Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer.
Thüringen leidet seit Jahren unter einem Lehrermangel. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Thüringen Landesregierung will mehr Lehrer nach der Ausbildung in Thüringen halten

Thüringens Wissenschafts- und Bildungsminister haben ein Eckpunktepapier zur Lehrerbildung vorgestellt. Damit soll unter anderem die Personalsituation an den Schulen verbessert werden.

Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer.
Thüringen leidet seit Jahren unter einem Lehrermangel. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Mit zusätzlichen Einstellungsterminen und höheren Kapazitäten bei der Lehrerausbildung will die Thüringer Landesregierung mehr Absolventen als bisher im Land behalten. Ab dem Jahr 2020 sollen sich Lehramtsabsolventen nicht nur zum 1. Februar und zum 1. August für den Vorbereitungsdienst bewerben, sondern auch zum 1. Mai und zum 1. November, wie Bildungsminister Helmut Holter am Mittwoch in Erfurt sagte.

Bisher gebe es für viele Absolventen eine zeitliche Lücke zwischen dem Studienabschluss und dem Start in den Vorbereitungsdienst. "Zwischenzeitlich konnten sich die Absolventen in anderen Ländern bewerben, die andere Termine haben", sagte Holter. Um dies zu vermeiden, gibt es nun die neuen Einstellungstermine. Außerdem wurden die Kapazität bei der Lehrerausbildung an der Universität Erfurt für den Grundschul- und Förderschulbereich erhöht - auf 310 Plätze im Bereich Grundschulpädagogik und auf 100 Plätze im Förderschulbereich. Laut Bildungsministerium ist auch geplant, den Übergang vom Studium in den Lehrerberuf zu verkürzen.

Sowohl Holter als auch Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee sprachen sich am Mittwoch auch dafür aus, Lehrer künftig nach Schularten auszubilden und nicht nach Schulstufen. So sollen künftig auch Gymnasiallehrer einfacher an Realschulen eingesetzt werden können. Tiefensee sagte, die Umstellung könne sechs bis sieben Jahre dauern.

Hintergrund des Eckpunktepapiers ist, dass Thüringen seit Jahren unter einem Lehrermangel leidet. Jedes Jahr fallen deshalb Unterrichtsstunden aus.

Lehrerverband: Umsetzung kommt viel zu spät

Der Thüringer Lehrerverband regierte verhalten auf das Papier von Holter und Tiefensee. Der tlv-Landesvorsitzende Frank Fritze sagte, es seien mehrere Punkte dabei, die der Verband seit Jahren fordert und deshalb begrüßt. Allerdings komme die Umsetzung viel zu spät. Außerdem muss laut Fritze weiterhin daran gearbeitet werden, den Beruf attraktiv zu machen, damit der Nachwuchs langfristig gesichert ist.

Die CDU kritisierte das Papier. Damit lege Rot-Rot-Grün die Axt an die Wurzeln des erfolgreich gegliederten Schulsystems, erklärte der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Christian Tischner. An den unterschiedlichen Schularten gebe es sehr unterschiedliche pädagogische und didaktische Anforderungen. Dem werde eine Stufenlehrerausbildung nicht gerecht. In Thüringen ausgebildete Lehrer könnten es künftig schwerer haben, in anderen Bundesländern eine Stelle zu finden, so Tischner. Die bildungspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, Wiebke Muhsal, erklärte, die nun angekündigten zusätzlichen Studienplätze hätte es schon seit fünf Jahren geben können.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm/dpa/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Oktober 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 16:59 Uhr

4 Kommentare

Heiner Moelenbarg vor 3 Wochen

Zitat: "Sowohl Holter als auch Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee sprachen sich am Mittwoch auch dafür aus, Lehrer künftig nach Schularten auszubilden und nicht nach Schulstufen." Ich vermute, das Gegenteil ist gemeint. Es soll künftig nach Schulstufen und nicht nach Schularten ausgebildet werden. Ich finde das gut und richtig.

Realist2014 vor 3 Wochen

Wer hat die letzten 5 Jahre in Thüringen regiert? 2 Wochen vor der Wahl kann man sowas als billigem Stimmenfang abtun. Ich hoffe, die Thüringer sind klug genug, solche Manöver zu durchschauen.

Gerald vor 3 Wochen

Guten Morgen, auch schon ausgeschlafen!
Hat diese Landesregierung 5 Jahre bei diesem Thema geschlafen?

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