Corona in Thüringen Ticker vom 14. Mai: Kita-Regelbetrieb erst mit Impfstoff oder Ende der Pandemie

Eine Rückkehr zum vollständigen Regelbetrieb in Thüringer Kindergärten soll es vorläufig nicht geben. Das Land setzt in Greiz und Sonneberg schärfere Regeln durch. Die Entwicklungen im Corona-Ticker.

Ein kleines Kind wird in einem Kindergarten von einer Kindergärtnerin an der Hand geführt.
Das Land Thüringen überlasst den Kommunen, wann sie den Regelbetrieb in den Kindergärten wieder starten. (Symbolfoto) Bildrechte: imago images / fotokombinat

So geht es weiter | Ticker vom 15. Mai

21:45 Uhr | Ticker-Ende

In Thüringen sind am Donnerstag zwei weitere Menschen mit Corona-Infektion gestorben. Die neuen Todesfälle kommen aus Gera und dem Unstrut-Hainich-Kreis. Damit steigt die Zahl der Toten in Thüringen auf 137.

Insgesamt sind jetzt 2.695 Thüringer positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das sind 17 mehr als am Mittwoch. Bei 686 Menschen ist das Virus noch aktiv. Das sind 24 weniger als am Mittwoch und 324 weniger als vor 14 Tagen.

In den Kreisen Greiz und Sonneberg liegt die Zahl der Neuinfektionen weiter über der von Bund und Ländern festgelegten Obergrenze von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. In beiden Kreisen schritt am Donnerstag das Land ein und wies an, dass gastronomische Einrichtungen im Innenbereich bis einschließlich 28. Mai keine Gäste empfangen dürfen. Im Außenbereich ist dies aber möglich.

Im restlichen Thüringen dürfen Gaststätten, Restaurants und Kneipen unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften ab dem morgigen Freitag sowohl innen als auch außen wieder Gäste empfangen. Auch Hotels und andere Beherbergungen haben wieder geöffnet.

21:15 Uhr | Kekulé: Neue Erkenntnisse zu Katzen und Corona

Katzen sollten künftig mit in Quarantäne. Das empfiehlt Professor Alexander Kekulé anhand neuer Studien. Zu Beginn bewertet er aber das neue Pandemie-Gesetz als gute Vorbereitung auf eine zweite Welle. Hören Sie hier seinen täglichen Podcast:

20:50 Uhr | Gesundheitsämter arbeiten am Limit

Die Thüringer Gesundheitsämter sehen sich in der Corona-Krise derzeit noch nicht überlastet. Die meisten von ihnen arbeiten aber an der Grenze des Belastbaren, wie eine Umfrage von MDR THÜRINGEN ergab. Überstünden seien überall Normalität. Noch sei die Lage aber zu stemmen. Um wie vorgeschrieben die Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nachzuverfolgen, würden mehr Mitarbeiter gebraucht. Dafür springt beispielsweise Personal aus anderen Bereichen ein, das aber dann dort fehlt, wie es heißt.

20:30 Uhr | Kleiner Zahlen-Exkurs

In der Corona-Krise erfahren Zahlen und Daten eine hohe Aufmerksamkeit. Doch nicht immer ist klar, was sie bedeuten und wo sie herstammen. Grundlage für unsere Berichterstattung sind die Zahlen, die von den jeweiligen Gesundheitsämtern der Kreise und kreisfreien Städte übermittelt werden. Die Angaben unterscheiden sich mitunter leicht von denen des Robert-Koch-Instituts oder der Landesregierung, da wir neue Daten zeitnah einpflegen, um tagesaktuell zu sein. Wie wir genau vorgehen, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst:

19:50 Uhr | Finanzministerin Taubert fordert zusätzliche Steuerschätzung

Die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert (SPD) fordert aufgrund der Corona-Krise eine zusätzliche Steuerschätzung für Bund und Länder. Aus ihrer Sicht wäre Mitte oder Ende des Sommers ein guter Zeitpunkt, sagte die Ministerin MDR THÜRINGEN. Dann sei klarer, welche finanziellen Herausforderungen sich aufgrund der Pandemie ergeben und die Landeshaushalte für dieses und kommendes Jahr könnten mit größerer Sicherheit geplant werden.

