paar Kilometer weiter mehr Geld und sogar einen unbefristeten Vertrag" bekämen.

Vom Paritätischen Wohlfahrtsverband (Parität) Thüringen kam hingegen Kritik an dem von CDU, CSU und SPD angekündigten "Sofortprogramm" im Bereich Pflege. Dieses sieht unter anderem 8.000 zusätzliche Stellen in Pflegeheimen vor. "Diese 8.000 Stellen könnten wir allein in Thüringen gebrauchen", sagte Landesgeschäftsführer Stefan Werner dem MDR. "Das als Sofortprogramm zu verkaufen, wird unsere Probleme nicht lösen." Zudem beantworteten höhere Löhne und eine flächendeckende Tarifbindung nicht die Frage nach Versorgungssicherheit und Pflegestruktur.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08. Februar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2018, 15:02 Uhr

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