Hitze-Ticker Angenehmes, aber trockenes Wochenende angekündigt

18. August | Samstag

DLR veröffentlicht Infrarotaufnahmen

Die Deutsche Luft- und Raumfahrt hat Infrarotbilder veröffentlicht, die zeigen, an welchen Orten in Thüringen Hitzeballungen zu finden sind. Die Aufnahme wurde nachts um 4 Uhr aufgenommen und zeigt, dass Erfurt im Vergleich zu anderen Städten, wie zum Beispiel Halle, deutlich kälter ist. Vor allem an Orten, an denen sich große Mengen Wasser befinden, wie die Talsperre Kelbra oder der Talsperre Seebach bei Oberdorla, sind Hitzeherde zu sehen.

Eine Infrarot Aufnahme, die um 4 Uhr Nachts im August entstand. Die Landeshauptstadt Erfurt scheint weit weniger Hitze abzustrahlen, als zum Beispiel Halle in Sachsen-Anhalt. Außerdem strahlen die Talsperren bei Kelbra und Seebach eine große Menge an Hitze ab.
Die Hitzeunterschiede zwischen Stadt und Land werden anhand dieser Infrarot-Satellitenaufnahme deutlich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

17. August | Freitag

Mit Stroh beladene Anhänger abgebrannt

Zwei mit Strohballen beladene Anhänger sind bei einem Feuer in Bleicherode im Landkreis Eichsfeld völlig zerstört worden. Wie die Polizei mitteilte, waren die Strohballen während der Fahrt in Brand geraten. Der Fahrer fuhr weiter, um Schlimmeres zu verhindern. An einem abgeernteten Feld gelang es ihm noch die Anhänger abzukoppeln, bevor die Flammen alles zerstört hatten. 27 Helfer der Freiwilligen Feuerwehren aus Bleicherode, Sollstedt und Obergebra waren im Einsatz.

Warmes, aber trockenes Wochenende erwartet

Das Wochenende bringt laut Wetterdienst wenig Niederschläge. Für Samstag sind 24 bis 27, am Sonntag 28 Grad angekündigt. Am Montag wird es dann wieder richtig heiß.

Waldbrand bei Kaulsdorf

Einen Waldbrand konnten rund 70 Einsatzkräfte von sechs Feuerwehren am Donnerstagabend bei Kaulsdorf löschen. Gegen 21.30 Uhr bemerkten Zeugen Flammen und Rauch in einem Waldgebiet zwischen den Ortsteilen Weischwitz sowie Laasen und alarmierten Feuerwehr und Polizei. Auf einer Fläche von ca. 20 mal 20 Metern brannten der Waldboden, mehrere Nadelbäume sowie ein Jagdunterstand.

16. August | Donnerstag

Borkenkäfer profitieren von der Trockenheit

Dürre und Hitze verstärken in diesem Jahr die Vermehrung von Borkenkäfern in Thüringen, wo derzeit die dritte Generation der Schädlinge heranwächst. "Der trocken-heiße Witterungsverlauf der letzten Monate hat die Entwicklung des Käfers deutlich beschleunigt", teilte die Landesforstanstalt am Donnerstag in Erfurt mit. Begünstigt wurde die Vermehrung des Schädlings den Angaben zufolge durch Holzbruch, der noch von den Winterstürmen übrig ist, sowie durch die durch den Wassermangel der letzten Wochen geschwächten Fichten. Positiv sei, dass befallene Fichten gut zu erkennen seien und entfernt werden könnten. Zudem vertrockne auch ein Teil der Käferbrut unter der Rinde der Bäume.

Meiningen: Waldbrand schnell gelöscht

Im Süden der Stadt Meiningen hat Donnerstagmorgen ein kleines Waldstück gebrannt. Der Polizei zufolge stand eine Fläche von etwa 200 Quadratmetern in Flammen. Die Feuerwehr habe den Brand jedoch schnell löschen können, hieß es. Die Ursache für das Feuer muss noch ermittelt werden.

Erste Thüringer Störche auf dem Weg in den Süden

Kaum wird das Getreide gemäht kommt auch schon der Storch und sucht nach Nahrung.
Für Störche ist es schwer geworden, bei der momentanen Trockenheit Nahrung zu finden (Archiv). Bildrechte: Jutta Fricke

Die ersten Thüringer Störche sind bereits auf dem Weg in ihre Winterquartiere. Einige Storch-Experten sprechen von einem überraschend frühen Abflug in den Süden.
Der Thüringer Weißstorch-Landesbetreuer Klaus Schmidt findet den Zeitpunkt allerdings nicht ungewöhnlich. Auf Grund der Vegetation sei es kein Wunder, wenn sich die Störche ein bis zwei Wochen früher losmachen, sagte der Experte vom Verein Thüringer Ornithologen MDR THÜRINGEN.

Die Trockenheit hatte die Nahrungssuche für die Vögel in diesem Jahr teilweise erschwert. Laut Schmidt hatten sich die Störche aber auch in den vergangenen Jahren schon Mitte August aufgemacht. Die Ornithologen beobachten die Störche unter anderem mit Hilfe von Sendern. Wie Schmidt sagte, befindet sich zum Beispiel einer der Ostthüringer Störche im Moment am Bodensee.

15. August | Mittwoch

Trockenheit für Nationalpark kein Problem

Der Hainich kommt mit der lang anhaltenden Trockenheit bislang gut zurecht. Wie Nationalparkleiter Manfred Großmann sagte, ist der heimische Laubwald an jährliche Schwankungen der Regenmenge angepasst. Im Gegensatz zu Fichten reichen demnach die Wurzeln älterer Buchen tief in die Erde, wo Austrocknung kaum ein Thema ist. Im Hainich könne der Boden gut Wasser speichern, so Großmann.

Außerdem schützen sich jüngere Bäume vor dem Verdunsten, indem sie früher ihr Laub abwerfen. Die Wetterstation Weberstedt im Hainich hat für das erste Halbjahr 2018 Niederschlagsmengen von 273 Millimeter gemessen. Das entspricht fast exakt dem 30-jährigen Mittel von 279 Millimeter. Dennoch: Wenn es aufgrund dieses Klimawandels zu jährlich wiederkehrenden Extremsommern käme, könnten sich sehr langfristig auch Veränderungen im Buchenwald einstellen, so Großmann.

Erfurter Freibäder verdoppeln Besucherzahlen

Der heiße Sommer hat den Erfurter Freibädern schon jetzt Rekord-Besucherzahlen beschert. Bis Mitte August wurden nach Angaben der Stadtwerke mehr als 237.000 Badegäste gezählt. Das sind nahezu doppelt so viele wie zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr. Spitzenwerte seien vor allem in den kleinen Bädern erzielt worden, sagte Kathrin Knabe-Lange, Betriebsleiterin der SWE Bäder GmbH, MDR THÜRINGEN. Im Freibad Möbisburg etwa hat sich mit aktuell fast 26.500 Gästen die Besucherzahl mehr als verdoppelt. Laut Stadtwerken ist das sogar der beste Wert seit über 20 Jahren. Das Nordbad hingegen liegt mit gut 118.000 Besuchern nur leicht über dem Höchstwert nach der Wiedereröffnung.

Trockenheit: Feuerwehr gießt täglich 3.500 Bäume in Erfurt

Elf Tank- und Löschfahrzeuge der Feuerwehr sind in Erfurt derzeit jeden Abend im Einsatz. Sie versorgen rund 3.500 Bäume, die unter der Trockenheit in diesem Sommer leiden, mit dringend nötigem Wasser.

Ein Feuerwehrmann mit einem Schlauch, aus dem Wasser spritzt
Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck


Mi 15.08.2018 10:51Uhr 00:54 min

https://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/erfurt/video-221664.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Weimarer Gymnasium verkürzt Dauer der Unterrichtsstunden

Wegen zu großer Hitze in den Räumen haben die Schüler am Weimarer Humboldtgymnasium nur verkürzten Unterricht. Wie Schulleiterin Anne Mohr MDR THÜRINGEN sagte, werden die Schulstunden in dieser Woche um 15 Minuten auf eine halbe Stunde verkürzt. Somit könne jedes Fach angeboten werden und die Kinder würden trotzdem geschont. Über die Ferien hat sich das Gebäude - ein teilsanierter Plattenbau - enorm aufgeheizt. In den oberen Etagen herrschten Temperaturen um die 30 Grad, so Mohr, das könne man niemanden zumuten. Auch Lüften habe bislang nicht geholfen. In der kommenden Woche, so hofft die Schulleiterin, werde man den normalen Unterricht starten können.

14. August | Dienstag

Ursache für Waldbrand zwischen Piesau und Spechtsbrunn weiter unklar

Zwei Feuerwehrleute versuchen einen Waldbrand zu löschen.
Feuerwehreinsatz im Wald zwischen Piesau und Spechtsbrunn. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Der Waldbrand zwischen Piesau und Spechtsbrunn in Südthüringen ist am Dienstag offiziell gelöscht. Wie der Sonneberger Kreisbrandinspektor Mathias Nüchterlein MDR THÜRINGEN sagte, müssen die Feuerwehrleute Hunderte Meter Schlauchleitungen abbauen. Die Kameraden haben laut Nüchterlein noch Stunden zu tun, bis die einzelnen Wehren wieder einsatzbereit sind.
Das Feuer war am Sonntagnachmittag an einem Steilhang ausgebrochen und hatte sich schnell talwärts vorgearbeitet. Nach Angaben eines Sprechers im Sonneberger Landratsamt wurde eine Waldfläche von rund 2,5 Hektar zerstört. Die Brandursache ist noch unklar.

Der Wasserverbrauch in Mitteldeutschland ist im Juli stark gestiegen

Die Hitze macht sich in einem der heißesten Juli-Monate auch beim Wasserverbrauch bemerkbar. Spitzenreiter sind Dresden und Halle. Dort haben die Versorger im Juli 20 Prozent mehr Wasser abgegeben als im Vorjahresmonat. Das ergab eine Umfrage des MDR-Magazins „Umschau" unter den Versorgern der zehn größten Städte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Ranking folgen Zwickau, Magdeburg und Gera mit einem Plus von je 16 Prozent. Im Mittelfeld liegen Dessau-Roßlau (13%), Erfurt (11%) und Jena (10%). In Leipzig war der Bedarf mit fünf Prozent nur leicht erhöht. Die Chemnitzer sind im Juli mit fast der gleichen Wassermenge wie im Vorjahresmonat ausgekommen.

13. August | Montag

Thüringer Versuchsanstalt erforscht trockenheitsresistente Pflanzen

Mit einem Mähdrescher wird Weizen auf einem Feld in den Abendstunden geerntet.
Mit einem Mähdrescher wird Weizen auf einem Feld in den Abendstunden geerntet. Bildrechte: dpa

Neu gezüchtete Getreidepflanzen haben in diesem Sommer die Landwirtschaft in Thüringen vor einer schlimmeren Missernte bewahrt. Frank Augsten von der Landesanstalt für Landwirtschaft sagte MDR THÜRINGEN, Pflanzen, die vor 20 oder 30 Jahren angebaut worden seien, hätten die Trockenheit dieses Sommers nicht so gut vertragen.
Selbst in Regionen, in denen es fast nicht geregnet habe, hätten die Agrarbetriebe beim Getreide rund 70 Prozent der durchschnittlichen Erträge ernten können. Das zeige, dass die Züchter sehr gute Arbeit geleistet hätten.

12. August | Sonntag

Züchter befürchten Fischsterben und beklagen Hitzekosten

Die anhaltende Hitze und Trockenheit bedroht auch die kommerzielle Fischzucht in Thüringen. Nach Angaben des Thüringer Fischereiverbands ist die Lage vielerorts bedenklich, die Fische seien teils hart an der Grenze des Überlebens. Zu hohe Wassertemperaturen und Wassermangel seien ein flächendeckendes Problem im Freistaat. Besonders in Mittel- und Ostthüringen befürchten die Teichbetreiber ein Fischsterben, wenn die Wetterlage sich nicht bald ändere. Schon jetzt führten die Temperaturen zu erhöhten Betriebskosten, etwa durch das zusätzliche Einbringen von Sauerstoff und Belüftung. Wie stark die Schäden ausfielen, zeige sich aber erst beim Abfischen im Herbst. In Thüringen wurden im vergangen Jahr dem statistischen Landesamt zufolge von insgesamt 70 Betrieben rund 880 Tonnen Speisefisch erzeugt, darunter etwa 475 Tonnen Regenbogenforellen und 205 Tonnen Karpfen.