Normalerweise prognostiziert der so genannte Arbeitskreis Steuerschätzungen zweimal im Jahr, Mitte Mai und Anfang November, die zukünftigen Steuereinnahmen für Bund und Länder. Taubert fürchtet, dass die planmäßige Steuerschätzung im Mai mit "ganz erheblichen Unsicherheiten" behaftet sein wird. Weil Unternehmen und Arbeitnehmer weniger verdienen oder sogar Verluste machen und fällige Steuern stunden lassen, rechnet Thüringen derzeit allein in diesem Jahr damit, 700 bis 900 Millionen Euro weniger als geplant einzunehmen.

Heike Taubert, 2015
Heike Taubert Bildrechte: dpa

19:15 Uhr | Lehrerverband lehnt Verschiebung von Gymnasial-Kurshalbjahren ab

Thüringer Gymnasial-Lehrer lehnen die Verlängerung des zweiten Kurshalbjahrs für Elftklässler auf Kosten der 12. Klasse ab. Das geht nach Angaben des Lehrerverbands aus Rückmeldungen seiner Mitglieder hervor. Die Kurshalbjahre der Stufe zwölf seien ohnehin sehr kurz. Zudem gebe es an vielen Gymnasien derzeit schwerpunktmäßig Präsenzunterricht für die elften Klassen in den Prüfungsfächern. Auch die Klausurpläne würden trotz Corona eingehalten. Der Lehrerverband appellierte an das Kultusministerium, sich mit den Betroffenen auszutauschen, bevor entschieden werde.

Das Ministerium hatte am Mittwoch vorgeschlagen, das aktuelle Kurshalbjahr in der gymnasialen Oberstufe bis ins kommende Schuljahr hinein zu verlängern. Dafür müsste das Thüringer Schulgesetz geändert werden.

18:40 Uhr | Land setzt schärfere Regeln in Greiz und Sonneberg durch

Das Land Thüringen tritt in den Corona-Hotspots Sonneberg und Greiz auf die Bremse. Laut Gesundheitsministerin Heike Werner dürfen in den beiden Landkreisen Gaststätten nur im Außenbereich öffnen. Damit gelten in den Hotspots strengere Regeln als im Rest des Landes. Das Land hatte die beiden Kreise aufgefordert, eigene Schutzkonzepte zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorzulegen. Die Kreise hatten daraufhin Besuchsverbote in Pflegeheimen und auch Sportverbote verlängert.

17:45 Uhr | Kita-Regelbetrieb erst mit Impfstoff oder Ende der Pandemie

Eine Rückkehr zum vollständigen Regelbetrieb in Thüringer Kindertageseinrichtungen soll erst möglich sein, wenn ein Impfstoff für das Coronavirus vorliegt oder die Covid-19-Pandemie erfolgreich eingedämmt ist. Das geht aus einem Konzept des Bildungsministeriums zum Ende der Notbetreuung hervor. Erst dann hätten wieder alle Kinder vollständigen Anspruch auf Betreuung. Vorher ist in Thüringen nur der sogenannte eingeschränkte Regelbetrieb möglich, bei dem etwa bestimmte Raumgrößen in den Kindergärten beachtet und Wechselmodelle gefunden werden müssen. Von Montag an können die Kommunen darüber entscheiden, wann sie in diese Phase übergeben. Spätestens ab 15. Juni muss der eingeschränkte Regelbetrieb für alle Kinder zugänglich sein. Aus ersten Landkreisen sind dazu am Donnerstag Daten genannt worden.

