Banken Thüringer Sparkassen beteiligen sich an Rettungspaket für NordLB

Die Thüringer Sparkassen stellen mehrere Millionen Euro für die Rettung der finanziell angeschlagenen NordLB bereit. Die Institute im Freistaat seien mit etwa 8,6 Millionen Euro am Rettungspaket für die Landesbank der Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt beteiligt, sagte der Sprecher des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen, Matthias Haupt, MDR THÜRINGEN. Diese Summe entspreche ihrem Anteil am regionalen Stützungsfonds der Sparkassen. Insgesamt hätten die Sparkassen in Hessen und Thüringen 37,8 Millionen Euro über ihren regionalen Stützungsfonds zugesagt. Diese Summe könne sich aber noch geringfügig verringern, sagte Haupt.

Nord-LB Landesbank
Die NordLB hatte in Milliardenumfang den Neubau von Schiffen finanziert. Doch auf dem Markt herrscht mittlerweile Überkapazität, viele Schiffe sind nicht profitabel und Eigentümer können ihre Kredite nicht mehr bedienen. Bildrechte: imago/Eckhard Stengel

Die NordLB gehört zu knapp 59 Prozent dem Land Niedersachsen. Das Land Sachsen-Anhalt hält 5,6 Prozent der Anteile. Weitere Anteilseigner sind die Sparkassen-Verbände von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die Bank ist vor allem durch notleidende Kredite zur Schiffsfinanzierung in finanzielle Schieflage geraten. In zähen Verhandlungen hatten sich die beteiligten Länder sowie die Sparkassen-Finanzgruppe in den vergangenen Wochen auf eine Finanzspritze von insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro geeinigt. Die Sparkassen und Landesbanken in Deutschland wollen davon 1,1 Milliarden Euro übernehmen. Allerdings bedarf das Konzept noch der Zustimmung der EU-Kommission. 

Verbandssprecher Haupt sagte, die Beteiligung der Thüringer Sparkassen ergebe sich aus dem solidarischen Sicherungssystem der Sparkassen in Deutschland. Dieses werde auch durch Stützungsfonds der regionalen Sparkassen-Verbände getragen. Der geplante Beitrag der hessischen und thüringischen Sparkassen werde aus deren Fonds entnommen. "Die Häuser müssen dann sukzessive den Fonds um den entnommenen Betrag wieder auffüllen." Der regionale Stützungsfonds hatte sich nach Haupts Angaben seit 1990 bereits vier Mal an überregionalen Hilfsmaßnahmen beteiligt. Diese betrafen die Sparkassen Halle/Saale und Mannheim sowie zwei Geldinstitute in Schleswig-Holstein.

Solidargedanke steht im Vordergrund

Vertreter mehrerer Sparkassen in Thüringen begründeten das Engagement bei der Bankenrettung mit dem Solidarprinzip. "Wir sind eine Familie, in der man sich gegenseitig hilft", sagte der Vorstandschef der Kreissparkasse Gotha, Jörg Krieglstein, dem MDR. Deshalb beteilige man sich an dem Rettungspaket, "auch wenn ich das Geld sicherlich lieber für etwas anderes ausgegeben hätte". Das System der Stützungsfonds gebe aber jeder einzelnen Sparkasse Sicherheit. 

Der Sprecher der Sparkasse Gera-Greiz, Uwe Müller, verwies auf wirtschaftliche Vorteile des Sicherungssystems der Sparkassen. Dieses sei als Institutssicherungssystem anerkannt und sichere den beteiligten Häusern "bankenaufsichtsrechtliche Privilegierungen hinsichtlich der geforderten Eigenkapitalausstattung". Damit ist gemeint, dass Sparkassen kein Eigenkapital als Sicherheit vorhalten müssen, wenn sie Kredite bei "ihrer" Landesbank aufnehmen. "Diese Wirkung des Sicherungssystems kommt  allen Sparkassen zu Gute und rechtfertigt auch betriebswirtschaftlich die beschlossene Stützungsmaßnahme", so Müller. 

Der Sprecher der Sparkasse Mittelthüringen, David Maisel, verwies hingegen darauf, dass das Rettungspaket für die NordLB in der Sparkassen-Finanzgruppe "kontrovers diskutiert" worden sei. Im Vordergrund stehe jedoch der Solidaritätsgedanke. 

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tage | 21. April 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2019, 10:18 Uhr

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6 Kommentare

22.04.2019 11:27 part 6

@3, ganz richtig, und wie viele Menschen gibt es Mitteldeutschland, die können sich nicht einmal eine intelligente Tageszeitung im Abo leisten und müssen sich mit dem begnügen was ihnen medial vorgesetzt wird. Viele Beiträge lassen da immer die entsprehenden Rückschlüsse zu.

21.04.2019 19:40 Gerd Müller 5

Es kommt darauf an, ob man arbeitet oder nicht! Wenn man nicht arbeiten muss, reicht viel weniger aus um gut über die Runden zu kommen, z.B. kann man selber kochen, kann auf Schnäppchen etc. achten und braucht kein Auto.
Falls man arbeitet würde ich schon sagen, dass man als Alleinlebender mind. 1500€ zur Verfügung haben sollte

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