35 regionale Clubs Rockerszene in Thüringen weiter gewachsen

Die Rockerszene in Thüringen ist im vergangenen Jahr weiter angewachsen. Derzeit gibt es 35 regionale Ableger verschiedener Rocker- oder rockerähnlicher Clubs im Freistaat, die von den Sicherheitsbehörden beobachtet werden. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Raymond Walk hervor, die MDR THÜRINGEN vorliegt. Im Vergleich dazu gab es 2015 noch rund 20 regionale Clubs.

Mitglieder des Rockerclubs "Gremium MC" fahren am 09.04.2014 mit ihren Kutten vor den Hauptfriedhof in Frankfurt am Main, wo ihr erschossenes Clubmitglied Kibrom T. beigesetzt wird.
Hat auch einen Ableger in Thüringen: Gremium MC Bildrechte: dpa

Insgesamt zählen die Behörden aktuell rund 190 Mitglieder. Allerdings kann die Polizei für die Hälfte aller regionalen Ableger keine Angaben zur Mitgliederzahl machen. Der Mitgliederstärkste ist der sogenannte Stahlpakt Motorradclub, mit 13 regionalen Chaptern. Bei sieben dieser Ableger werden derzeit rund 80 Mitglieder gezählt. Zu den restlichen Clubs können die Behörden keine Angaben machen.

Die Hells Angels sind im Freistaat nach Angaben des Innenministeriums seit ihrer Auflösung im Oktober 2015 weiterhin nicht aktiv. Dafür registrierten die Behörden in Mühlhausen und Weimar Neugründungen eines Unterstützerclubs für den Rockerclub Underdogs. Im vergangenen Jahr wurden dort Ableger des Bloodhound MC gegründet.

Die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder von Thüringer Rockerclubs ist stark zurückgegangen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Innenministeriums keine Verfahren eingeleitet, die mit Aktivitäten von Rockerbanden in Zusammenhang standen. Im Jahr 2016 gab es ein Verfahren. Im Jahr 2015 waren es noch acht und in 2014 rund 18 Ermittlungsverfahren.

Laut Innenministerium gibt es weiterhin rechtsextreme Tendenzen in einigen Thüringer Rockerclubs. In einzelne Chaptern oder Chartern gebe es eine erhöhte Anzahl von Mitgliedern, die Kontakte zur rechtsextremen Szene in Thüringen hätten. Allerdings lägen den Behörden keine Hinweise für eine flächendeckende Zusammenarbeit zwischen Rockern und Neonazis vor. Der CDU-Innenexperte Raymond Walk kritisiert, dass die Landesregierung nur zur Hälfte aller Rockerclubs Informationen über die Mitgliederstärke habe. Walk sagte MDR THÜRINGEN, die Rockerkriminalität sei Teil der Organisierten Kriminalität und diese bedürfe einer besonderen Aufmerksamkeit durch die Ermittlungsbehörden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. Mai 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2018, 11:14 Uhr

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7 Kommentare

11.05.2018 21:20 martin 7

@sachse43: Verstehe ich Sie richtig? Verurteilte deutsche motorradfahrende Straftäter sind Ihnen lieber als Migranten?

11.05.2018 17:12 Sachse43 6

Migranten fahren keine Motorräder, 81 schon, und deshalb sind sie mir lieber.

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