17:30 Uhr | Hoff verteidigt Thüringer Corona-Verordnung

Thüringens Kulturminister Benjamin Hoff hat die neue Corona-Verordnung des Landes verteidigt. Sie sei nicht "schwammig", sondern überlasse den Kommunen und kommunalen Selbstverwaltungen bewusst Entscheidungsspielräume, teilte Hoff MDR THÜRINGEN mit. Der Erfurter Kulturdezernent Tobias Knoblich hatte am Mittwoch die neue Infektionsschutz-Verordnung zur Corona-Pandemie als "schwammig" bezeichnet. Hoff sagte dazu, er würde sich wünschen, dass ein Kulturdezernent der Landeshauptstadt die Spielräume nutzt, statt vom Land Vorgaben zu fordern. Knoblich hatte unter anderem kritisiert, dass es für Veranstaltungen keine Maßstäbe gebe, auch die zuvor ins Gespräch gebrachte 1.000-Teilnehmer-Vorgabe fehle nun. Damit liege der Schwarze Peter bei den Kommunen, so Knoblich.

17:15 Uhr | Vorsichtiger Start im Thüringer Gastgewerbe erwartet

Kommunalpolitiker rechnen damit, dass am Freitag noch nicht alle Gastronomen und Hoteliers ihre Betriebe wieder öffnen. Die Gastronomie kann nach der Thüringer Corona-Verordnung am 15. Mai nach mehrwöchiger Schließung mit einer Reihe von Sicherheitsauflagen wieder starten. Einige Wirte würden die Entwicklung aber zunächst abwarten, hieß es am Donnerstag bei einem Treffen der Oberbürgermeister der sechs kreisfreien Städte in Erfurt. Für das Gastgewerbe stelle sich die Frage, ob unter Corona-Bedingungen genug Gäste kommen, um kostendeckend arbeiten zu können und Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zu holen, sagte Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke). Vor allem die Gaststätten mit einem Außenbereich zur Bewirtung von Gästen seien bei dem Neustart dabei, sagte Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos).

17:05 Uhr | Eisenach: Schulen weichen auf Sporthallen aus

Die Eisenacher Sporthallen stehen vorerst nicht für den Vereinssport zur Verfügung. Nach Angaben der Stadt nutzen vier Schulen die Gebäude bis zu den Sommerferien als zusätzliche Unterrichtsräume. In den Ferien sollen die Hallen dann gereinigt werden und könnten anschließend voraussichtlich wieder den Vereinen zur Verfügung stehen. Die Stadt erwartet, dass die Vereine wegen der Corona-Pandemie mehr als bisher Sportanlagen im Freien nutzen wollen. Sobald alle ihre Hygienekonzepte und ihre Wünsche vorgelegt haben, wird die Verwaltung einen neuen Belegungsplan für die Sportstätten aufstellen.

16:55 Uhr | DFB drängt auf Spielbetrieb - Holter lehnt ab

In Thüringen bleibt es vorerst beim Verbot von Mannschaftssport. Das teilte Sportminister Helmut Holter nach einem Gespräch mit DFB-Präsident Fritz Keller mit. Dabei habe der DFB sein Interesse deutlich gemacht, den Spielbetrieb in der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Für den Moment erteilte Holter dem eine Absage. Das Land wolle Berufs- und Breitensport gleichberechtigt behandeln und nach der aktuellen Verordnung dürften kein Mannschaftstraining und kein Mannschaftssport mit großem Kontaktpotenzial stattfinden, so der Minister. Aus Thüringen spielen der FC Carl Zeiss Jena (3. Liga) und der FF USV Jena (Frauen-Bundesliga) in DFB-Spielklassen.

16:30 Uhr | Team in Altenburg sucht Kontaktpersonen

Das Gesundheitsamt des Altenburger Landes baut ein eigenes Team für die Suche nach Corona-Kontakpersonen auf. Wie das Landratsamt mitteilte, werden dafür 25 Mitarbeiter der unterschiedlichsten Fachbereiche geschult. Sie sollen sich in Bereitschaft halten, um Kontakte von positiv auf Corona getesteten Menschen zu ermitteln und mögliche Infektionsherde zu erkennen. Dafür sei eine gute Kenntnis der Städte und Gemeinden vorteilhaft. Deshalb habe sich das Landratsamt entschieden, auf eigene Mitarbeiter zu setzen und nicht auf externe Helfer, so das Landratsamt. Außerdem würden die internen Mitarbeiter nur bei Bedarf eingesetzt und könnten ihre eigene Arbeit erledigen, wenn sie nicht gebraucht werden. Derzeit sind beim Gesundheitsamt des Altenburger Landes 33 Mitarbeiter beschäftigt.