11. August | Samstag

Campingtourismus in Thüringen boomt

Stausee statt Stadtführung: Bei diesem Rekordsommer profitieren die Regionen in Thüringen unterschiedlich. Während bei 30 Grad der Städtetourismus zu kämpfen hat, boomt es auf Campingplätzen, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Weimar meldete dagegen einen leichten Rückgang bei den Stadtführungen. Auch Erfurt musste nach Angaben des Stadtmarketings in der Mittagshitze einige Führungen ausfallen lassen.

Der Baumkronenpfad verzeichnete ebenfalls einen leichten Rückgang von 47.000 auf 40.000 Besucher. Nach Angaben der Geschäftsstelle der Welterberegion Hainich, kommen die meisten Besucher in den frühen Morgenstunden. Das statistische Landesamt verzeichnete dennoch einen Übernachtungszuwachs im ersten Halbjahr von drei Prozent zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Touristiker hoffen, das sich dieser Trend für das gesamte Jahr fortsetzen wird.

10. August | Freitag

Brandschutzmaßnahmen bei SonneMondSterne

Hitze und lange Trockenheit fordern Veranstalter und Festivalbesucher in diesem Jahr besonders. Es seien mehr Duschen als in den Vorjahren aufgebaut, das Kontingent an Feuerlöschern erhöht worden, berichtete Uwe Oertel von den Veranstaltern. Es würden regelmäßig Brandschutzstreifen auf Quads unterwegs sein. Um nicht in der Sanitätsstation zu landen, sollten die Besucher viel Wasser trinken und an Sonnenschutz denken.

Erfurter Lichterfest ohne Teelichter

Die anhaltende Trockenheit schränkt auch die Organisatoren des Erfurter Lichterfestes ein. So sind in diesem Jahr Teelichter nicht erlaubt. Die Gefahr eines Brandes sei zu hoch, hieß es. Auf Scheinwerfer, Lichterketten und Höhenfeuerwerk werde jedoch nicht verzichtet. Das 52. egapark Lichterfest findet Freitag und Samstag statt.

Abkühlung am Wochenende

Das Wochenende verspricht in Thüringen ein wenig Abkühlung. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sind auch Schauer möglich. Vor allem am Freitag und Samstag wird es spürbar kühler. Zudem wird es windig. Am Sonntag wird es wieder überwiegend sonnig und etwas wärmer. Erst am Montag sollen die Temperaturen wieder deutlich über 30 Grad steigen. Vereinzelt kann es regnen oder gewittern.

Dächer in Gerstungen abgedeckt

Die Gewitter am Donnerstagabend haben zahlreiche Schäden verursacht. In Gerstungen wurden die Dächer eines Einkaufmarktes und mehrerer Wohnhäuser teilweise abgedeckt. Dachziegel und Holzlatten flogen umher und beschädigten rund 20 geparkte Autos. Bislang wird von einem Sachschaden in Höhe von 30.000 Euro ausgegangen. Verletzt wurde niemand.

Zwischen Beinrode und Kallmerode im Eichsfeld fiel nach einer heftigen Windböe ein Baum auf die Straße. Eine 25-jährige Autofahrerin konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und rammte den Baum. Sie kam mit dem Schrecken davon.

9. August | Donnerstag

Aufgewirbelter Staub und umgestürzte Bäume

Heftige Sturmböen führen in Thüringen derzeit zu Sichtbehinderungen auf Autobahnen und Straßen. So war auf der A4 bei Eisenach am frühen Donnerstagabend kurzzeitig die Sicht nur etwa 20 Meter weit möglich, weil laut Polizei Staub von den Feldern aufgewirbelt worden war. Ein Regenguss habe die Situation dort aber rasch beendet. Auch bei Erfurt und Sömmerda zogen Staubwolken durch die Luft. Im Wartburgkreis bei Dermbach stürzten auf der Bundestraße 285 Bäume um. Im Eichsfeld bei Bernterode behindern abgebrochene Äste den Autoverkehr Behinderungen durch Sturmschäden werden von der B4 zwischen Sondershausen und Mühlhausen, auf der B84 zwischen Behringen und Bad Langensalza gemeldet. Bei Sollstedt im Landkreis Nordhausen krachte ein Baum auf ein Auto. Wegen des Unwetters war auch der Zugverkehr beeinträchtigt. Fernzüge über Erfurt hatten zum Teil deutliche Verspätung.

Feuerwehrleute neben einem umgestürzten Baum
Schäden in Breitenworbis. Bildrechte: MDR/Gregor Mühlhaus

Feuerwehr kämpft nahe Kloster Veßra gegen Flammen

Nahe Kloster Veßra kämpfte die Feuerwehr gegen einen Flächenbrand. Auf etwa einem Hektar wütete auf einer trockenen Wiese und in einem Birkenwald das Feuer.

Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand
Nahe Kloster Veßra im Kreis Hildburghausen wurde die Feuerwehr am Donnerstagnachmittag zu einem Flächenbrand gerufen. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand
Nahe Kloster Veßra im Kreis Hildburghausen wurde die Feuerwehr am Donnerstagnachmittag zu einem Flächenbrand gerufen. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand
Auf einer Fläche von etwa einem Hektar wütete auf einer trockenen Wiese und in einem Birkenwald das Feuer. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand
Der Brand brach am Rande des Ortsteils Zollbrück aus. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand
Erschwert wurde die Arbeit der Feuerwehrleute dadurch, dass das Löschwasser mit Tankfahrzeugen zum Brandort gefahren werden musste. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand
Die Feuerwehr brachte den Brand unter Kontrolle, musste aber noch gegen aufflammende Glutnester kämpfen. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand
Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Hildburghausen, Schleusingen und Themar. Bildrechte: MDR/News5
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Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand
Bildrechte: MDR/News5

Heftige Unwetter erwartet

Am Donnerstag werden in Thüringen erneut Unwetter erwartet. Die Temperaturen sinken erst einmal deutlich. Der Deutsche Wetterdienst warnt in der Zeit von Donnerstag ab 16 Uhr bis Freitagmorgen um 4 Uhr vor kräftigen Gewittern, örtlichem Starkregen mit bis zu bis 40 Litern pro Quadratmeter und Sturmböen mit bis zu 110 km/h. Auch Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu drei Zentimetern können örtlich fallen. Der Deutsche Wetterdienst gab eine entsprechende Vorabwarnung für Unwetter heraus:

Starke Einbußen bei Kartoffeln

Die Trockenheit macht Landwirten in Thüringen zu schaffen - zum Beispiel den Kartoffelbauern. Die befürchten in diesem Jahr Ernteeinbußen von bis zu 50 Prozent.

8. August | Mittwoch

Unwetter legt zeitweise Verkehr in Gera lahm

Nach heftigem Unwetter in Ostthüringen sind in Gera mehrere Straßen zwischenzeitlich gesperrt worden. Große Äste und Baustellenabsperrungen seien auf die Straßen geweht worden, teilte die Polizei mit. Eine vierspurige Landstraße wurde etwa eine Stunde lang gesperrt. Grund dafür war ein umgestürzter Baum, der die Fahrspuren blockierte, so die Polizei. Auf dem Weg zum Einsatzort kam es zudem zu einem Unfall. Laut Polizei fuhr dabei ein Feuerwehrfahrzeug auf ein Auto auf. Dabei wurden ein 61-jähriger Mann und eine 64-jährige Frau verletzt und kamen ins Krankenhaus.

Schwül-heiß, Gewitter und Starkregen

Am Mittwoch ist es in Thüringen noch einmal schwül-heiß geworden. In Altenburg wurden nach Angaben der Meteogroup 35,1 Grad Celsius gemessen - der höchste Wert im Land. Fast ebenso warm war es mit 34,6 Grad in Hermsdorf. Für Ostthüringen gab der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung für den Nachmittag aus. Interessante Temperaturwerte gab es übrigens in der Nacht zum Mittwoch: Kältester Ort war mit 13,7 Grad Katzhütte, zur gleichen Zeit wurden in Leinefelde fast zehn Grad mehr gemessen (22,6).

Baden im Stausee weiter möglich: Wasserqualität ist gut

Wer sich erfrischen will, kann das weiterhin unbesorgt unter anderem an den Badestellen im Hohenwarte- und Bleilochstausee tun. Deren Wasserqualität ist trotz der anhaltenden Wärme gut, wie die zuständigen Landratsämter MDR THÜRINGEN auf Anfrage mitteilten. Ein Sprecher des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt sagte, das Wasser an den Badestellen im Hohenwartestausee sei erst in der vergangenen Woche untersucht worden. Zwar gebe es immer mal wieder Hinweise von Bürgern wegen eines möglichen Blaualgenbefalls. Das könne aber nicht bestätigt werden, und die Kollegen gingen dort selbst baden, hieß es. Auch das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises verweist auf regelmäßige Kontrollen der Hohenwarte-Badestellen an den Campingplätzen Portenschmiede und Linkenmühle. Auch am Bleilochstausee ist das Baden ohne Probleme an den offiziellen Stränden in Remptendorf, Saalburg-Ebersdorf und Kloster möglich.

Trinkwasser auffüllen - für lau!

Immer mehr Geschäfte bieten die Möglichkeit, eigene Flaschen kostenlos mit Leitungswasser zu füllen. Die Idee stammt von der Initiative "Refill". Alle Orte - das sind oft Cafés, Apotheken oder Restaurants - die Wasser for free anbieten, zeigen das auch an ihrer Tür. Dort hängt ein blauer Aufkleber mit dem "Refill"-Logo. In Thüringen gibt es bisher acht "Refill"-Stationen.

Grafik mit Thüringer Standorten von Refill-Stationen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auto löst Feldbrand aus

Autos bei diesen Temperaturen nicht an Wäldern oder Feldern abstellen - heißt es immer wieder. Was passieren kann, zeigte sich nun in der Eichsfelder Gemeinde Beuren. Laut Polizei stelle ein 39-Jähriger sein Auto am Dienstagnachmittag am Rand eines Feldes ab. Plötzlich stieg unter dem Pkw Qualm auf. Der Mann versuchte, sein Auto wegzufahren. Jedoch brannte es bereits. Daraufhin griffen die Flammen auch auf das Feld über. Der Pkw brannte vollständig aus. Es entstand ein Schaden von rund 30.000 Euro. Rund 15 Hektar des Feldes brannten ab. Menschen wurden nicht verletzt. Ersten Ermittlungen zufolge brach das Feuer unter dem Auto wahrscheinlich aufgrund der andauernden Hitze aus.

Abkühlung bei -110 Grad!

Abkühlung garantiert! Minus 110 Grad herrschen in der Kältekammer im medizinischen Cryozentrum in Erfurt. Eine kurze Erfrischung bei den derzeit tropischen Temperaturen. Zuvor muss man sich aber bei -60 Grad "aufwärmen".

Trauerredner ohne Jackett

Die heißen Temperaturen der letzten Tage machten vielerorts unkonventionelle Maßnahmen erforderlich. So gestattete etwa die Friedhofsverwaltung in Erfurt den Trauerrednern eine Lockerung der Kleiderordnung: Falls die Trauergäste nichts dagegen haben, dürfen sie während der Feier das Jackett ausziehen.

7. August | Dienstag

Die Wetteraussichten

Spitzenreiter Jena

Am Dienstag verzeichnete der Deutsche Wetterdienst als höchsten Tageswert 36,2 Grad in Jena. Ähnlich heiß soll es dann auch am Mittwoch bei noch höherer Luftfeuchtigkeit werden, bis dann ab Mittag Schauer und Gewitter möglich seien.

Einbrecher nützen nächtliches Lüften

Bei einem dieser Fälle war ein Dieb im Kreis Sömmerda durch eine offen stehende Terrassentür eines Einfamilienhauses geshclichen. Während das darin wohnende Paar schlief, erbeutete er einen Laptop, Kleidung und eine Geldbörse mit einem Gesamtwert von 1.000 Euro. Die Polizei warnt angesichts bereits mehrerer derartiger Diebstähle davor, Fenster und Türen im Erdgeschoss nachts unbeaufsichtigt offen stehen zu lassen - so schwer dies bei der Hitze auch falle.

