Bildung in Thüringen Erste Anträge auf Schulbudgets gestellt

Nach dem Start des Antragsverfahrens haben die ersten Schulleiter in Thüringen das sogenannte Schulbudget beantragt. Die Software für das Antragsverfahren ist seit Montag nutzbar. Wie der für ganz Thüringen verantwortliche Schulamtsleiter Wolfram Abbé MDR THÜRINGEN mitteilte, haben schon zehn Schulen Anträge auf Geld für Arbeitsgemeinschaften, Schülerfirmen oder für die Hausaufgabenbetreuung gestellt. Geplant sind beispielweise Schach- oder Theater AGs, aber auch Gesundheitskurse für Lehrer wie zum Beispiel Yoga.

Die Angebote werden zumeist auf der Homepage der Schule veröffentlicht. Die Schulen suchen ehemalige Lehrer, Therapeuten oder auch Trainer, die auf Honorarbasis nach dem Unterricht die Kinder betreuen. Unterrichten dürfen die Honorarkräfte aber nicht. Voraussetzung ist ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis. Auch Schüler ab 14 Jahren könnten sich ihr Taschengeld aufbessern und anderen Schülern bei den Hausaufgaben helfen.

Schulkonferenz entscheidet über Budget

Wofür das Schulbudget ausgegeben werden soll, darüber entscheidet die Schulkonferenz. Darin vertreten sind Lehrer, Eltern und Schülervertreter. Die Anträge prüfen drei Mitarbeiter im Schulamt Westthüringen in Erfurt. Einerseits hoffen die Schulleiter, dass die zusätzlichen Honorarkräfte einzelne Lehrer ersetzen, die dann bei Bedarf mehr unterrichten können. Andererseits haben sie zusätzlichen bürokratischen Aufwand, weil sie mit den AG-Leitern die Verträge schließen müssen. Das Schulamt Westthüringen hat für Fragen zum Schulbudget eine Hotline geschaltet.

Die Kursleiter müssen keinen pädagogischen Abschluss haben, so Schulamtsleiter Abbé. Der Schulleiter entscheidet, ob die Person aufgrund ihrer Erfahrungen und Ausbildung geeignet ist. Jede Schule erhält für diese Nachmittagsangebote in diesem Jahr pro Schüler 12,50 Euro. Im kommenden Jahr sind es 30 Euro pro Schüler. Damit will das Land Thüringen insgesamt 9,2 Millionen Euro für die Schulbudgets ausgeben.

Bildungsminister Helmut Holter hatte im Herbst des vergangenen Jahres angekündigt, erstmals ein Schulbudget zu finanzieren, um Honorarkräfte für erkrankte Lehrer einstellen zu können. Das aber ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Ziel ist nun, dass Arbeitsgemeinschaften nicht mehr von Lehrern geführt werden. Sie könnten dadurch mehr unterrichten und damit den Unterricht absichern. In Thüringen lernen an rund 890 Schulen rund 193.000 Schüler.

Die Thüringer CDU-Landtagsfraktion kritisierte die Schulbudgets. Mit dem Geld dürften die Schulen keine Lehrer für den Unterricht bezahlen, gemängelte der bildungspolitische Sprecher Christian Tischner am Donnerstag. Damit verfehlten die Budgets ihren eigentlichen Zweck, nämlich den Unterricht zu garantieren.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. September 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2018, 16:03 Uhr

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