16:10 Uhr | Kemmerich nicht mehr Chef der FDP-Mittelstandsvereinigung

Nach seinem einstweiligen Rückzug aus dem FDP-Bundesvorstand ist Thüringens FDP-Landeschef Thomas Kemmerich auch von seinem Amt als Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung seiner Partei zurückgetreten. Das berichtete die "Thüringer Allgemeine" am Donnerstag vorab unter Berufung auf einen Sprecher des thüringischen FDP-Landesverbands und den Vizechef der Parteivereinigung. Kemmerich wolle sich "voll auf die Landespolitik konzentrieren", sagte Landesparteisprecher Thomas Reiter der Zeitung.

Thüringens FDP-Landeschef Thomas Kemmerich beim "Spaziergang" gegen Corona-Auflagen am Sonnabend in Gera.
Thomas Kemmerich bei der Versammlung in Gera Bildrechte: Peter Lückmann/Aktionsbündnis Gera gegen Rechts

Kemmerich hatte am Wochenende in Gera an einer Versammlung gegen übermäßige Corona-Auflagen teilgenommen, bei dem auch AfD-Vertreter dabei waren. Danach wurde bei den FDP auch über einen Ausschluss Kemmerichs aus der Partei diskutiert. Nach der heftigen internen Kritik gab er am Mittwoch bekannt, sein Mandat im Bundesvorstand vorläufig ruhen zu lassen.

15:55 Uhr | Erste Kreise nennen Datum für Kita-Regelbetrieb

In den Kindergärten im Landkreis Hildburghausen bleibt es vorerst bei einer erweiterten Notbetreuung. Nach Angaben des Landratsamtes werden ab Montag zunächst wieder Vorschulkinder und deren Geschwisterkinder betreut. Ab dem 15. Juni sollen die Kindergärten dann wieder in ihren Regelbetrieb starten. Die Entscheidung sei gemeinsam mit den Bürgermeistern getroffen worden, so das Landratsamt.

Im Saale-Orla-Kreis soll der sogenannte eingeschränkte Regelbetrieb am 25. Mai beginnen. Nach Angaben des Landratsamtes dürfen dann alle Jungen und Mädchen wieder in die 59 Einrichtungen. Die Kitas sollen maximal neun Stunden geöffnet sein. Darüber hinaus bedürfe es vieler individueller Absprachen der Eltern mit den Kindertagesstätten, um den Ablauf mit dem Infektionsschutz vereinbaren zu können, hieß es.

Ähnlich stellt sich die Situation in Sondershausen dar. Auch hier startet der Regelbetrieb am 25. Mai. Es soll ein Wechselmodell geben, wonach Kinder jeweils eine Woche in der Kita und eine Woche zu Hause betreut werden. Die Einrichtungen öffnen von 7 bis 15.30 Uhr.

Ein kleines Kind wird in einem Kindergarten von einer Kindergärtnerin an der Hand geführt.
Die Notbetreuung soll in den Thüringer Kindergärten enden. Bildrechte: imago images / fotokombinat

Das Land Thüringen hatte kürzlich die Verantwortung für die Wiederaufnahme des Kindergartenbetriebs auf die Kommunen übertragen. Von Montag (18. Mai) an wird vor Ort entschieden, ob die Einrichtungen in den Regelbetrieb zurückkehren.

15:30 Uhr | Hygieneabläufe in Sonneberg unter Beobachtung

Eine Expertenkommission soll die Hygieneabläufe am Corona-Hotspot Sonneberg prüfen. Wie Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke MDR THÜRINGEN sagte, hat der Klinikverbund die Prüfung vorgeschlagen. Dabei sollen auch die internen Abläufe unter die Lupe genommen werden. Es seien in Sonneberg Dinge passiert, die man hätte besser machen können. Wichtig sei es, daraus zu lernen und zu schauen, was man tun könne, um eventuelle Fehler zu beheben, so Schmidtke.

