Bundeswehr Rund 500 Thüringer Soldaten über Weihnachten im Auslandseinsatz

Porträt Autor Dirk Reinhardt
Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Dienst ist Dienst - auch zu Weihnachten. Das gilt nicht nur für Polizisten, Feuerwehrleute, Sanitäter, Krankenschwestern und Ärzte. Fast 500 Soldatinnen und Soldaten aus Thüringen verbringen die Feiertage und den Jahreswechsel im Ausland - in ihren Einsatzgebieten in Litauen, Afghanistan, Mali und anderswo. Für sie und ihre Familien ist die Trennung während dieser Zeit nicht leicht. Grüße in die Heimat und in die Einsatzgebiete können da ein wenig Freude schaffen.

Der Thüringer Landtag am 1. Dezember. Im Plenarsaal haben Dutzende Kinder auf den Plätzen der Abgeordneten und der Minister Platz genommen, neben ihren Müttern, Vätern, Omas und Opas, Onkel und Tanten. Es sind die Familien von Bundeswehr-Soldaten aus Thüringen, die sich derzeit in Auslandseinsätzen befinden. Um den Familien die Trennung etwas leichter zu machen, haben das Familienbetreuungszentrum der Bundeswehr und der Landtag eingeladen. Eine Christenlehre-Gruppe aus Kranichfeld führt ein Krippenspiel auf. Ministerpräsident Bodo Ramelow und Landtagsvizepräsidentin Dorothea Marx halten Reden, in denen sie der Bundeswehr und den Soldaten-Familien ihre Unterstützung versichern und die Hoffnung ausdrücken, dass die Soldatinnen und Soldaten wohlbehalten aus ihren Einsätzen zurückkehren werden.

Soldaten packen Kisten in der Feldpost-Zentrale der Bundeswehr in Pfungstadt
Viel Arbeit hat in der Weihnachtszeit die Zentrale der Feldpost der Bundeswehr in Pfungstadt. Oberleutnant Matthias Mattern und seine Kameraden packen große Kisten mit Päckchen und Briefen für die Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz. Bildrechte: MDR/Bundeswehr

"Es ist sicher für hart für Sie, dass Ihre Angehörigen in der Advents- und Weihnachtszeit nicht da sind", sagt Marx. Aber immerhin gebe es mit Skype und Co. Möglichkeiten, miteinander zu reden. Doch auch das etwas in die Jahre gekommende Medium Radio spielt bei den Weihnachtsgrüßen nach wie vor eine große Rolle. Deshalb sind Oberleutnant Steffen Knieriemen und sein Kollege auf den Landtagsfluren unterwegs. Die Redakteure des Bundeswehr-Senders "Radio Andernach" nehmen Grüße von Familien an ihre Soldatinnen und Soldaten im Ausland auf.

Knieriemen geht behutsam vor, schließlich sind seine Interviewpartner im Umgang mit dem Radio nicht geübt. "Wenn Sie sich verhaspeln oder zwischendrin nachdenken möchten, dann tun Sie das bitte. Das können wir alles passend machen. Dass Ihre Verwandten im Einsatz auch einen schönen Gruß kriegen." Die aufgenommenen Grüße werden aufgezeichnet und sollen in den Tagen vor und zu Weihnachten über den Äther gehen. Mehrere Familien von Soldaten nehmen das Angebot, einen Gruß hinaus zu schicken, gerne an.

Wir hoffen, dass es Dir gut geht, dass Du heil wieder nach Hause kommst, und wir vermissen Dich.

Gruß der Familie an den Bundeswehr-Soldaten Dirk M. aus Thüringen

Fast 500 Thüringer Soldaten derzeit im Auslandseinsatz

Rund 4.000 Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr sind derzeit in Auslandseinsätzen in vielen Regionen der Welt unterwegs - unter anderem in Afghanistan, im Nordirak, in Mali, in Litauen sowie auf See. Mehr als jeder zehnte davon - exakt 490 - stammt nach Angabend der Bundeswehr aus Thüringen beziehungsweise gehört Einheiten an, die in Thüringen stationiert sind. Der größte Teil davon, 470 Soldaten, tut derzeit Dienst im Rahmen der Enhancend Forward Presence (EFP) der Nato in Litauen. Angehörige des Panzergrenadierbataillons 391 aus Bad Salzungen sowie von Einheiten aus Bad Frankenhausen, Gera und Gotha stellen den Kern des Nato-Bataillons. Etwa 20 Thüringer Bundeswehr-Angehörige sind in anderen Einsätzen der Bundeswehr unterwegs.