Landwirte werden zu Entschädigungen befragt

Landwirte klagen über Ernteausfälle. Laut Thüringens Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Linke) sind die Schäden im Freistaat regional sehr unterschiedlich. Deshalb sollen Landwirte in einer Umfrage Auskunft über das Ausmaß der Dürreschäden geben. Dazu startet auf den Internetseiten des Landwirtschaftsministeriums eine Online-Befragung. Die dort erhobenen Daten sind Grundlage für mögliche Dürrehilfen der Bundesregierung. Eine Entscheidung darüber soll laut Keller Ende August fallen.

Im Landesdurchschnitt liegen die Erträge beim Winterweizen 17 Prozent, bei der Wintergerste 13 und beim Winterraps 23 Prozent unter dem Mittel der letzten drei Jahre. Es gebe aber gerade in den nördlichen und östlichen Teilen Thüringens Betriebe, die Ernteeinbußen von bis zu 50 Prozent verkraften müssten, so Keller. Einige Betriebe seien in ihrer Existenz gefährdet.

Thüringen stehen heißeste Tage des Jahres bevor

Die Hitzewelle lässt Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt weiter schwitzen. Temperaturen bis 39 Grad sind laut Deutschem Wetterdienst möglich. Für Thüringen werden 33 bis 38 Grad vorhergesagt. In der vergangenen Woche wurde in Bernburg (Sachsen-Anhalt) mit 39,5 Grad der bisherige Rekord für die drei Bundesländer für diesen Sommer aufgestellt. Dieser könne womöglich schon wieder geknackt werden. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke bleiben. Am Mittwoch sind Gewitter möglich. Eine dauerhafte Abkühlung ist aber nicht in Sicht. Der Allzeitrekord seit Beginn der Aufzeichnungen für Thüringen liegt bei 39,6 Grad und wurde im August 1994 in Gera-Leumnitz gemessen.

Frühe Maisernte in Thüringen

Maiskolben auf einem Feld im Gegenlicht der Sonne
Maiskolben Bildrechte: dpa

Kleine Pflanzen, vertrocknete Blätter und in den Rispen: oft nur daumengroße Maiskolben. Auf die kommt es an, wenn aus dem Mais Silage hergestellt wird. Die Kolben bringen eine höhere Energiedichte als der Rest der Pflanze. Reicht die Energie nicht, müssen die Bauern die Maissilage mit Getreide ausbessern. Doch auch da hat die Dürre vom Eichsfeld bis in den Kyffhäuserkreis große Schäden angerichtet. Manche Bauern haben deshalb schon angefangen, ihren Mais zu häckseln, bevor gar keine Feuchtigkeit mehr in den Pflanzen ist. Und so beginnt wegen der Rekorddürre die Maisernte in Thüringen gut vier Wochen früher als in normalen Jahren.

Um genügend Futtermittel herzustellen, tauschen die Bauern ihre Erträge über eine Futterbörse. Fehlt Getreide zum Ausbessern der Maissilage für die Rinder, können sie voraussichtlich weniger Milch produzieren. Der Thüringer Bauernverband rechnet mit insgesamt bis zu 60 Prozent Einbußen in der Futterernte. In Thüringen wird in diesem Jahr auf 57.000 Hektar Silomais angebaut.

Eis für Blutspender

Erfrischung gegen die Hitze im Jenaer Kessel: Am Universitätsklinikum Jena bekommen Blutspender jetzt zusätzlich zu ihrer Aufwandsentschädigung ein Eis ihrer Wahl. Bei gesunden Menschen soll Blutspenden auch bei Temperaturen jenseits der 35 Grad bedenkenlos sein, versichert die Klinik. Wichtig sei nur, ausreichend zu essen und zu trinken und im Anschluss auf Sport zu verzichten und die direkte Sonne zu meiden.

Krankenschwestern mit Eis in der Hand
Sabine Volkholz (r), Leiterin der Blutspende am Klinikum, sorgt mit einem Eis für jeden Blutspender für einen kühlen Kopf bei den aktuellen Temperaturen. Bildrechte: UKJ

Waldbrandgefahr steigt wieder

In gut der Hälfte des Freistaates gilt nach Angaben der Landesforstanstalt die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe vier. Am höchsten ist die Gefahr für Wald- und Flächenbrände derzeit rund um Heldburg im Landkreis Hildburghausen. Dort gilt die Stufe fünf. In einigen Wald- und Feldgebieten gab es bereits kleinere Flächenbrände.

Auch Weihnachtsbäume leiden...

Grün oder gelb oder gar rot? Auch Weihnachtsbäume kommen nicht ganz unbeschadet durch die Hitze. In diesem Jahr könnten die Bäume etwas mickriger ausfallen:

Motorsäge löst Flächenbrand aus

Auch das sollte man in diesen Tagen tunlichst unterlassen: In Eishausen im Landkreis Hildburghausen löste eine heiß gewordene Motorsäge einen Flächenbrand aus. Laut Polizei schmiss am Montagabend ein 59-Jähriger die Motorsäge an und legte das noch heiße Gerät auf eine Wiese. Daraufhin fing die Wiese schnell an, zu brennen. Etwa 60 Feuerwehrleute löschten den etwa ein Hektar großen Flächenbrand. Der 59-Jährige wurde leicht verletzt im Krankenhaus behandelt.

Zeuge verhindert mögliches Inferno

Ein Lagerfeuer im Wald ist momentan nicht die beste Idee - und außerdem streng verboten. Unbekannte haben am Dienstag bei Stadtilm im Ilm-Kreis genau das gemacht und mehrere Kiefern in Brand gesteckt. Glücklicherweise entdeckte jemand das sich anbahnende Inferno und alarmierte die Feuerwehr. In dem Gebiet herrscht zurzeit die Waldbrandstufe 4.

Ein paar Unbelehrbare gab es auch in Sonneberg. Ein 38-Jähriger schlief am Montagabend schlief neben seinem Lagerfeuer an der Kiesgrube "An der Müß". Als ein andere das mitbekam, stritten sich die beiden. Erst als Polizisten eintrafen, löschte er das Feuer. Ein paar Minuten später meldete sich eine Frau bei der Polizei, weil sie gesehen hatte, dass Kinder ebenfalls ein Feuer anzündeten und wegrannten. Die Beamten löschten das Feuer. Hier nochmal ein Überblick, was Sie im Wald unterlassen sollten:

6. August | Montag

Oper gucken ist selbst unter freiem Himmel in diesen Tagen eine Strapaze: Bei den "Domstufenfestspielen" in Erfurt sind am Freitag und am Sonnabend mehrere Zuschauer hitzebedingt kollabiert. Einer musste sogar ins Krankenhaus gebracht werden, wie das Theater Erfurt mitteilt. Das Theater empfiehlt seinen Gästen daher, vor den Aufführungen ausreichend zu trinken. Keine Angst, genügend Toiletten sind vorhanden.

Und auch in den nächsten Tagen wird der Kunstgenuss wohl anstregend. Denn es steht eine weitere Hitzewoche bevor, wie Wetterfrau Sandra Voigtmann erläutert.

Die Frage ist nun:

Aber ob Hitzerekord oder nicht - bei der Landesforstanstalt stellt man sich so oder so auf große Schäden ein. Etwa die Hälfte der im Frühjahr gepflanzten Jungbäume dürften die Hitzemonate wohl nicht überstehen, schätzt man beim Thüringenforst. Der finanzielle Schaden geht wohl in die Hunderttausende.

5. August | Sonntag

Hitzsommer nimmt wieder Fahrt auf

Eine Person mit einer Flasche in der Hand, wischt sich mit einem Tuch die Stirn ab
Ab Montag ist wieder Schwitzen angesagt. Bildrechte: colourbox.com

Am Sonntag können die Thüringer nur kurz durchschnaufen. Die Temperaturen liegen zwischen 23 und 27 Grad und es gibt einige Wolken. Doch schon ab Montag legt sich der Sommer wieder ins Zeug: Dem Deutschen Wetterdienst zufolge wird es wieder sehr heiß in der kommenden Woche. Demnach sollen die Temperaturen schon am Montag bei strahlendem Sonnenschein auf bis zu 33 Grad ansteigen, am Dienstag und Mittwoch werden bis zu 39 Grad erreicht. Am Mittwoch werde es auch schwüler. Dann könnten auch Schauer und Gewitter auftreten. Ab Donnerstag könnte es dann wieder etwas abkühlen und auch Regen ist möglich, doch ob es tatsächlich so kommt, kann der Deutsche Wetterdienst nach eigenen Angaben zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eindeutig prognostizieren.

Es wird heiß - sehr heiß bis unerträglich heiß.

Florian Engelmann, Deutscher Wetterdienst

Wiesenbrand durch Feuerwerksböller

In Eisenberg im Saale-Holzland-Kreis ist eine Wiese in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr konnte den Brand auf etwa 100 Quadratmetern schnell löschen. Ursache war nach Angaben der Polizei ein illegal gezündeter Feuerwerksböller. Die Polizei geht jetzt Zeugenhinweisen zu einem Verdächtigen nach. In letzter Zeit wurden in der Saasaer Straße demnach immer wieder Feuerwerkskörper gezündet.

4. August | Samstag

Hitze macht Rehen zu schaffen

Die aktuelle Hitzewelle setzt dem Rehwild ganz besonders zu. Sie befinden sich gerade in der Paarungszeit, sagte Horst Sproßmann, der Sprecher von Thüringen-Forst, MDR THÜRINGEN. Dabei treiben die Böcke die Ricken nicht selten über mehrere Kilometer vor sich her, oft gerade in der Mittagszeit zur größten Hitze. Wanderer sollten sich daher in Wald und Flur ruhig verhalten und gegebenenfalls ihre Hunde an der Leine halten, um zusätzlichen Stress für die Tiere zu vermeiden.

Kleine Abkühlung vor erneutem Hitzehoch

Nach der großen Hitze der vergangenen Tage sinken die Temperaturen am Sonntag in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zunächst leicht, um dann von Dienstag an schnell wieder zu steigen. Am Samstag seien bei Temperaturen zwischen 33 und 36 Grad zunächst noch Gewitter zu erwarten, sagte ein Meteorologe in Leipzig. Vor allem im Bergland und im Vogtland werde es ab Samstagmittag voraussichtlich Sturmböen und Starkregen geben. Am Sonntag bleibe es wohl niederschlagsfrei bei Temperaturen zwischen 27 und 29 Grad. Am Montag seien ebenfalls keine Niederschläge und Temperaturen zwischen 31 und 33 Grad zu erwarten. Ab Dienstag könnte Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen dann eine neue Hitzewelle erwarten.

Schafe leiden unter der Hitze

Unter der Hitze leiden auch die Schafe, denn frisches Gras und Grünzeug finden sie kaum noch. Deswegen dürfen sie jetzt auch auf Ökoflächen weiden.

Erfurt soll "hitzerobuste Stadt" werden

Die Landeshauptstadt in ihrem Talkessel ist an heißen Tagen ein wahrer Schmelztiegel. Doch man schaut hier bereits in die Zukunft, und man will sogar Modellstadt werden in Sachen Hitzetauglichkeit:

3. August | Freitag

Hitzeschäden an Bäumen in Thüringer Städten

Die anhaltende Trockenheit in den Thüringer Städten spitzt sich weiter zu. Parks und Gärten dürfen teilweise nicht betreten werden. In Apolda drohen auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände Baumkronen abzubrechen. Deswegen ist derzeit ein Weg in der Herressener Promenade gesperrt. Auch in den Parks der Klassik Stiftung Weimar sieht es nicht besser aus. Im Park an der Ilm drohen Äste von ausgetrockneten Bäumen abzubrechen. Wege im Bereich des Römischen Hauses seien ebenfalls gesperrt, teilte die Stiftung mit. In Erfurt rückten am Freitag die Kameraden der Feuerwehr aus, um die völlig ausgetrockneten Bäumen der Stadt mit Wasser zu gießen. Nach Angaben der Stadtverwaltung seien dafür 50 Feuerwehrleute und elf Fahrzeuge im Einsatz gewesen. Insgesamt wurden 3.500 Bäume gegossen.

