Freiberufler ausgezeichnet Thüringer Journalistenpreis geht an Sebastian Haak

Der freie Journalist Sebastian Haak ist mit dem Thüringer Journalistenpreis ausgezeichnet worden. Die Jury bezeichnete ihn als "Vollblut-Journalist", dessen Artikel geprägt seien von großer Sachlichkeit: "Er schildert, stellt Fragen, arbeitet mit validen Fakten, ordnet Ereignisse ein und bietet so Orientierung."

Sebastian Haak ist 1983 in Suhl geboren. Seine "ersten journalistischen Gehversuche" – wie er es selbst beschreibt – hat er im Lokalen gemacht. Seine journalistische Ausbildung erhielt er während seiner zweijährigen Tätigkeit als Volontär beim Freien Wort. Anschließend war Haak Redakteur, Ressortleiter Wirtschaft und CvD bei news.de. Parallel verfolgte er eine universitäre Laufbahn, ist promovierter Historiker. 2012 entschied er sich ganz bewusst für den Beruf des freien Journalisten und gegen eine universitäre Karriere.

Kontakt mit Menschen, die ganz unterschiedlich sind

Zwei Männer bei Preisverleihung
Sebastian Haak (links) erhält den Thüringer Journalistenpreis 2019 (rechts Thomas Wagner, Geschäftsführer des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen) Bildrechte: MDR/Johanna Hoffmeier

Der 36-Jährige schreibt unter anderem für das Freie Wort Suhl, die Thüringische Landeszeitung, und die Nachrichtenagentur dpa. Für seine Artikel ist er im ganzen Land unterwegs. "Man kann unglaublich viele Geschichten erzählen und selbst in so einem relativ kleinen Bundesland wie Thüringen gibt es viele Dinge, die man da entdecken kann. Und sie kommen, wenn sie Journalist sind mit, Menschen in Kontakt, die ganz unterschiedlich sind", sagt er.

Sie alle hätten etwas zu erzählen, sie alle würden die Welt prägen und von ihr geprägt. Einer seiner Schwerpunkte sind rechtsextremistische Aktivitäten in Thüringen. 

"Journalismus in Deutschland ist, so wie ich ihn verstehe, den Werten des Grundgesetzes verpflichtet, vor allen Dingen dem Artikel 1 des Grundgesetzes, die Würde des Menschen ist unantastbar. Das hat nichts mit Haltungsjournalismus zu tun, wie das immer als Vorwurf kommt, sondern das hat einfach was mit einem werte-basierten Journalismus zu tun. Man ist als Journalist besonders gefordert, wenn die Strömungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichtet sind."

Der Thüringer Journalistenpreis wurde vom Thüringer Landesverband des Deutschen Journalistenverbands zum 19. Mal vergeben und wird künftig alle zwei Jahre ausgelobt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 03. Dezember 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2019, 07:00 Uhr

5 Kommentare

martin Gestern

Mir sind Journalisten "mit Haltung" sympathischer als rückgratlose Schreiberlinge, die ihre Fahne in jeden Wind hängen - solange dabei das elementare Handwerkszeug (Trennung von Bericht und Kommentar) eingehalten wird.

Jaroslav Skalicky Gestern

Aha, der Preisträger weist „Haltungsjournalismus“ von sich...
Klares Ziel von ihm jedoch Aufklärung über Rechtsextremismus. Andere Formen des Extremismus kommen bei diesem Herrn gar nicht zur Sprache. Und wenn dann doch einmal im „Freien Wort“, äußerst behutsam und wohlwollend.
Dies zieht sich in der Berichterstattung seit Jahren wie ein roter Faden durch den Blätterwald!

Genau solche Journalisten sind es, die meinen, die Menschen aufzuklären, in Wahrheit jedoch den Riss durch unsere Gesellschaft am Leben halten - nein, noch vertiefen.

Wittmann Gestern

Politisch interessierte Mediennutzer in Thüringen können froh sein, dass es Journalisten wie Herrn Haak gibt. Freies Wort/ Südthüringer Zeitung hätten sonst überhaupt keinen Vertreter mehr in der Landeshauptstadt. Die stetige Schrumpfung der Thüringer Journalistenschar ist schon traurig genug. Es werden immer weniger und Antenne bzw. Landeswelle-Reporter sieht man an den Schaltstellen der Thüringer Politik fast nie. Dabei brauchen wir echte Menschen, die z.B. der Politik von Mensch zu Mensch Fragen stellen können, also auch nachfragen bis die Aussage klar genug ist.

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