Wirtschaft Thüringer Schweinezuchtbetreiber blicken besorgt auf Geschehen bei Tönnies

842.000 Schweine wurden 2019 in Thüringen geschlachtet. Angesichts der Vorkomnisse beim Schlachtbetrieb Tönnies befürchten manche in der Branche auch Auswirkungen im Freistaat.

Schweine stehen nebeneinander im Stall
Auch Schweinezüchter in Thüringen betrachten die Entwicklungen bei Tönnies mit Sorge. Bildrechte: Colourbox.de

Mit großer Sorge haben Thüringer Schweinezuchtbetreiber die Schließung des Schlachtbetriebs bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) verfolgt.

Zwar sieht ein Sprecher des Thüringer Bauernverbandes bisher noch keine Absatzprobleme, doch in einzelnen Agrargenossenschaften des Freistaates befürchtet man, dass massive Probleme auf Thüringens Schweinezüchter zukommen.

"Jeder Tag im Stall kostet Geld"

"Corona war schon schlimm, aber das mit Tönnies ist eine Katastrophe." So fasst es ein ein Schweinezüchter aus dem Landkreis Sömmerda zusammen. Auch in einer Agrargenossenschaft im Altenburger Land sieht man die Entwicklung mit Sorge. "Die Schweine stehen 102 Tage im Stall, dann müssen sie zum Schlachthof. Jeder weitere Tag kostet Geld", sagte eine Sprecherin MDR THÜRINGEN. Dies führe zu weiteren Problemen, etwa bei den Ferkelproduzenten.

In Thüringen wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 842.000 Schweine geschlachtet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 22. Juni 2020 | 16:00 Uhr

5 Kommentare

Sachsin vor 2 Wochen

Bei uns hält seit vielen Jahren schon jede Woche das Fleischerauto der Metzgerei Schubach aus Heiligental, der bekommt Schweinehälften und Zutaten aus der Region und war vor paar Tagen im MDR Radio. OK es sind keine Billigprodukte, dafür immer frisch und immer lecker !! Die stetig länger werdende Schlange zeugt davon das mehr Leute bewusst gesundes Einkaufen.

AureusPhoenix vor 2 Wochen

Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir den Tatsachen ins Auge blicken. Zwar hat uns die Nutztierhaltung evolutionär viele Vorteile verschafft. Aber so langsam beginnen die Nachteile zu überwiegen.

- Regenwaldrodungen für Futtermittelproduktion
- Klimawandel durch schiere Ineffizienz tierischer Lebensmittel
- Antibiotikaresistenzen durch prophylaktischen Einsatz
- Zoonosen durch beengte Haltung und Mensch-Tier-Interaktion
- Zerstörung lokaler Märkte durch Billigexporte und Futtermittelimporte
- Ausbeutung von Arbeitskräften zur Kompensation der Ineffizienz
- Unsägliches Tierleid zur weiteren Kompensation der Ineffizienz
- Erhöhte Nitratwerte durch mit den Futtermitteln importiertes Protein
- Sterben von Fischen durch Nitratanreichtung in Flüssen und an Küsten
- Sterben von Fischen durch Viren und Parasiten aus der Aquakultur
- Plastikverschmutzung in den Meeren durch Fischernetze
- Belastung des Gesundheitssystem durch Zivilsationskrankheiten

Die Tierhaltung ist ein Auslaufmodell.

Lyn vor 2 Wochen

Wie kann man überhaupt eine Sicherheit haben, dass das Fleisch das man kauft nicht aus einem neuen Sklavenbetrieb kommt.
Hätte ich wirklich beim Fleischer vor Ort diese Garantie?
Der bekommt sein Fleisch doch auch aus dem Schlachthof.

Ekelhaft, diese Geschäftsmethoden.

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