Nichts für schwache Nerven: Straßenbauarbeiter ächzen unter Hitze

Brand nahe Wohngebiet

Ein Feuer frisst sich durch ein trockenes Feld. Der Rauch vernebelt den Himmel.
Das Feuer fraß sich über die ganze Fläche und kam bis auf 20 Meter an die Gartenanlage heran. Bildrechte: MDR/Sabine Urbich

Bei Jena-Drackendorf ist die Feuerwehr am Freitagnachmittag zu einem größeren Flächenbrand gerufen worden. Das Feuer war auf einer Fläche zwischen dem Universitätsklinikum und einer Kleingartenanlagen in Brand geraten. Mehrere Wohnhäuser und eine Gartenanlage wurden vorübergehend evakuiert. Betroffen waren laut Polizei 35 Menschen. Der Rauch zog auch in das circa 100 Meter entferntliegende Klnikum. Etwa 100 Feuerwehrleute waren mit den Löscharbeiten beschäftigt. Neben der Jenaer Berufsfeuerwehr kamen auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Jena, Stadtroda, Kahla und Schöngleina zum Einsatz. Etwa drei Stunden dauerte es, bis der Brand unter Kontrolle gebracht war. Aktuell laufen die Nachlöscharbeiten. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt zur Brandursache.

Der Vergleich: Erfurt und Umland im Sommer 2017 und 2018

Hitze und Trockenheit Erfurt aus der Luft

Die Satellitenbilder zeigen Erfurt im August 2017 und Ende Juli 2018. Die trockenere Umgebung in diesem Jahr ist deutlich zu erkennen.

Die Aufnahme des Satelliten Sentinel 2 zeigt das Umland um Erfurt
Die Aufnahme des Satelliten Sentinel 2 zeigt das Umland um Erfurt am 15. August 2017. Bildrechte: Copernicus Sentinel/ESA/dpa
Die Aufnahme des Satelliten Sentinel 2 zeigt das Umland um Erfurt
Die Aufnahme des Satelliten Sentinel 2 zeigt das Umland um Erfurt am 15. August 2017. Bildrechte: Copernicus Sentinel/ESA/dpa
Die Aufnahme des Satelliten Sentinel 2 zeigt das Umland um Erfurt
Die Aufnahme des Satelliten Sentinel 2 zeigt das Umland um Erfurt am 26. Juli 2018. Bildrechte: Copernicus Sentinel/ESA/dpa
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Feuerwehr darf kostenlos ins Freibad

Alle Feuerwehrleute aus Sondershausen können ab sofort kostenlos die drei Freibäder nutzen. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Damit nimmt die Stadt eine Idee aus Sangerhausen auf. Wie Hauptamtsleiter Stefan Schard mitteilte, sollen die strapazierten Kameraden damit gewürdigt werden. Viele von ihnen hatten bereits jetzt so viele Einsätze, wie sonst in einem ganzen Jahr. Bisher konnten die Mitglieder der Feuerwehren zum halben Eintrittspreis baden. Es ist bereits im Gespräch, dass auch Mitglieder anderer Hilfsorganisationen wie dem DRK oder dem THW mit in das Angebot einbezogen werden.

Hitzeschäden an Straßen

In Thüringen häufen sich die Straßenschäden wegen der Hitze. So hat die Zahl der aufgeweichten Straßen-Abschnitte seit Wochenbeginn zugenommen. Das berichtet die "Thüringische Landeszeitung" und beruft sich dabei auf das Landesamt für Bau und Verkehr. Besonders stark war Mittelthüringen mit allein sieben Abschnitten betroffen. Sie mussten mit Splitt wieder befahrbar gemacht werden. Schäden gab es demnach in Wechmar im Kreis Gotha, in Lehesten im Kreis Saalfeld-Rudolstadt und in Auma im Kreis Greiz. Gesperrt wurden in dieser Woche keine Straßen, aber weil die Hitze anhält müssen die Straßenbauer viele ältere Fahrbahnen häufig kontrollieren. Doch nicht nur alte Straßenbeläge sondern auch die recht neue A71 am Erfurter Kreuz gilt als hitzeanfällig. Wenige Kilometer nördlich musste in der vergangenen Woche die Auffahrt von der B4 bei Gispersleben zur A 71 kurzfristig gesperrt werden.

Dreijährige vorm Ertrinken gerettet

Ein Badegast hat einem dreijährigen Mädchen im Schwimmbad in Kaltennordheim im südlichen Wartburgkreis offenbar das Leben gerettet. Der Mann sah das Kind auf dem Grund des Nichtschwimmerbeckens, holte es heraus und leistete gemeinsam mit anderen Badegästen sowie dem Bademeister Erste Hilfe. Es wird davon ausgegangen, dass die Dreijährige auf einer Rutsche mit dem Hinterkopf auf die Kante geschlagen war. Sie wird durch den Unfall keine bleibenden Schäden davontragen.

2. August | Donnerstag

Feldbrand bei Hollenbach

Aus bisher ungeklärter Ursache geriet am Donnerstagabend bei Hollenbach im Landkreis Unstrut-Hainich ein abgeerntetes Feld in Brand. Auf circa einem Hektar hatte sich das Feuer entzündet. Grund für den Brand könnte, laut Polizei, eine achtlos weggeworfene Zigarette sein.

SPD-Fraktion: Steuererleichterungen für Dürre-betroffene Bauern sollen kommen

Die Thüringer Landesregierung prüft derzeit Steuererleichterungen für existenzbedrohte Landwirte durch die Trockenheit. Das erklärte die agrarpolitische Sprecherin der Thüringer SPD-Landtagsfraktion, Dagmar Becker. Demnach hat Finanzministerin Heike Taubert bereits auf steuerliche Erleichterungen hingewiesen. Zusätzlich prüfe das Finanzministerium gemeinsam mit anderen Bundesländern, den steuerlichen Katastrophen-Erlass um das Ereignis "Dürre" zu erweitern. Der Erlass ermöglicht Betroffenen bestimmte Steuererleichterungen. Weiter hieß es von der SPD, im Gegensatz zu der Bundesministerin wolle man in Thüringen nicht nur punktuelle, sondern Hilfen für alle Landwirte im Freistaat. Zuvor hatte die Thüringer AfD-Landtagsfraktion für die nächste Landtagssitzung eine Aktuelle Stunde zum Dürre-Sommer beantragt. Sie wolle damit die zögerliche Hilfe der Landesregierung für dürregeplagte Bauern thematisieren, hieß es von der AfD-Fraktion.

Juli-Niederschläge bleiben weit hinter Jahresmittel

Thüringen ächzt unter der Hitze und leidet unter der anhaltenden Dürre. Schon seit Wochen scheint es nicht mehr richtig geregnet zu haben. Und tatsächlich lagen die Niederschlagswerte im Juli mancherorts sehr deutlich unter dem langjährigen Mittel.

Polizei befreit überhitzten Hund aus Auto

In Erfurt musste die Polizei einen völlig überhitzten Hund aus einem Auto befreien. Weil das Tier in dem Auto jämmerlich quietschte, hatte eine Frau die Beamten gerufen. Den Angaben zufolge konnte der Hund schnell aus der "Hitzefalle" geholt werden. Der 79-jährige Hundebesitzer habe sich allerdings "wenig verständnisvoll" gezeigt, obwohl das Auto bei der Rettungsaktion nicht beschädigt worden sei.

Drei Großtankerfahrzeuge gegen Waldbrände

Der Landkreis Nordhausen wartet auf drei neue Großtankerfahrzeuge für seine drei Stützpunktfeuerwehren. Ohne diese Feuerwehrfahrzeuge ist der Landkreis noch nicht ausreichend für große Feld- und Waldbrände gerüstet, erklärte Landrat Matthias Jendricke. Die Fahrzeuge wurden zwar schon im vergangenen Jahr bestellt, die Lieferung ziehe sich aber hin.

Ein Feuerwehrauto mit Martinshörnern und eingeschaltetem Blaulicht (Symbolfoto)
Ein Feuerwehrauto mit Blaulicht (Symbolbild) Bildrechte: MDR/André Plaul

Außerdem will die Feuerwehr im Landkreis künftig mehr auf den Einsatz von Drohnen setzen: Statt nur zur Dokumentation von Übungseinsätzen sollen sie bei Waldbränden zur Luftaufklärung eingesetzt werden. "Damit sind wir auch im Falle von Waldbränden in der Lage den Überblick zu behalten, so dass keine Kameraden durch Veränderungen der Feuerausbreitung gefährdet werden", so Jendricke. Die Feuerwehr im Landkreis musste von Mitte Juni bis Ende Juli zu insgesamt 32 Flächenbränden ausrücken. Dabei sei die Feuerwehr nahezu im gesamten Landkreisgebiet im Einsatz gewesen - in manchen Gegenden sogar mehrfach und am selen Tag. Eine solche Extremsituation sei den Feuerwehrleuten kaum in Erinnerung.

Ich danke den hunderten Feuerwehrleuten für ihren aufopferungsvollen Einsatz, der stets einen schlimmeren Ausgang verhindert hat.

Matthias Jendricke Landrat Nordhausen

Dürre legt Teich trocken

Wegen der Hitze Herrenteich in Innenstadt von Suhl ausgetrocknet

Wo sonst Wasser ist, sprießt jetzt schon das grüne Gras. Der Herrenteich in der Suhler Innenstadt ist nach der langen Dürre-Periode komplett ausgetrocknet.

Blick auf den Suhler Herrenteich und den Platz der Einheit. Dahinter die Landespolizeiinspektion (grünes Gebäude) und das künftige Haus der Geschichte (Säulenbau).
Wo sonst Wasser steht.... Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck
Blick auf den Suhler Herrenteich und den Platz der Einheit. Dahinter die Landespolizeiinspektion (grünes Gebäude) und das künftige Haus der Geschichte (Säulenbau).
Wo sonst Wasser steht.... Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck
Blick auf den ausgetrockneten Suhler Herrenteich
...sprießt wegen der schon langanhaltenden Hitze derzeit nur Gras und Unkraut. Bildrechte: MDR/Mirjam Winzer
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Waldbrandgefahr geht zurück

Nach der anhaltenden Hitze kam Donnerstagmorgen in weiten Teilen Thüringens der Regen. In den Wäldern herrscht deshalb keine akute Waldbrandgefahr mehr.

Die Waldbrandgefahrenkarte Thüringen vom 02.08.2018. Nach anhaltender Hitze kam der Regen und im Wald herrschen keine Waldbrandgefahrenstufen 4 oder 5 mehr.
Bildrechte: ThüringenForst

Trinkwasserversorgung gesichert

Besucherrekord in Schmalkalden

Seit der Eröffnung am 12. Mai bis Ende Juli sind 29.035 Badegäste ins Freibad "Näherstille" in Schmalkalden gekommen. Das ist ein Besucherrekord, wie die Stadtverwaltung MDR THÜRINGEN sagte. Im Vergleich zur gesamten Badesaison 2017 sind das schon jetzt 4.000 Badegäste mehr. Im Schnitt besuchen täglich etwa 500 bis 800 Wasserratten das Bad. Wegen des hohen Besucheraufkommens wünscht sich das Freibad weitere Rettungsschwimmer. Wer interessiert ist, solle sich bei der Stadt Schmalkalden melden.

Polizeieinsatz: Mann will nicht aus dem Wasser

Ein uneinsichtiger Badegast hat in Erfurt am Donnerstagmorgen für einen Polizeieinsatz gesorgt. Wegen der Gewitterfront über Erfurt hatte der Schwimmmeister im Nordbad die Badegäste aufgefordert, das Becken zu verlassen. Bis auf einen Badegast seien auch alle der Aufforderung gefolgt, sagte ein Polizeisprecher MDR THÜRINGEN. Der 52-Jährige habe sich so massiv geweigert, dass sich der Schwimmmeister genötigt sah, die Polizei zu rufen. Nach der erneuten Aufforderung diesmal durch die Beamten habe der Mann dann das Wasser verlassen.

