Thüringen-Trend September 2015 Ramelow baut Beliebtheit aus

Ein knappes Jahr nach der Landtagswahl in Thüringen ist das Ansehen von Ministerpräsident Ramelow und seiner Regierung weiter gestiegen. Würde am Sonntag erneut gewählt, käme das rot-rot-grüne Lager auf eine stabile Mehrheit. Die Ängste im Land wegen der Flüchtlingskrise sind allerdings sehr groß.

Die Thüringer sind mit Ministerpräsident Bodo Ramelow zunehmend zufrieden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von infratest dimap im Auftrag von MDR aktuell und MDR INFO. Demnach konnte der Linken-Politiker seine Beliebtheitswerte erneut steigern, 58 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden, das sind fünf Prozent mehr als bei der Befragung im Juni.

Auch Mehrheit der CDU-Anhänger mit Ramelow zufrieden

Besonders die Anhänger der Parteien der rot-rot-grünen Koalition sind mit Ramelows Arbeit zufrieden, aber auch auf Seiten der Opposition hat der Ministerpräsident viele Fürsprecher. So sind unter den Anhängern der Linken 88 Prozent der Befragten mit Ramelow sehr zufrieden oder zufrieden, bei Grünen-Anhängern liegt der Wert bei 83 Prozent, bei SPD-Wählern bei 64 Prozent. Parteianhänger der CDU sind zu 54 Prozent mit Ramelows Arbeit zufrieden. Lediglich die AfD-Wähler sind unzufrieden, hier äußerten sich nur 13 Prozent der Befragten positiv zum Ministerpräsidenten.

Auf Platz zwei der Beliebtheitsskala ist mit 43 Prozent Zustimmung weiterhin SPD-Finanzministerin Heike Taubert, Umweltministerin Anja Siegesmund von den Grünen kommt auf 26 Prozent, allerdings gaben auch nur 48 Prozent der Interviewten an, Siegesmund zu kennen und ihre Arbeit beurteilen zu wollen. Zugewinne gab es auch bei den Fraktionschefs der Oppositionsparteien. Mit Mike Mohring von der CDU sind 23 Prozent der Befragten sehr zufrieden oder zufrieden, fünf Prozent mehr als bei der letzten Befragung im Juni. Björn Höcke von der AfD kann sich um zwei Prozentpunkte auf neun Prozent verbessern, war allerdings auch nur 31 Prozent der Befragten bekannt.

Mehrheit mit Landesregierung zufrieden

Auch mit der Arbeit der rot-rot-grünen Landesregierung sind die Thüringer mehrheitlich einverstanden. Insgesamt 51 Prozent, ein Prozent mehr als im Juni, gaben an, zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Auch hier ist die relativ gute Beurteilung der Regierungsarbeit durch die CDU-Anhänger auffällig, 58 Prozent von ihnen äußerten sich positiv.

Große Sorgen wegen Flüchtlingskrise

Trotz der steigenden Beliebtheit von Ministerpräsident Ramelow und seines Engagements in der derzeitigen Flüchtlingssituation bereitet die derzeitige Entwicklung vielen Thüringern Sorge. Insgesamt 59 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Zahl der nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge Angst macht. Die Ängste sind damit in Thüringen deutlich stärker ausgeprägt als im bundesweiten Durchschnitt, der bei 38 Prozent liegt. Aber auch in den Nachbarländern Sachsen (60 Prozent) und Sachsen-Anhalt (52 Prozent) sind die Menschen weit mehr besorgt, als in Westdeutschland. In Nordrhein-Westfalen sagten beispielsweise nur 32 Prozent der Befragten, dass ihnen die Situation Sorgen bereite.

Besonders stark sind die Ängste bei Bürgern mit niedriger Bildung ausgeprägt, außerdem sind Frauen häufiger besorgt als Männer. Dennoch unterstützt eine Mehrheit (55 Prozent) die derzeitige Flüchtlingspolitik, 42 Prozent sagten, sie seien bereit, sich vor Ort für Asylbewerber zu engagieren. Die fremdenfeindlichen Übergriffe, deren Zahl auch in Thüringen in diesem Jahr angestiegen ist, lehnt eine große Mehrheit ab. 84 Prozent stimmten der Aussage "Ich schäme mich für die gewalttätigen Proteste gegen Flüchtlinge" zu.

Sonntagsfrage: #R2G würde erneut vorn liegen

Insgesamt ist die politische Stimmung im Land stabil. Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, wäre die CDU mit 35 Prozent der Stimmen weiterhin stärkste Kraft. Linke (27 Prozent), SPD (13 Prozent) und Grüne (7 Prozent) würden aber weiterhin eine Regierungskoalition bilden können. Die AfD würde mit neun Prozent erneut in den Erfurter Landtag einziehen, die NPD würde mit vier Prozent den Einzug ins Parlament knapp verfehlen.

Statistische Daten zur Umfrage Der "Thüringen-Trend September 2015" ist eine repräsentative Umfrage von infratest-dimap im Auftrag von MDR aktuell und MDR INFO. Die Antworten stammen von 1000 wahlberechtigten Personen aus Thüringen, die zwischen dem 9. und dem 14. September 2015 interviewt wurden.

Die Ergebnisse für nicht aufgeführte Parteien liegen unter 3 Prozent und haben aufgrund der Fehlertoleranz der Umfrage von 1,4 bis 3,1 Prozent keine Aussagekraft.

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68 Kommentare

19.09.2015 19:12 Fr. Schneider 68

An:Ilmenau3
Sicher wenn ich den ganzen Fam. Geissen oder ähnlich wertvolles im Fernsehen schaue und meinen Körper nicht weiter als bis zur Türklinke bewege, dann sehe ich nicht wie unzufrieden alle sind. Egal ob ich mit der Bahn fahre oder beim Arzt sitze,oder an der Arbeit bin, alle regen sich auf. Ein wunder, dass es noch nicht geknallt hat.Das hat gar nichts damit zu tun, wer ein schlechter Verlierer ist.Was für ein Quatsch!!!!Man braucht ja auch nur mal Zahlen von verschiedenen Demos zu vergleichen. Wie vor 25 Jahren.........Und wehe man sagt was dagegen, Meinungsfreiheit sicher, aber nur die der Regierung. Selbst Bürgermeister bekommen Maulkörbe.

19.09.2015 11:02 Peter 67

Es wird doch in Politik und Presse ,dem Volk nur heile Welt vorgegaukelt.Die Wirklichkeit sieht anders aus. Ich binn gespannt ,wie lange sich das Volk noch ruhig ist.Die Zeit ist reif um wieder auf die Straße zu gehen.Denn wir sind das Volk und nicht die Politiker. Die sollen dem Volk dienen und nich das Volk den Politikern