Thüringen Rot-rot-grüne Landesregierung plant staatliche Wohnungsbaugesellschaft

Thüringen will eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft gründen. Das hat das Infrastrukturministerin MDR THÜRINGEN bestätigt. Eine Sprecherin sagte, die Gründung werde aktuell vorbereitet. Grundlage dafür sei ein Beschluss der Landesregierung, die damit den sozialen Wohnungsbau stärken will. Vor allem in Städten wie Erfurt und Jena soll so das Angebot an preisgünstigen Mietwohnungen verbessert werden.

Rotes Aushängeschild "Wohnung zu vermieten" vor einem Mietshaus.
Will das Land Thüringen sich künftig als Vermieter betätigen? Details zur geplanten landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft sind noch nicht bekannt. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Zuvor hatte die Thüringer Allgemeine über das rot-rot-grüne Vorhaben berichtet. Demnach soll die eigene Wohnungsbaugesellschaft die Fördermittelprogramme für sozialen Wohnungsbau ergänzen. Nicht nur profitorientierte Privatinvestoren, sondern auch kommunale Wohnungsunternehmen zögen sich zunehmend aus dem unteren Preissegment zurück. Grund sei, dass Städte und Gemeinden von ihren Wohnungsbaugesellschaften eine stärkere Gewinnabführung verlangten. Damit würden den Unternehmen die für Neubauten notwendigen Mittel entzogen. Kritiker hielten es dagegen für ausreichend, wenn sich die Landesentwicklungsgesellschaft stärker auf dem Wohnungsmarkt engagiere.

In Gera und Erfurt wird derzeit über die Zukunft der städtischen Wohnungsunternehmen diskutiert. Gera will die Mehrheitsanteile an der einstmals vollständig kommunalen GWB Elstertal von einem britischen Investor zurückkaufen. Die Rede ist von einem Preis von 70 Millionen Euro, der allerdings bislang nicht von den Beteiligten bestätigt wird. Das Land will den Rückkauf der Anteile finanziell unterstützen. Sie waren vor einigen Jahren im Rahmen des Insolvenzverfahrens der Stadtwerke Gera verkauft worden, die damals die Mehrheit an der GWB Elstertal hielt. Gera hält bis heute etwas mehr als ein Viertel der Anteile.

In Erfurt sorgt der Plan der Stadtverwaltung für Diskussionen, die städtische Wohnungsbaugesellschaft KoWo an die Stadtwerke zu übertragen. Der erhoffte Erlös von 30 Millionen Euro soll für das städtische Schulbau- und Sanierungsprogramm verwendet werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. April 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. April 2019, 17:21 Uhr

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20 Kommentare

22.04.2019 16:23 Realist2014 20

@martin: „Der ländliche Raum blutet nicht erst unter RRG aus.“-Da haben Sie leider völlig recht. Entgegen der vollmundigen Ankündigungen im Wahlkampf hat sich die finanzielle Lage vieler Gemeinden jedoch in den letzten Jahren noch weiter verschlechtert-trotz Rekordsteuereinnahmen. Die Gründen sind bekannt und hauptsächlich in Erfurt zu suchen.

22.04.2019 16:15 Werner Kampmann 19

@Halligalli: Nein. Artikel gelesen, oder nur bis „Landesregierung“ gekommen? Der Text ist für alle sehr verständlich formuliert.
Sie dürfen Ihrem jetzigen Vermieter monatlich trotzdem wesentlich mehr Miete als verlangt überweisen, damit können Sie es den „Genossen“ mal so richtig zu zeigen.

Prinzipiell finde ich es wirklich witzig, dass Sie Ihre kindgerechten Fragen stellen. Sie wissen ja: wer nicht fragt, bleibt…

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