Strohballen brennen bei Auleben

Auf einem Feld zwischen Auleben und Hamma im Landkreis Nordhausen haben Donnerstagmorgen fast 500 Strohballen gebrannt. Dort hatte ein Blitz eingeschlagen. Die Feuerwehr konnte die Flammen schnell löschen. Der Schaden wird auf knapp 12.500 Euro geschätzt.

Brennende Strohballen auf einem Feld
Strohballen brennen auf einem Feld bei Auleben. Bildrechte: MDR/ Wichmann TV

Auch die ganz Kleinen schwitzen

Richter ohne Roben

In vielen Gerichtssälen in Nordthüringen wird wegen der großen Hitze derzeit ohne Roben verhandelt. Im Amtsgericht Sonderhausen stehen sogar Wasserflaschen auf den Tischen, sagte Strafrichter Christian Kropp MDR THÜRINGEN. Für eine zusätzliche Abkühlung sorgt seit Wochenbeginn in Sondershausen die hauseigene Verwaltung, die alle Mitarbeiter mit Eis überraschte. Am Amtsgericht Heiligenstadt wird ohne Robe, bei geöffneten Fenstern und Türen verhandelt. In Mühlhausen schwitzten am Dienstag bei drei Verhandlungen alle Prozessbeteiligten zusätzlich. Die Richterin hatte keine sogenannte Marscherleichterung angeordnet. Außerdem ließ warme Luft aus der Klimaanlage die Raumtemperatur auf 31 Grad ansteigen.

Gewitter zieht über Thüringen

Keine Bewässerung von Feldern

Das Bewässern von Feldern bei zu großer Trockenheit ist bei Thüringer Landwirten derzeit kein Thema. Wie das Thüringer Landwirtschaftsministerium auf Anfrage von MDR THÜRINGEN mitteilte, werden in Thüringen von insgesamt 800.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche derzeit nur 2.500 Hektar künstlich bewässert, vor allem im Gemüse- und Obstanbau. Laut Ministerium sind Beregnungsanlagen viel zu teuer und lassen sich mit derzeitigen Marktpreisen nicht wirtschaftlich betreiben. Außerdem seien die früheren Bewässerungsanlagen längst abgebaut. Anders als in Niedersachsen, wo künstliche Beregnung wegen der sehr sandigen Böden sehr verbreitet ist, sei dies in Thüringen mit den heutigen Pflanzenzüchtungen auch nur noch bei extremen Wetterlagen ein Problem.

Jagdhütte brennt ab

Eine Jagdhütte ist bei Fischbach im südlichen Wartburgkreis komplett abgebrannt. Der Notruf ging am Mittwochabend ein. Die Hütte stand mitten in einem Waldgebiet. Laut Polizei verhinderten 47 Feuerehrkameraden aus Empfertshausen, Kaltennordheim, Kaltensundheim, Klings und Fischbach, dass das Feuer auf den Wald übergriff. Verletzt wurde niemand. Der Besitzer der Hütte schätzt den Sachschaden auf etwa 15.000 Euro. Warum es dort brannte, ist noch nicht raus. Experten gehen dem am Donnerstag nach.

1. August | Mittwoch

Die Aussichten für Donnerstag

Schafe und Ziegen dürfen auf Öko-Flächen weiden

Wegen der Dürre dürfen Schafe und Ziegen in Thüringen seit Mittwoch auf Öko-Flächen weiden. Wie ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Erfurt sagte, dürfen die Tiere nun zum Beispiel auf Brachlandflächen fressen. So soll verhindert werden, dass die Betriebe ihre Tiere aus Futtermangel schlachten müssen.

Hitze macht Fischzüchtern zu schaffen

Die Hitzewelle macht zunehmend auch den Fischzuchtbetrieben im Freistaat zu schaffen. Denn wenn sich in den Becken das Wasser erwärmt, geht der Sauerstoffgehalt zurück. Darunter leiden die Fische. Achim Ramm von der obersten Fischereibehörde im Landwirtschaftsministerium sagte MDR THÜRINGEN, dass es ab 24 Grad Wassertemperatur kritisch werde. Die Fischzuchtbetriebe versuchen sich zu helfen, indem sie das Wasser mit Turbinen verwirbeln oder Brunnenwasser aus tieferen Lagen hochpumpen. Dieter Nohr, der eine Forellenzucht in Mellingen im Weimarer Land betreibt, hat in diesem Sommer schon rund 10.000 Fische verloren. Eigentlich holt sich Nohr aus der benachbarten Ilm frisches Wasser. Die ist aber selbst nur noch ein etwas größerer Bach.

Freibäder mit Rekordzahlen

Die heißen Temperaturen sorgen für neue Rekorde in Thüringens Freibädern. In Saalfeld wurden Ende Juli bereits 39.976 Besucher gezählt. Das sind schon jetzt mehr als in der gesamten Saison 2017. Da kamen insgesamt 37.606. Auch in Erfurt hüpfen die Besucher mit Freuden ins kühle Nass. Im Nordbad waren es Stand Ende Juli allein 93.634, im Vorjahr "nur" 60.741. Das Strandbad Stotternheim hat seine Besucherzahlen mit 54.727 Gästen in diesem Jahr im Juli bereits verdoppelt (Juli 2018: 27.070). Auch das Freibad in Möbisburg konnte ein Besucherplus von 50 Prozent verbuchen. Waren es bis Juli 2017 lediglich 8.707 Besucher, so sind es in diesem Jahr bereits 18.057. Das Dreibrunnenbad besuchten bis jetzt 15.725 Freibad-Fans, im vergangenem Jahr waren es 9.945.

Mähdrescher brennt während der Ernte

Auf einer Wiese bei Unterkoskau im Saale-Orla-Kreis hat in der Nacht zu Mittwoch ein Mähdrescher gebrannt. Wie die Polizei mitteilte, mussten Feuerwehren mit acht Fahrzeugen und rund 40 Kameraden ausrücken. Während der Ernte hatte es zuvor einen Schwelbrand an der Maschine gegeben. Die Landwirte löschten selbt und stellten den Mähdrescher auf der Wiese ab. Dort entzündeten sich die Flammen dann erneut. Der Sachschaden liegt bei 35.000 Euro.

Kein akuter Mangel an Blutkonserven

Blutspende
Ein Mann bei der Blutspende. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Thüringen mangelt es aktuell nicht an Blutkonserven. Wie Nico Feldmann vom DRK Blutspendedienst MDR THÜRINGEN sagte, sind zwar in den vergangenen zwei Wochen 15 Prozent weniger Spender gekommen. Das sei aber weder besorgniserregend noch alarmierend, so Feldmann. Während der Ferienzeit, wenn die Grippewelle ausbricht oder auch über Weihnachten, gibt es immer weniger Spender als sonst. "Wir müssen keine Angst haben, dass wir die Krankenhäuser nicht versorgen können", versichert Feldmann.
Susanne Brunne vom Institut für Transfusionsmedizin in Suhl bestätigte gegenüber MDR THÜRINGEN, dass es zwar weniger Blutspenden als sonst in Suhl gebe, man aber nicht von einem dramatischen Mangel an Blutkonserven reden könne. Es spenden zwar weniger Menschen Blut, das sei allerdings auch aus ihrer Sicht völlig normal wegen der Ferienzeit.

Schleichersee in Jena öffnet am Donnerstag wieder

Begrenzte Kanufahrten auf der Werra

Der Wassermangel erschwert das Kanufahren auf der Werra. Mittlerweile plant der zweite Touren-Anbieter, den Betrieb zu Beginn der nächsten Woche einzustellen. Laut Kanu-Verleih Berka/ Werra ist vom niedrigen Wasserpegel besonders die Strecke zwischen Bad Salzungen und Eschwege betroffen. Nur noch auf einer Strecke von knapp sieben Kilometern vom Wehr in Berka/Werra bis Dankmarshausen werden weiterhin Kanufahrten angeboten. Betreiber Uwe Stoll sagte MDR THÜRINGEN, an den anderen Stellen sei es nur noch eine Materialschlacht. Seine neuen Kanus seien schon jetzt extrem zerkratzt. Sie durch das schlammige und steinige Flussbett zu ziehen, mache keinem Gast Spaß.

Krankenkasse schaltet Sonder-Hotline

Aufgrund der starken Sommer-Hitze schaltet die DAK-Gesundheit in Gera am Mittwoch und am Donnerstag eine medizinische Sonder-Hotline: Mehrere Ärzte bieten zwischen 8 und 20 Uhr eine kostenlose telefonische Beratung bei gesundheitlichen Beschwerden durch die hohen Temperaturen an. Laut dem DAK-Service-Zentrum geben die Mediziner zum Beispiel Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes besondere Empfehlungen zum richtigen Umgang mit der Hitze. Eltern von Kleinkindern erhielten ebenso medizinische Ratschläge wie Arbeitnehmer, die im Büro unter den hohen Temperaturen leiden. Mit den Anrufern werde auch besprochen, wann die Betroffenen eine Arztpraxis aufsuchen sollten, so die Krankenkasse.

"Lebende" Biotonnen

Bei der Hitze werden die Biotonnen in Erfurt regelrecht lebendig. Die Maden und Würmer würden sich wie im Zeitraffer vermehren, sagte Stadtwerke-Sprecher Ivo Dierbach MDR THÜRINGEN. Deshalb solle Biomüll am besten in Papier oder in recycelbare Bio-Müll-Tüten gepackt werden. Keineswegs aber dürfe Plastik in der Bio-Tonne landen. Erfurt habe allerdings im Vergleich zu anderen Städten den "Luxus" einer wöchentlichen Entsorgung. In Weimar werden die Biotonnen beispielsweise nur 14-tägig entsorgt. Die Erfurter Haushalte haben insgesamt rund 17.000 Biotonnen. Einmal im Jahr werden sie mit einem Spezialfahrzeug geduscht.

31. Juli | Dienstag

Die Aussichten für Mittwoch

Das war der heiße Dienstag

Spitzenreiter Artern vor Mühlhausen und Weimar

Als Thüringer Spitzenreiter löste beim Deutschen Wetterdienst erst Mühlhausen mit 36,9 Grad Jena ab, das auf 36,5 Grad kam. Am Ende habe Artern mit 38,2 Grad den höchsten Wert geliefert. Deutschlandweit führte Bernburg in Sachsen-Anhalt mit 39,4 Grad, was nur noch 0,9 Grad unter dem absoluten Rekord aus dem fränkischen Kitzingen aus dem Jahr 2015 liegt.
Beim MDR-Wetterstudio führte Weimar, wo das Thermometer am Nachmittag 38,1 Grad anzeigte - die bislang höchste Temperatur dieses Sommers. Artern, Jena und Apolda sowie Katzhütte und Mühlhausen - kamen auf jeweils 37 Grad. Schlusslichter waren Masserberg und die Schmücke mit "nur" 30 Grad.

Wie kommt man in zu warmen Nächten in den Schlaf?

Wir haben mal unsere Facebook-User gefragt - hier sind ihre Antworten und Tipps.

Skitraining in Oberhof

Leistungssportler aus Tschechien haben derzeit in der Skihalle Oberhof ungewöhnlich viele Fans. Der Besucherbalkon ist nach Betreiberangaben voll. Grund dürften aber eher die Temperaturen von minus vier Grad in der Halle sein. Außerhalb herrschte am Dienstagnachmittag im rund 800 Meter hoch gelegenen Oberhof 36 Grad plus.

Grabkerzen in Mühlhausen verboten

Die Stadt Mühlhausen hat wegen der extremen Trockenheit brennende Grabkerzen auf den Friedhöfen verboten. Auch Rauchen ist dort nicht erlaubt. Damit soll vor allem der Neue Friedhof mit seinem vielfältigen Baumbestand geschützt werden. Die Stadt Nordhausen hatte ebenfalls mehrere Areale wie Leimbach, Steigerthal, und Alter Stolberg als besonders brandgefährdet eingestuft. Auch in Erfurt waren Grabkerzen bereits verboten worden.

Waldbrand gelöscht

Mehrere Feuerwehren aus dem Landkreis Hildburghausen haben am Mittag einen Waldbrand bei Schalkau gelöscht. Das Feuer war nur rund 20 Meter von einer Hochspannungstrasse entfernt mitten in einem Waldstück mit rund 20 Meter hohen Fichten ausgebrochen. Gegen 15 Uhr gab die Feuerwehr Entwarnung, nachdem mit Wärmebildkameras bestückte Drohnen das Forststück überflogen hatten.

