Nach Desaster bei der Bayern-Wahl Thüringer SPD geht auf Distanz zur GroKo

Nach dem SPD-Desaster bei der bayerischen Landtagswahl wächst auch bei Thüringer Genossen die Kritik an der Großen Koalition im Bund. Juso-Chef Oleg Shevchenko forderte seine Partei auf, die Mitregierung in Berlin zu beenden. "Die Große Koalition macht uns kaputt", sagte Shevchenko MDR THÜRINGEN.

Dunkelhaariger Mann mit Brille, Vollbart, schwarzem Rollkragen Pollover und blauer Jeansjacke steht vor einer dunkelroten Ziegelsteinwand.
Thüringens Juso-Chef Oleg Shevchenko: "Die GroKo macht uns kaputt." Bildrechte: Lisa Tasch

Auf manche Entscheidungen der schwarz-roten-Bundesregierung würde die SPD-Basis mittlerweile mit blanker Wut regieren. Zudem sei die von SPD-Bundeschefin Andrea Nahles versprochene Erneuerung der Partei in der Regierung gescheitert, sagte Shevchenko. Sämtliche Befürchtungen, die die Jusos vor dem Start der Großen Koalition in Berlin geäußert hätten, seien eingetroffen.  "Manchmal ist es gar nicht schön, recht zu haben."

Jusos fordern SPD-Sonderparteitag nach der Hessen-Wahl

Daher hielten die Thüringer Jusos an ihrer Forderung fest, dass ihre Mutterpartei die Regierungsbeteiligung in Berlin beendet. Um darüber zu entscheiden, solle ein SPD-Bundesparteitag einberufen werden, sagte Shevchenko dem MDR. Der könne aber erst nach der Landtagswahl in Hessen stattfinden. In Hessen wird am 28. Oktober ein neuer Landtag gewählt.

Ich habe es genau so prophezeit - die Große Koalition im Bund macht die SPD in den Ländern schwächer.

SPD-Landtagsfraktionschef Matthias Hey
SPD-Fraktionschef Matthias Hey in Erfurt.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

SPD-Landtagsfraktionschef Matthias Hey sagte MDR THÜRINGEN: "Wenn die SPD-Parteispitze jetzt eine Urabstimmung über eine Regierungsbeteiligung in Berlin abhielte, dann würde das Ergebnis sicher ganz anders ausfallen als bei der letzten, als sich etwa zwei Drittel der SPD-Genossen für eine Große Koalition ausgesprochen hatten".

Nach seiner Einschätzung werde es aber bis zur Hessen-Wahl in der SPD noch ruhig bleiben. Danach müsse aber ernsthaft die Frage gestellt werden, ob sich die SPD ein Weiterregieren in Berlin noch leisten könne.

Thüringens SPD-Chef Wolfgang Tiefensee hatte bereits unmittelbar nach der bayerischen Landtagswahl die Frage aufgeworfen, ob die Große Koalition im Bund überhaupt noch in der Lage sei, nach den Querelen der letzten Wochen zur Sacharbeit zurück zu kehren.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 15. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2018, 19:00 Uhr

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10 Kommentare

17.10.2018 12:50 Köhler 10

Dank der SPD in der GroKo ist in den letzten Legislaturen überhaupt etwas passiert. Es gibt einen Mindestlohn!!!, zumindest immer wieder den Versuch entgegen des CDU-Willens eine ordentliche Mietpreisbremse einzuführen auch wenn sie sich oft wieder einkürzen lassen müssen von CDU und CSU und wenn die SPD nicht wäre, würde wahrscheinlich nur die Mütterrente Thema in Berlin sein und nicht die Rentenfrage überhaupt. Ich verstehe die Wähler nicht, die eine Reform (Hartz) noch nach Jahren abstrafen. Ich war zu der Zeit selbst arbeitslos und die Reform hat Arbeitsplätze geschaffen und die Sozialhilfeempfänger besser gestellt. DAs die Union in den ganzen Jahren danach als es Deutschland besser ging, Hartz 4 nicht nachgebessert haben wollte, müsste ihr zu Lasten gelegt werden. Wir werden noch dumm dastehen, wenn die SPD weg ist. Wenn ich mich unters Bildungsbürgertum mische, erlebe ich regelmäßig, dass sie vergessen haben wo sie herkommen. Geld verdirbt halt doch den Charakter.

16.10.2018 15:00 Klaus 9

Jusos Forderung zu einen erneuten Sonderparteitag. Hallo geht's noch, wie viele Parteitage wollen die noch abhalten auf Kosten der Steuerzahler. Na klar, hier gibt es sehr schönes preiswertiges Essen und eine bevorzugte schöne Unterkunft und zum Schluss kommt nichts raus. Die Gewerkschaften deren Bosse müssen erst einmal rangeholt und auf Harz IV gesetzt , damit diese nicht weiterhin übermütig für Ihre hohe Diäten werden. Auch das Postengeschacher muss ein Ende finden und die Diätenversorgung für unsere Politiker aller Klassen sollte mindestens um die Hälfte gekürzt werden, damit die Realität zum Bürger wiederhergestellt wird. So lange sich nichts in den Dorfregionen in Deutschland im Bezug zur Lebensqualität im Tourismus in Thüringen ändert, werde ich weiterhin eine Protestpartei wählen. Die Linke, PDS, SED kann man getrost vergessen und die SPD ist keine Arbeiterpartei mehr, wobei die Grünen im Bezug zur Umwelt nur kalte Luft ablassen. Von wegen den Bahnverkehr ausbauen usw..

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