Die Soldaten im Auslandseinsatz sind weit weg von zu Hause. Kontakt zu ihren Familien haben sie nicht nur durch die Bundeswehr-Feldpost, die vor allem in der Weihnachtszeit reichlich Briefe und Pakete in die Bundeswehr-Camps im Ausland zu transportieren hat. Auch Telefon und Internet machen Kommunikation möglich. Und MDR THÜRINGEN: Wir haben Thüringer Soldatinnen und Soldaten - vermittelt durch die Pressestelle des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr - aufgerufen, ihre Lieben daheim zu grüßen.

Hier sind die bei uns eingegangenen Grüße:

Zu Weihnachten im Auslandseinsatz Grüße von Thüringer Soldatinnen und Soldaten aus Litauen

MDR THÜRINGEN hat Soldatinnen und Soldaten aus Thüringen, die sich über die Weihnachtstage und zum Jahreswechsel im Ausland im Einsatz befinden, dazu eingeladen, ihre Familien und Freunde daheim zu grüßen.

Zwei Bundeswehrsoldaten stehen mit Weihnachtsmützen neben einem geschmückten Weihnachtsbaum.
Oberfeldwebel Christopher S. und Stabsunteroffizier Maik W.: Wir senden Weihnachtsgrüße aus Litauen an unsere Familien und Freunde zu Hause sowie an das gesamte Panzergrenadierbataillon 391 in Bad Salzungen. Schöne Weihnachten und eine ruhige Zeit. Bildrechte: Bundeswehr
Zwei Bundeswehrsoldaten stehen mit Weihnachtsmützen neben einem geschmückten Weihnachtsbaum.
Oberfeldwebel Christopher S. und Stabsunteroffizier Maik W.: Wir senden Weihnachtsgrüße aus Litauen an unsere Familien und Freunde zu Hause sowie an das gesamte Panzergrenadierbataillon 391 in Bad Salzungen. Schöne Weihnachten und eine ruhige Zeit. Bildrechte: Bundeswehr
Eine Bundeswehrsoldatin steht neben einem Weihnachtsbaum.
Oberleutnant Mandy B.: Ich wünsche meiner Familie und meinen Freunden ein schönes besinnliches Weihnachtsfest. Auch den Kameraden vom Versorgungsbataillon 131 ein herzliches Weihnachtsfest im Kreise ihrer Liebsten. Bildrechte: Bundeswehr
Ein Bundeswehrsoldat posiert mit einer Weihnachtsmütze und einem Geschenk unter dem Arm neben dem Feldpostamt.
Oberstabsgefreiter Lukas W.: Ich grüße meine Familie und Freunde zu Hause. Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bildrechte: Bundeswehr
Bundeswehrsoldaten posieren vor einem Weihnachtsbaum.
Stabsunteroffizier Maxime S., Stabsunteroffizier Nick P. und Oberleutnant Christian L.: Wir grüßen im Namen der Combat Service Support Company die Familien, Freunde und alle Kameraden des Versorgungsbataillons 131. Wünschen allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bildrechte: Bundeswehr
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. Dezember 2019 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. Dezember 2019 | 19:00 Uhr

12 Kommentare

Mediator vor 39 Wochen

Lernen sie erst einmal zwischen Soldaten und Söldnern zu unterscheiden und dann kann man vielleicht mit ihnen diskutieren. Wenn man sich die wohldosierten Einsätze der Bundeswehr und ihre bescheidenen Möglichkeiten anschaut, dann ist der Begriff "Weltpolizei" wohl völlig unangebracht und zeugt davon, dass sie das Thema nicht rational betrachten.

PS: Hätte Russland nicht die Ukraine überfallen, dann würden die östlichen NATO Partner jetzt keine erhöhte Präsenz der NATO auf ihrem Gebiet fordern. Die Bundeswehr strebt übrigens gerade die Vollausstattung einer Heeresbrigade an. Nur mal als rationalen und quantitativen Ansatz wer hier wen bedroht und bedrohen kann.

Mediator vor 39 Wochen

Wer versteckt sich bitte hinter einer Parlamentsarmee? Die Einsätze der Bundeswehr werden im Gegensatz zu den Einsätzen anderer Armeen nicht einfach von einer Regierung oder einem Präsidenten durchgewunken, sondern sie erfordern einen Parlamentsbeschluss. Welchen Einsatz kritisieren sie den ganz konkret oder meckern sie nur generell über unser Land und unsere Soldaten?

Mediator vor 39 Wochen

Ich wünsche allen Kameraden in den Einsatzgebieten Frohe Weihnachten und dass sie trotz der Trennung von der Familie dieses Fest feiern und genießen können. Wenn ihr wieder gesund nach Hause zurück gekommen seid, wird einfach noch einmal gefeiert. Heute werden sicher sehr viel mehr Menschen als nur eure Familie an euch denken und euren Dienst besonders zu schätzen wissen.

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