Wetterdienst warnt

Schwere Gewitter ziehen mit Blitz und Donner über die Oberpfalz.
Dienstag und Mittwoch muss mit Gewittern gerechnet werden. Bildrechte: dpa

Der Deutsche Wetterdienst warnt für Dienstag und Mittwoch vor starker Hitzebelastung. Außerdem sei am Dienstag (mit geringer Wahrscheinlichkeit) zu rechnen mit einzelnen Hitzegewittern mit Starkregen zwischen 15 und 25 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde und Sturmböen bis 85 km/h.
Für Mittwoch rechnen die Meteorologen ab Nachmittag mit Gewitter mit Starkregen bis 25 Liter in einer Stunde sowie örtlich Unwetter mit heftigem Starkregen um 30 Liter in kurzer Zeit und schweren Sturmböen bis 90 km/h und Hagel

Hitzefrei in Stadtverwaltung

Wegen defekter Jalousien bekommen Mitarbeiter der Stadt Weimar im Haus II der Verwaltung ab 14:30 Uhr frei (natürlich nicht ohne spätere Nacharbeit). In den Büros herrschten Temperaturen um 35 Grad. Nur das Bürgerbüro arbeite - mit Notbesatzung - bis 18 Uhr weiter.

Durstiger Dieb

Die andauernde Hitze hat offenbar einen Einbrecher dazu motiviert, in eine Gartenlaube in Sömmerda einzusteigen. Der Täter brach nach Polizeiangaben die Tür der Laube auf und durchwühlte mehrere Schränke, so die Polizei. Gestohlen habe er sechs Flaschen Wasser. Wert der Beute: zwei Euro. Der Versuch des Täters, auch Türen von Nebengebäuden aufzubrechen, sei gescheitert.

Dürregipfel in Berlin

Thüringen ist nach Einschätzung von Agrarministerin Birgit Keller (Linke) weniger als andere Bundesländer betroffen. Kritischer sei die Lage vor allem im Nordosten und in Sachsen-Anhalt, sagte Keller. Allerdings sei die Situation auch in Thüringen regional sehr unterschiedlich. Ein Arbeitsstab von Ministerium, Landwirtschaftsämtern und Landesanstalt für Landwirtschaft soll nun konkrete Daten der Unternehmen zu Ernteausfällen und Tierverlusten einholen.
Finanzministerin Heike Taubert (SPD) verwies auf mögliche steuerliche Erleichterungen für dürregeschädigte Betriebe. Sie könnten unte anderem niedrigere Steuervorauszahlungen bei den zuständigen Finanzämtern beantragen.

So trocknet das Wetter den Boden aus

Die Grafik basiert auf den täglichen Differenzen zwischen Niederschlag und verdunstetem Wasser (wie Niederschlagsmengen in Millimeter). Die Linien zeigen die kumulierten Werte, also jeweils den aktuellen Tageswert zum Vortagesniveau addiert oder - wie meistens - davon abgezogen. Die rote Linie zeigt demnach, dass in Kirchengel im Kyffhäuserkreis dem Boden in 24 Julitagen eine Wassermenge entzogen wurde, die Niederschlägen von 117 Millimetern entspricht. Kleine Ausschläge nach oben wie am 5. Juli in der blauen Linie für Heßberg (Kreis Hildburghausen) zeigen die Wirkung von örtlichen Regenfällen.

Hund vor Hitzetod gerettet

Ein Hund in Not hat die Polizei in Hildburghausen auf den Plan gerufen. Passanten hatten auf einem Supermarktparkplatz einen Hund in einem verschlossenen Auto entdeckt. Das Tier war nach Angaben der Polizei bei brütender Hitze mehr als eine halbe Stunde eingesperrt. Die Polizisten ließen den Fahrzeughalter im Einkaufsmarkt ausrufen, als er sich nicht meldete, schlugen sie die Autoscheibe ein, befreiten das Tier und gaben ihm Wasser. Erst dann kam der Hundehalter zurück und zeigte sich ungehalten über die Rettungsaktion.

Heißester Tag des Jahres wird erwartet

Thüringen wappnet sich für den heißesten Tag des Jahres. Laut dem MDR-Wetterstudio werden vor allem im Weimarer Land Spitzenwerte bis 38.1 Grad erwartet. Nach Anhaben des Deutschen Wetterdienstes können es in der Mitte und im Osten Deutschlands bis zu 39 Grad werden. Bereits Montag wurden in Thüringen die bisher höchsten Temperaturen des Jahres gemessen. Nach Angaben des MDR-Wetterstudios wurde der Spitzenwert in Rudolstadt mit 36,2 Grad festgestellt, gefolgt von Weimar mit 35,8 Grad. Insgesamt ist der Juli schon jetzt der fünftwärmste seit 1881, als mit den regelmäßigen Wetteraufzeichnungen begonnen wurde. Für Mittwoch versprechen die Meteorologen zumindest kurz Erfrischung, wenn auch nur von oben. An den Temperaturen ändert sich in den kommenden Tagen nichts.

Angelverbot in Erfurt

Ein Angelverbot soll Fischen in Erfurter Gewässern über die Hitzeperiode helfen. Das vom Landesanglerverband Thüringer verhängte Verbot gilt für die Gera, den Flutgraben und die innerstädtischen Arme Bergstrom, Walkstrom, Breitstrom und schmale Gera, schreibt die "Thüringer Allgemeine". Der geringe Wasserstand wegen der hohen Temperaturen setze den Fischbeständen zu, teilt der Anglerverband mit. Die Tiere sollen in ihren wenigen Rückzugsorten nicht durch Angler in zusätzlichen Stress versetzt werden. An den Strecken, zu denen auch die Gera in der Gemarkung Arnstadt gehört, haben Angler entsprechende Hinweise angebracht.

Strohballen brennen

Bei Sonneborn im Landkreis Gotha sind Montagnacht Strohballen in Brand geraten. Laut Polizei brach das Feuer gegen auf einer Fläche von 20 mal 20 Metern aus und konnte nicht gelöscht werden. Die Feuerwehr könne es nur noch kontrolliert abbrennen lassen, so die Polizei. Das werde etwa drei Tage dauern. Die Freiwillige Feuerwehr müsse so lange Brandwache halten. Der Schaden wird auf 10.000 Euro geschätzt.

30. Juli | Montag

Temperaturrekorde am Wochenbeginn erwartet

Mit dem momentan aus Südwesten eintreffenden Hoch steigen auch die Temperaturen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Am Montag steigen die Temperaturen auf bis zu 36 Grad und am Dienstag auf bis zu 38 Grad. Damit könnten ortsweise die bisherigen Spitzenwerte in diesem Gebiet überschritten werden, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig. Vereinzelt könne es heute und morgen zu Hitzegewittern kommen. Von Mittwochnachmittag an werde eine Kaltfront aus westlicher Richtung erwartet, die sich in Form von Starkregen und Sturmböen äußern könne und die Temperaturen etwas sinken lasse.

Seerosenteich bei Kranichfeld ausgetrocknet

Das sind Folgen der Hitze und Trockenheit: Ansonsten ein idyllisches Fleckchen, ist der Seerosenteich bei Kranichfeld (Weimarer Land) komplett ausgetrocknet. Hier findet sich keinerlei sichtbares Leben mehr. In einer Rettungsaktion fischte ein Mitglied des Anglervereins etwa 200 Karpfen ab. Der Teich steht unter Naturschutz und dient Fröschen und Lurchen als Laichplatz. Die Fische gelangen in den Teich über eine Verbindung zum Stausee Hohenfelden.

Das Wetter für Montag

29. Juli | Sonntag

Es bleibt heiß

Nach dem Unwetter kehrt das hochsommerliche Wetter zurück. Laut Deutschem Wetterdienst macht sich der Hochdruckeinfluss wieder breit. Die Sonne kann erneut kräftig einheizen und die Temperaturen wieder auf Werte um 30 Grad treiben. Am Montag würden teilweise wieder Temperaturen um die 35 Grad erreicht. Dazu werde es schwül.

Bilanz: Schäden und Verletzte nach Unwetter

Abkühlung, ja gerne! Aber die schweren Gewitter am Samstag hatten auch ernstere Folgen. So kam es in Thüringen zu Überschwemmungen und Zugausfällen. Am Schleichersee in Jena stürzte ein Baum auf eine Familie und verletzte die Mutter schwer. In Nöda im Kreis Sömmerda schlug ein Blitz in ein Reihenhaus ein und verursachte einen Dachstuhlbrand.

Das Wetter für Sonntag

28. Juli | Samstag

Artern heißester Ort in Thüringen

Mit 35,1 Grad Celcius ist Artern im Kyffhäuserkreis am Samstag der wärmste Ort in Thüringen gewesen. Das teilte der Deutsche Wetterdienst mit. In den vergangenen Tagen wurde der Spitzenwert in einigen Regionen mit über 37 Grad erreicht.

Waldbrand an der Hohen Schrecke

Im Kyffhäuserkreis ist ein Feld und ein Waldstück auf einem ehemaligen Militärgelände in Brand geraten. Der Brand war am Samstagvormittag auf einem abgeernteten Feld zwischen Wiehe und Garnbach ausgebrochen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der Wind trieb die Flammen in das Waldgebiet an der Hohen Schrecke. Dort wurden etwa zwei Hektar Unterholz durch das Feuer vernichtet. Um das Feuer zu löschen waren 120 Feuerwehrleute im Einsatz. Unterstützt wurden sie von der Polizei, die mit einem Hubschrauber vor Ort waren. Als Brandursache vermutet die Polizei einen technischen Defekt an einem Mähdrescher, der auf dem Feld im Einsatz war.

Gewitter für Thüringen angekündigt

Der Deutsche Wetterdienst verspricht Abkühlung. In weiten Teilen Thüringens sind für Samstagnachmittag starke Gewitter angesagt.

Legende

Keine Warnungen Vorabinformation Unwetter Wetterwarnungen (Stufe 1) Warnungen vor markantem Wetter (Stufe 2) Unwetterwarnungen (Stufe 3) Warnungen vor extremem Unwetter (Stufe 4) Hitzewarnung UV-Warnung

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert laufend über die Warnsituation in Deutschland. Regionale Warnungen werden sehr kurzfristig herausgegeben, um möglichst genau sein zu können. Wenn Sie einen Punkt auf der Karte auswählen, werden Ihnen die entsprechenden Warnungen angezeigt.

Ein Ventilator für die Bratwurstbraterin

Bratwurst
Am Rost wird es noch heißer. Bildrechte: Colourbox.de

Ächzen und Stöhnen angesichts der Hitze sind dieser Tage fast überall zu hören. Mit Temperaturen bis zu 34 Grad hat der Sommer den Thüringern gut eingeheizt. Um die Arbeit an heißen Plätzen erträglicher zu machen, lassen sich Angestellte und Chefs Tricks einfallen.

"Unter dem Rost steht ein Mini-Ventilator, der kühlt zumindest die Beine", erklärt etwa die Erfurter Bratwurstbraterin Christine Fiks. Kunden würden ihre heiße Arbeit gerade im Sommer schätzen. "Einmal hat ein Kunde mir auch einen Handventilator geschenkt." Auch in den kommenden Tagen ist in Thüringen laut Deutschem Wetterdienst mit Temperaturen von über 30 Grad zu rechnen.

Bad Langensalza: Hitze macht Nationalpark zu schaffen

Die lang anhaltende Hitze und Trockenheit macht auch dem Nationalpark Hainich immer mehr zu schaffen. Ranger haben ihre Kontrollen deutlich verstärkt und die öffentlichen Grillplätze dürfen nicht mehr benutzt werden. Wie Ranger Gerd Baumbach sagte, darf kein Feuer zum Grillen entzündet werden. Auch gelte im gesamten Nationalpark ein Rauchverbot. Im Gebiet des Nationalparkes gilt derzeit die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe vier. Auch an den Bäumen hat die Trockenheit deutliche Spuren hinterlassen. Viele Laubbäume, unter anderem Linden, Eichen und Buchen, haben ihre Blätter bereits verfärbt oder verloren. Das lässt sich auch deutlich am Baumkronenpfad erkennen. Dort gibt es aber keine veränderten Öffnungszeiten.

