Umfrage Reaktionen auf MDR-Thüringentrend: Linke sieht sich bestätigt - CDU freut sich

In Thüringen verfügt die rot-rot-grüne Landesregierung wieder über eine Mehrheit. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest-dimap im Auftrag des MDR ergeben. Wäre am nächsten Sonntag Landtagswahl, kämen Linke, SPD und Grüne zusammen 48 Prozent der Stimmen. Am Freitag folgten nun die Reaktionen der Parteien.

Linke und CDU in Thüringen haben sich zufrieden mit ihren jüngsten Umfrageergebnissen gezeigt. Nach der Veröffentlichung des aktuellen MDR-Thüringentrends erklärte Linke-Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow am Donnerstagabend, die Umfrage zeige den "breiten gesellschaftlichen Rückhalt" für Ministerpräsident Bodo Ramelow. Die Linke werde ihre Politik gemeinsam mit ihren Partnern fortsetzen und Thüringen sozial und gerecht gestalten. Dass sich zwei Drittel der Befragten für eine Landtagswahl im nächsten Jahr aussprachen, zeige den Wunsch nach klaren Verhältnissen.

Die Linke ist laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes infratest-dimap im Auftrag von MDR THÜRINGEN mit 31 Prozent stärkste Partei im Land, hat allerdings im Vergleich zur vorherigen Umfrage im Februar sieben Prozentpunkte verloren.

Susanne Hennig-Wellsow
Susanne Hennig-Wellsow Bildrechte: dpa

CDU: "Wieder stärkste Oppositionspartei"

In der CDU gab es am Freitag zufriedene Reaktionen auf das Umfrageergebnis. Man sei "wieder klar stärkste Oppositionskraft", erklärte der kommissarische Parteivorsitzende Christian Hirte am Freitag. "Nach einem tiefen Tal mit Werten zwischen 10 und 12 Prozent wird gute Sacharbeit und breite personelle Aufstellung anerkannt und honoriert." Landtagsfraktionschef Mario Voigt erklärte auf Facebook, die vergangenen Monate seien für die Thüringer CDU nicht einfach gewesen. Das jüngste Umfrageplus sei ein "gutes Zeichen für den gemeinsamen Kurs und die exzellente Arbeit der Bundesregierung".

Die AfD räumte angesichts des Verlusts von vier Prozentpunkten im Vergleich zur Februar-Umfrage eine Schwächephase ein. Laut Sprecher Torben Braga zeigt der Thüringentrend aber, dass die AfD eine verlässliche Wählerschaft habe.

Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Diana Lehmann nannte den Stimmenzuwachs ihrer Partei gegenüber der Landtagswahl positiv. Laut Grünen-Sprecher Bernhard Stengele fühlt sich der größte Teil der Thüringer von Rot-Rot-Grün in der Corona-Krise gut regiert. Die FDP verwies auf ihre Schlüsselrolle: Nur mit der FDP im Landtag könne das Experiment Rot-Rot-Grün beendet werden, hieß es. Die Liberalen liegen in der Umfrage bei vier Prozent.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 07. August 2020 | 19:00 Uhr

10 Kommentare

part vor 24 Wochen

Wenn jetzt Herr Ramelow und seine Partei den Vorschlag in die Koalition einbringen könnten den Verfassungsauftrag der Weimarer Republik zur Abschaffung der Staatsleistungen an die Kirchen in die Tat umzusetzen, dann könnte eigentlich alles in Ordnung sein. Statt dessen werden Anfragen vom Institut für Weltanschauungsrecht - ifw auf Twitter sofort blockiert.

Erichs Rache vor 24 Wochen

@CrizzleMyNizzle

"Wie sehen denn Ihre Vorschläge aus?"

meine "Sicht der Dinge" habe ich Ihrem westdeutschen "Bolschewistenführer" zukommen lassen. Leider hat Ihr westdeutschen "Bolschewistenführer" dafür aber "kein Ohr" gehabt.

Deshalb kann ich nur hoffen, dass die Generalbundesanwaltschaft beim Bundesgerichtshof und die Generalstaatsanwaltschaft in Berlin bald tätig werden.
Nach 30 Jahren Bruch des Staatsvertrages vom 17.07.1990 als auch ständiger Mißachtung der verfassungsmäßigen Ordnung sollte auch Ihr westdeutschen "Bolschewistenführer" als Teil eines deutschen Verfassungsorgans mal Rechenschaft ablegen.

CrizzleMyNizzle vor 24 Wochen

Wie sehen denn Ihre Vorschläge aus? Also wie entgegnen Sie folgenden Umständen:

"Früher" haben weniger AN einen Rentner bezahlt.
"Früher" haben Rentner weniger lange gelebt.

Sozialversicherung:
Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, das nicht gerade üppige H4, Kindergeld, Elterngeld, "kostenslose" med. Versorgung uvm. ... das gehört alles zu unserem System.

Bitte nicht falsch verstehen, es gibt viele Baustellen. Aber was bringt es den Teufel an die Wand zu malen und sich in sowas unnötiger Weise reinzusteigern?

Bspw. ist die Höhe des Mindestlohns nach wie vor ein Witz. Steuervermeidung ist viel zu leicht für die die es "drauf" haben. Politiker sollten mehr Geld erhalten aber dafür sonst keine (nichtselbständigen) Nebenjobs haben, dazu ein Anstellungsverbot nach der Amtszeit (finanziell müssten die ohnhin nicht arbeiten nach der Amtszeit).
Es gibt viel zu tun, aber mMn bringt es nichts auf den populistischen Zug aufzuspringen.

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