So wird das Wetter am Samstag:

27. Juli | Freitag

Waldbrandgefahr steigt weiter

Nach dem Großbrand an der A9 sind auch Förster und Feuerwehrleute in Thüringen in Hab-Acht-Stellung. Denn Brandmeldesensoren wie beispielsweise in Brandenburg gibt es nicht. Sicht-Kontrollen per Fernglas müssen reichen.

Endlich Abkühlung! In Teilen Thüringens regnet es

Am Abend zogen dann doch in Teilen Mittel- und Ostthüringens Regenwolken auf und sorgten für die langersehnte Abkühlung - wie hier in Erfurt:

Regenbogen und Regenwolken über Erfurt
Bildrechte: MDR/Mayte Müller

Isolator an Hochspannungsleitung explodiert

Die anhaltende Hitze hat den Feuerwehren in Thüringen wieder Einsätze beschert. In Hildburghausen überhitzte ein Isolator an einer Hochspannungsleitung und explodierte. Die Funken entfachten laut Polizeiangaben von Freitag eine von der Hitze ausgetrocknete Wiese. Bei dem Einsatz am Donnerstag löschten die Feuerwehrleute nicht nur den Brand, sondern bewässerten vorbeugend weitere Teile des Felds. Auch in Gera entzündete sich aus bisher ungeklärter Ursache am Donnerstagabend ein Feld. Gleich zehn Feuerwehren mussten ebenfalls am Donnerstag ausrücken, um 15 Hektar eines Feldes zu löschen, das nahe Bad Lobenstein (Saale-Orla-Kreis) bei Erntearbeiten in Brand geraten war. Seit Tagen warnen Polizei und Feuerwehren vor leichtsinnigem Verhalten, da die anhaltende Hitze Wälder und Felder austrocknet. Wer etwa dabei erwischt wird, glimmende Zigarettenkippen achtlos wegzuwerfen, kann laut Polizei mit einer Anzeige wegen Herbeiführens einer Brandgefahr rechnen. Dabei könne eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren droht.

Flusspegel sinken weiter

Die Wasserstände in Thüringer Flüssen und Bächen sinken weiter. Die Niedrigwassersituation habe sich in dieser Woche nochmals verschärft, teilte die Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Jena am Freitag auf ihrer Internetseite mit. Die Behörde sprach von einem relativ markanten Rückgang im Vergleich zu Wochenbeginn. Die TLUG hatte den Wasserdurchfluss an 28 Pegeln unter anderem an Saale, Weißer Elster, Schwarza, Gera und Leine mit Einzugsgebieten zwischen 12 und 4.000 Quadratkilometern gemessen. Der Durchschnittswert für Juli wird demnach an jedem dieser Pegel unterschritten. Komplett trocken sei allerdings bislang keiner der beobachteten Flussläufe.

Prognose sieht 20 Prozent Ernteverlust beim Getreide

Getreide auf einem Feld
20 Prozent Ernteeinbußen bei Getreide sagt das Thüringer Landesamt für Statistik voraus (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Wegen der Dürre ernten die Bauern in Thüringen nach einer neuen Prognose gut 20 Prozent weniger Getreide. Erwartet würden knapp 2,1 Millionen Tonnen Getreide, teilte das Statistische Landesamt am Freitag in Erfurt mit. Das sei trotz einer vergrößerten Anbaufläche ein Fünftel oder 500.000 Tonnen weniger als im Jahr 2017 ebenso wie im langjährigen Durchschnitt.

Bis Juli vier Badetote in Thüringen

Beim Baden sind in Thüringen in den ersten sieben Monaten diesen Jahres vier Menschen ums Leben gekommen. Das geht aus einer Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vom Freitag hervor. Der frühe Sommer hat demnach in Deutschland zu einem Anstieg der tödlichen Badeunfälle geführt. Bis zum Stichtag 20. Juli ertranken insgesamt 279 Menschen, 37 mehr als im Vorjahreszeitraum. In Thüringen waren es zwei Badetote mehr.
Die meisten Menschen starben an ungesicherten Badestellen im Binnenland, sagte Pressesprecher Achim Wiese. Wie im Vorjahr ertranken auch in diesem Jahr die meisten Menschen, nämlich 45, im Flächenland Bayern. Im Stadtstaat Bremen waren es dagegen nur drei.

Parkverbot an Wald und Wiesen rund um Creuzburg im Wartburgkreis

Das Thüringer Forstamt Hainich-Werratal in Creuzburg im Wartburgkreis hat die Waldbrandgefahrenstufe 4 ausgerufen. Wie Forstamtsleiter Dirk Fritzlar sagte, dürfen ab sofort keine Fahrzeuge am Waldrand, an Wegrändern, Wiesen oder anderen Plätzen abgestellt werden. Die Vegetation könne in Brand geraten. Bisher ausgewiesene Feuerstellen und Grillplätze für Wanderer sind gesperrt. Auch ein Rauchverbot gilt. Auch im Südharz, im Kyffhäuser und im Eichsfeld gilt Gefahrenstufe 4.

15 Hektar Weizenfeld in Brand

Ein Feldbrand bei Lichtenbrunn
15 Hektar Weizen standen in Flammen. Zehn Feuerwehren und Erntehelfer konnten den Brand bei Bad Lobesntein löschen. Bildrechte: Landespolizeiinspektion Saalfeld

Zehn Feuerwehren haben einen Feldbrand bei Bad Lobenstein im Saale-Orla-Kreis gelöscht. Bei Erntearbeiten am Donnerstagnachmittag war das Weizenfeld in Brand geraten, wie die Polizei in Saalfeld am Freitag mitteilte. Rund 15 Hektar standen in Flammen. Die Feuerwehren und die Mitarbeiter des betroffenen Agrarbetriebs konnten den Brand innerhalb einer Stunde löschen. Verletzt wurde niemand. Der Schaden wird auf rund 5000 Euro geschätzt.

26. Juli | Donnerstag

Kaum Hitzeschäden in Erfurt

Auf den Straßen der Landeshauptstadt Erfurt gibt es bisher noch keine Hitzeschäden. Lediglich in der Bahnhofstraße vor dem Tunnel hätten sich durch die Hitze zwei Gehwegplatten gehoben, sagte eine Stadtsprecherin. Die Straßenmeister würden derzeit in engerem Takt die Straßen auf Schäden kontrollieren.

Besucher suchen Abkühlung in der Barbarossahöhle

Der steinerne Tisch und Stuhl von Kaiser Friedrich I. Barbarossa in der Barbarossahöhle.
Barbarossahöhle Bildrechte: dpa

Die Hitze beschert der Barbarossahöhle im Kyffhäuserkreis mehr Besucher. Seit Tagen herrsche ein regelrechter Ansturm, sagte Leiterin Anke Schreyer. Täglich kämen bis zu 500 Besucher in die 13.000 Quadratmeter große Gips-Anhydrit-Höhle mit unterirdischen Gewölben und Hohlräumen. Das sei erstaunlich, sonst habe Hitze die Leute eher von einem Besuch abgehalten, so Schreyer. In der Höhle sollten Besucher nicht in kurzen Hosen und ärmellosen Shirts zur Führung erscheinen - ansonsten droht eine Erkältung. Zur Not seien aber auch Jacken für Kinder da, sagte die Barbarossahöhlen-Chefin.

Trinkwasserquellen drohen auszutrocknen

In der Region Lobensteiner Oberland drohen aufgrund der hohen Temperaturen die beiden Trinkwasserquellen auszutrocknen. Der Zweckverband Wasser und Abwasser Lobensteiner Oberland wird deshalb in den nächsten Tagen auf Trinkwasser aus dem Hochbehälter Birkenhügel zurückgreifen, so der Zweckverbands-Geschäftsführer Sten Meusel. Dies sei allerdings härter als das bisherige Quellwasser. Ansonsten werde wird sich für die rund 800 Einwohner nichts ändern, so Sten Meusel.

Bauern fordern finanzielle Unterstützung

Ungewöhnliches Diebesgut

Was sie wohl damit jetzt vorhaben? In Unterwellenborn im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt haben Diebe eine eher ungewöhnliche Beute gemacht. Sie waren in ein Grundstück eingebrochen und hatten aus einem Schuppen einen Schlitten mitgenommen, so die Polizei. Sonst wurde nichts gestohlen.

Krankenkasse richtet Hitze-Hotline ein

Wegen der andauernden Hitze hat die Barmer Krankenkasse eine Hotline eingerichtet. Von 9 bis 21 Uhr informieren Ärzte des Barmer-Teledoktors zu allen die Hitze betreffenden medizinischen Themen. Die Rufnumer 0800/ 84 84 111 ist kostenlos und für alle Interessierten bis zum 2. August erreichbar.

Getränkeindustrie boomt weiterhin

Waldbrandgefahr auch in Ostthüringen extrem hoch

Die Waldbrandgefahr ist in Ostthüringen weiterhin extrem hoch. In fast allen Forstamtsbereichen gilt die Warnstufe vier. Es kann vorkommen, dass die zuständigen Forstämter Teile des Waldes für die Öffentlichkeit sperren, um Brände zu vermeiden.

Nur leichter Anstieg der Patientenzahlen in Notaufnahmen

Krankenwagen vor einer Notaufnahme
Bisher verzeichnen die Notaufnahmen nicht mehr Patienten wegen der anhaltenden Hitze. Bildrechte: dpa

Trotz der Hitzewelle verzeichnen die Notaufnahmen Thüringer Kliniken nur einen leichten Anstieg der Patientenzahlen. Das hat eine Umfrage von MDR THÜRINGEN bei den drei größten Kliniken im Freistaat ergeben. In Erfurt wurden diese Woche bis jetzt ein Kleinkind, ein Tourist und zwei Bauarbeiter wegen der heißen Temperaturen behandelt. Kaum anders als an kühleren Tagen. Gründe sehen die Notfallmediziner vor allem darin, dass sich die Thüringer an die steigenden Temperaturen seit Wochen gewöhnt haben und dass die umfangreiche Aufklärung der vergangenen Jahre Erfolge zeigt.
In der Zentralen Notaufnahme des Uniklinikums Jena wurde allerdings deutlich, dass Wasser allein nicht ausreicht. Einigen Patienten fehlte einfach Salz, kommentierte Chef Lars Kummer. Sie waren plötzlich umgefallen und hatten sich Kopfverletzungen zugezogen. Andere Patienten kamen mit Schwindel oder Schlappheit. Die Ärzte empfehlen daher nicht nur Mineralwasser zu trinken, sondern auch salzhaltige Speisen und Getränke zu sich zu nehmen.

Mehr Wasser für Greizer Schlosspark

Im historischen Schlosspark in Greiz wird zurzeit ein erhöhter Pflegeaufwand betrieben. Die großen Rasenflächen werden täglich in den Vor- und Nachmittagsstunden beregnet, sagte Pia Büttner vom Sommerpalais Greiz MDR THÜRINGEN. Trotzdem werden Spaziergänger gebeten, im 43 Hektar großen Schlosspark nicht zu rauchen, da die Brandgefahr derzeit zu hoch sei.

25. Juli | Mittwoch

Mähdrescher brennt ab

Auf einem Feld in der Nähe des Vachaer Ortsteils Oberzella im Wartburgkreis ist am Mittwochabend eine Erntemaschine in Flammen aufgegangen. Nach Angaben der Polizei brannte der Mähdrescher komplett nieder. Der Schaden beläuft sich auf rund 500.000 Euro. Etwa 40 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Thüringen schwitzt... bei 34 Grad

Und hier die Thüringer Rekordorte des heutigen Tages (Quelle: MDR Wetterstudio):
Jena: 34°
Apolda: 34°
Weimar: 34°
Dachwig: 34°
Mühlhausen: 34°
Neustadt/Harz: 34°
Weberstedt: 34°

Heiligenstadt bittet Bürger um Hilfe beim Bewässern

Die Stadt Heiligenstadt kommt mit dem Bewässern der städtischen Pflanzen nicht mehr hinterher. Die Verwaltung bat jetzt die Einwohner um Hilfe. Sie sollen morgens und abends Blumen, Sträucher und Bäume vor ihren Haustüren gießen. Die Mitarbeiter des Bauhofes schaffen es nicht, die Pflanzen vor dem Vertrocknen zu bewahren. Mittlerweile seien auch alte Bäume gefährdet, da der Boden bis in tiefe Schichten ausgedörrt sei, hieß es. Auch andere Kommunen in Thüringen hatten ihre Einwohner aufgefordert, beim Gießen zu helfen.

Schöps und Altenfeld haben wieder Trinkwasser

Nach dem Bruch einer Trinkwasser-Hauptleitung bekommen 375 Haushalte der umliegenden Orte Schöps und Altendorf jetzt Wasser über eine Notwasserleitung aus dem Nachbarort Jägersdorf. Die B88 bei Jena bleibt wegen des Bruchs allerdings länger gesperrt, da sich der Straßenbelag im Bereich Rothenstein gehoben hat.

Besucheransturm im Freibad

Das Freibad in Gerstungen erlebt einen regelrechten Besucheransturm. Schwimmmeister Stefan Rudloff konnte allein am Montag gleich zu Beginn der Hundstage 700 Gäste begrüßen. Insgesamt haben bislang rund 10.000 Badegäste das Freibad mit seinem 50 x 25 Meter Schwimm- und Kinderbecken besucht. In der gesamten Saison 2017 waren es rund 8.000 Besucher. Das Freibad Gerstungen hatte 2010 beim großen MDR-Triathlon eine große Edelstahl-Breitwellenrutsche gewonnen.

Hitze beschert Getränkeherstellern Umsatzplus

Akute Waldbrandstufe in halb Thüringen

Bewohner von Schöps und Altendorf weiter ohne Trinkwasser

Nach dem Bruch einer Trinkwasser-Hauptleitung an der B88 im Saale-Holzland-Kreis sitzen Anwohner in Schöps und Altendorf immer noch auf dem Trockenen. Wie es vom Havarie-Dienst des Zweckverbandes JenaWasser hieß, konnte das Leck noch nicht geschlossen werden. Die Haushalte würden weiter mit Wasserwagen versorgt. Dienstagnachmittag war die Hauptleitung unter der Bundesstraße gebrochen. Der Bereich ist derzeit noch gesperrt, weil sich auch der Straßenbelag gehoben hat. Den Angaben nach soll die Reparatur Mittwoch andauern.

Erste tropische Nacht in Nord- und Südthüringen

Nord- und Teile von Südthüringen haben die erste tropische Nacht des Jahres erlebt. Wie das MDR Wetterstudio mitteilte, lag die Temperatur in der Region um den Inselsberg bei 20,2 Grad. Auch in Leinefelde, Nordhausen und Artern fiel die Quecksilbersäule nicht unter 20 Grad. In den nächsten Tagen werden Temperaturen bis 35 Grad erwartet. Erst wenn das Thermometer zwischen 22 Uhr und sechs Uhr nicht unter 20 Grad anzeigt, spricht man von einer tropischen Nacht.

"Baumbabys" in Forstschule gefährdet

Wegen der anhaltenden Trockenheit sind die heranwachsenden Bäume der Thüringer Forstbaumschule in Breitenworbis im Eichsfeld stark gefährdet. Wie Leiter Elger Kohlstedt MDR THÜRINGEN sagte, werden derzeit die rund 500.000 Sämlinge zweimal täglich gegossen. Sonst reicht eine Wassergabe am Tag für die wenige Monate alten "Baumbabys" aus.

Die Setzlinge, die zwei und drei Jahre alt sind, können dagegen nicht mehr gegossen werden, da der Wasserpegel der Wipper fällt. Aus dem Fluss wird das Gießwasser für die Forstbaumschule entnommen. Kohlstedt befürchtet, dass es beim Baumnachwuchs große Ausfälle geben wird, wenn aus der Wipper kein Wasser mehr entnommen werden kann. In der einzigen landeseigenen Forstbaumschule Thüringens werden über 2,5 Millionen Baumpflanzen aufgezogen.

24. Juli | Dienstag

Viel zu wenig Wasser in Thüringer Flüssen

Die extreme Trockenheit lässt derzeit die Pegelstände vieler Thüringer Flüsse bedenklich sinken. 14 von 28 beobachteten Flüssen führen markantes Niedrigwasser. Die Situation sei überdurchschnittlich trocken, sagte Ralf Haupt von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Jena. Mehr im THÜRINGEN JOURNAL-Beitrag:

Zwei Dörfer ohne Trinkwasser

Die Gemeinden Schöps und Altendorf im Saale-Holzland-Kreis haben derzeit kein Trinkwasser. Wie der Zweckverband JenaWasser mitteilte, ist am Dienstag unter der B88 eine Hauptversorgungsleitung gebrochen. Seit etwa 17 Uhr komme kein Wasser mehr aus dem Hahn. Die Haushalte würden mit Wasserwagen versorgt. Auch der Straßenverkehr ist betroffen. Durch den Rohrbruch hat sich der Belag angehoben. Die B88 ist deshalb zwischen Rothenstein und Schöps gesperrt. Während die Wasser-Kunden noch in der Nacht wieder ans Trinkwassernetz angeschlossen sein sollen, dauert die Reparatur der Straße wohl auch am Mittwoch noch an.

Böschungsbrand an A9 greift auf Wald über

Saale-Orla-Kreis Feuerwehr kämpft bei Schleiz gegen die Flammen

An der A9 zwischen Dittersdorf und Schleiz haben mehrere Böschungsbrände am Dienstagnachmittag den Verkehr behindert. Auf einer Strecke von drei Kilometern brachen drei Brände aus. Einer griff auf einen Wald über.

Feuerwehr löscht in einem Wald nahe der Autobahn
Die Autobahn 9 nahe Schleiz: Nach Angaben der dortigen Feuerwehr waren auf einer Strecke von drei Kilometern drei Brände ausgebrochen. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehr löscht in einem Wald nahe der Autobahn
Die Autobahn 9 nahe Schleiz: Nach Angaben der dortigen Feuerwehr waren auf einer Strecke von drei Kilometern drei Brände ausgebrochen. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehr löscht in einem Wald nahe der Autobahn
Ein Böschungsbrand mit einer Ausdehnung von etwa 200 Metern griff auf einen Wald über. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehr löscht in einem Wald nahe der Autobahn
Ein Landwirt unterstützte die Löscharbeiten, indem er Wasser zur Verfügung stellte. Dadurch habe die Feuerwehr die Brände unter Kontrolle gebracht. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehr löscht in einem Wald nahe der Autobahn
Die Feuerwehrautos mussten über die Autobahn zum Brandort vordringen. Dadurch musste die Fahrbahn in Richtung München immer wieder kurzzeitig gesperrt werden. Bildrechte: MDR/News5
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Deutscher Wetterdienst warnt vor starker Hitze in Nordthüringen

In Nordthüringen warnt der Deutsche Wetterdienst am Nachmittag vor starker Hitze. Die Warnung soll vorerst bis Mittwochabend andauern. Nordhausen meldete um 15 Uhr 31 Grad.

DWD - Hitzewarnungen in Thüringen vom 24.07.2018
Bildrechte: Deutscher Wetterdienst (DWD)

Waldbrandgefahr steigt

Die Waldbrandgefahr hat in Thüringen wieder zugenommen. Nach Angaben von Thüringenforst gilt in weiten Teilen des Landes wieder die mittlere Gefahrenstufe 3, in Teilen von Nord- und Südthüringen sogar die Warnstufe 4. Die Nordthüringer Wälder tragen an vielen Stellen bereits Herbstlaub. Wegen des Wassermangels und der anhaltenden Hitze hätten vor allem Laubbäume zunehmend braune Blätter, sagte der Bleicheröder Forstamtsleiter Knut Apel. Wenn die Trockenheit anhalte, seien zahlreiche Bäume vor allem an Südhängen zum Sterben verdammt. Das betrifft unter anderem Buche, Eiche und Ahorn.

Feuerwehr hilft in Bad Langensalza beim Gießen

Die Feuerwehr in Bad Langensalza unterstützt die Mitarbeiter des Gartenamtes beim Gießen. Ein Löschfahrzeug mit 4.500 Litern Wasser ist täglich unterwegs. Wie Amtsleiter Ingo Günther MDR THÜRINGEN sagte, würden viele junge Bäume ohne zusätzliches Wasser eingehen. Allein in diesem Jahr wurden 52 Bäume gepflanzt, die von Einwohnern gespendet worden waren. Es helfen aber auch viele Bad Langensalzaer selbst beim Gießen von Bäumen und Blumenkübeln mit.

Ein Feuerwehrmann wässert einen Baum
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Hitze sorgt dafür, dass die Bäume in vielen Städten Thüringens langsam verdursten. Bad Langensalza hat daher die Feuerwehr um Hilfe gebeten...

MDR THÜRINGEN Di 24.07.2018 19:00Uhr 00:44 min

https://www.mdr.de/thueringen/nord-thueringen/unstrut-hainich/video-215592.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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23. Juli | Montag

Bauern müssen Tierbestände reduzieren

mickrige Maispflanze
Die Maispflanzen bilden nur kleine Kolben, enthalten weniger Energie für Milchkühe. Bildrechte: MDR/Natalie Helka

Wegen der lang anhaltenden Trockenheit müssen die Landwirte in Thüringen möglicherweise ihre Tierbestände reduzieren. Eine Sprecherin des Thüringer Bauernverbandes sagte, weil die Niederschläge fehlten, werde auch das Angebot an Futterpflanzen knapp. Nicht alle Betriebe könnten es sich aber leisten, Futter zuzukaufen. Einige Betriebe müssten einen Teil ihrer Tiere - darunter vor allem Milchkühe - abgeben. Die Rinder gehen dann in die Schlachtung.

Laut Bauerverband können die Landwirte normalerweise dreimal pro Jahr Futterpflanzen von den Feldern und Wiesen holen. In diesem Jahr sei nur der erste Schnitt gut gewesen. Danach habe die Trockenheit das Nachwachsen verhindert. Sorgen bereitet auch der Mais. Die Maispflanzen bilden nur kleine Kolben aus und enthalten dadurch auch nur wenig Energie. Milchkühe zum Beispiel bekommen unter anderem Maiskolben zu fressen. Der Mangel an Futterpflanzen wird zudem dazu führen, dass weniger Futter als Silage eingelagert werden kann. Damit fehlen für das kommende Jahr die Reserven.

Bauhof in Schmölln nur noch zum Bewässern unterwegs

Der Bauhof der Stadt Schmölln wird in den nächsten Tagen vorrangig zum Bewässern der Pflanzen im öffentlichen Raum im Einsatz sein. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, sollen so mögliche Folgeschäden der Hitze und Trockenheit an Bäumen und Sträuchern verhindert werden. Die Schmöllner werden gebeten, Bäume vor ihren eigenen Grundstücken selbst zu wässern. Denn die Wasserversorgung stelle dabei den Bauhof vor eine zeitintensive Aufgabe, so Bürgermeister Sven Schrade.

Aushärten der A38 könnte länger dauern

Hund stirbt in heißem Auto

Eine Englische Bulldogge hat in einem in Sonneberg geparkten Auto einen qualvollen Hitzetod erlitten. Wie die Polizei am Montag erst bekannt gab, war das Tier am Freitagabend stundenlang in dem Wagen vor einem Einkaufsmarkt in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße eingesperrt. Die Schwester des Hundebesitzers sollte auf den Hund aufpassen und ließ ihn im Auto bei 30 Grad Außentemperatur zurück. Gegen sie wird nun wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

Hundstage beginnen

Umgangssprachlich werden die heißen Tage im Sommer als Hundstage bezeichnet. Sie beginnen am 23. Juli und enden einen Monat später, am 23. August. Dieses Jahr hat sich mit Hoch "Helmut" zum Start der Hundstage eine ausgewachsene Hitzeperiode angekündigt. Der Name bezieht sich allerdings nicht auf das beliebte Haustier, sondern leitet sich vom Sternbild "Großer Hund" mit dem Hauptstern Sirus ab. Welche Folgen, positive wie negative, die Hitzewelle für Mensch,Tier und Natur in Thüringen hat, erfahren Sie aktuell in unserem Ticker.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 05. August 2018 | 19:00 Uhr

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