In dieser Woche hatte ein Zeitungsinterview mit dem Leiter des Regiomed Hygiene-Instituts, Klaus-Dieter Zastrow, für Aufsehen gesorgt. Er hatte Mitarbeiter als "dumm" bezeichnet. Das führte zu heftiger Kritik aus den Reihen der Belegschaft und der Politik. Der Landkreis Sonneberg gilt mit bisher 168 nachgewiesenen Infektionen als Hotspot in der Pandemie. Am Klinikum Sonneberg haben sich auch 20 Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt.

15:10 Uhr | Weiter Krankschreibung am Telefon möglich

Bei Atemwegsbeschwerden müssen Arbeitnehmer weiterhin nicht zum Arzt gehen. Die Ausnahmeregelung für telefonische Krankschreibungen ist bis zum 31. Mai verlängert worden. Mehr dazu lesen Sie bei MDR AKTUELL:

14:45 Uhr | Corona-Studie in Neustadt soll erweitert werden

Mehr als 200 Menschen haben sich bisher in Neustadt am Rennsteig (Ilm-Kreis) erneut auf das Coronavirus testen lassen. Darunter waren 15 Kinder. Neben einem Bluttest und einem Abstrich muss auch ein Fragebogen ausgefüllt werden. Seit Mittwoch läuft dort eine freiwillige Studie der Uniklinik Jena. Wie Studienleiter Professor Mathias Pletz sagte, wird nicht nur auf Antikörper getestet, sondern auch auf Abwehrzellen. Ziel sei es Infektionsketten nachzuvollziehen und den Immunstatus zu bestimmen. Die Studie kann nach Ansicht von Pletzt ein wichtiger Forschungsbaustein sein. Auch die internationale Gesundheitsorganisation WHO sei interessiert.

Außerdem wolle die Uniklinik Jena mit Neustadt eine langfristige wissenschaftliche Partnerschaft eingehen, so Pletz. Im Herbst und im Frühjahr sollen alle Patienten in Neustadt am Rennsteig mit Erkältungssymptomen erneut auf das Corona-Virus getestet werden. Erste Ergebnisse der Studie werden in etwa sechs Wochen erwartet. Mit dem endgültigen Ergebnis rechnen die Wissenschaftler Anfang 2021.

14:00 Uhr | Bundeswehr hilft bei Suche nach Kontaktpersonen

Das Sonneberger Gesundheitsamt bekommt Hilfe von der Bundeswehr. Wie Michael Volk, der Sprecher im Sonneberger Landratsamt, sagte, werden ab Montag fünf Soldaten vom Landeskommando Thüringen bei der Suche nach Corona-Kontaktpersonen helfen. Der Landkreis Sonneberg gilt mit bisher 168 nachgewiesenen Infektionen als Hotspot in der Pandemie. Inzwischen sind am Donnerstag 150 Ergebnisse aus dem Massentest eingegangen. Bisher waren alle Tests negativ. In Sonneberg wurden seit Montag von insgesamt 600 Mitarbeitern einer Klinik, eines Seniorenheimes und mehrere Arztpraxen Abstriche genommen. Allein im Klinikum Sonneberg haben sich 20 Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt.

13:30 Uhr | Großen Städten brechen Einnahmen weg

Die Oberbürgermeister der sechs kreisfreien Städte in Thüringen schlagen Alarm. Die Finanzsituation der größeren Städte sei wegen einbrechender Steuereinnahmen und Mehrausgaben als Folge der Corona-Krise dramatisch, erklärten die Stadtoberhäupter am Donnerstag in Erfurt. "Was nicht geht, sind Sparorgien", sagte Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). Nach seinen Angaben haben sich die Oberbürgermeister in einem Schreiben an Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) gewandt, damit die Finanzhilfen des Landes für die Kommunen auf 900 Millionen Euro in diesem Jahr aufgestockt werden. Die bisher vorgesehenen 185 Millionen Euro aus der Landeskasse für Städte, Gemeinden und Kreise reichten bei Weitem nicht aus, um die Löcher zu stopfen.

Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) rechnet allein in Jena mit einem Defizit von 50 Millionen Euro in diesem Jahr. "Das kann man nicht einfach wegsparen." Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) sagte: "Wenn uns nicht geholfen wird, wird eine Schneise ins städtische Leben gezogen. Der Schaden ist nicht reparierbar." Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) sagte über Sparmöglichkeiten der Wartburgstadt: "Wir haben die Zitrone in den vergangenen Jahren so ausgepresst, dass kein Tropfen mehr kommt."

13:10 Uhr | Online-Prüfungen an Thüringer Hochschulen im Gespräch

Angesichts der Erfahrungen in der Corona-Krise sehen mehrere Fraktionen im Landtag die Möglichkeit von Online-Prüfungen an Thüringer Hochschulen. Ein FDP-Antrag, der am Donnerstag im Thüringer Landtag diskutiert wurde, sieht die Einführung solcher Online-Prüfungen vor. Er wurde in den Wissenschaftsausschuss überwiesen. Auch eine neue Version des Entwurfes für das sogenannte Corona-Mantelgesetz der Fraktionen von Linke, SPD und Grünen sieht vor, dass künftig auch Online-Prüfungen an den Hochschulen möglich sein sollen.

12:45 | Hochauflösendes Modell des Coronavirus

Wie sähe das neue Coronavirus aus, wenn man sogar seine einzelnen Atome sichtbar machen könnte? Ein neues Computermodell zeigt feinste Details des Krankheitserregers, basierend auf dem aktuellen Stand der Forschung. Hier mehr erfahren:

11:30 Uhr | Greiz: Corona-Schutzkonzept beim Ministerium eingereicht

Das Thüringer Gesundheitsministerium prüft derzeit das Schutzkonzept des Kreises Greiz zur Eindämmung des Coronavirus. Das Landratsamt hatte es am Mittwochnachmittag eingereicht. Hintergrund ist, dass das Land in den besonders von Corona betroffenen Kreisen Greiz und Sonneberg auf eine Beibehaltung der Auflagen zur Eindämmung der Pandemie drängt. Den beiden Landkreisen wird empfohlen, die Einschränkungen bei Kindergärten und Schulen, aber auch in der Gastronomie langsamer zu lockern als im Rest des Landes. Am Mittwoch wurden im Landkreis acht Neuinfektionen gezählt. Zwei weitere Menschen starben an den Folgen der Corona-Infektion. Damit sind im Kreis Greiz 40 Menschen gestorben, die positiv auf Corona getestet wurden. Die Gesamtzahl der gemeldeten Infizierten liegt bei 562. Durch telefonische Abfragen wurden laut Landratsamt außerdem 251 Genesene ermittelt. Die Infektionsrate im Landkreis Greiz lag am Mittwoch bei 58,7 - und damit über der vom Bund festgelegten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

11:00 Uhr | Touristische Bahnfahrten wieder möglich

An den Thüringer Landesgrenzen nehmen einige, häufig touristisch genutzte Bahnangebote ihren Betrieb wieder auf. So lassen die Harzer Schmalspurbahnen nach über zweimonatigem coronabedingtem Stillstand wieder Dampfzüge fahren. Ab Montag, dem 18. Mai, werde zumindest wieder ein eingeschränkter Betrieb auf dem rund 140 Kilometer langen Gesamtnetz aufgenommen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Wernigerode mit. Zunächst sollten täglich zwei Dampfzüge von Wernigerode auf den Brocken fahren, zwei weitere Fahrten sollten von Drei Annen Hohne starten. Auch auf dem übrigen Netz werde vorerst wieder ein reduzierter Verkehr mit Triebwagen angeboten. Im Südharz sollen zu Himmelfahrt wie in den Vorjahren wieder zusätzliche Züge fahren. Die Schmalspurbahnen wiesen darauf hin, dass weiter die Auflagen der Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen gelten. So müssten Fahrgäste einen Mund-Nasen-Schutz tragen und die Abstandsregelungen einhalten.

Auch die Wisentatalbahn ist bald wieder zwischen Thüringen und Sachsen unterwegs. Wie der Förderverein MDR THÜRINGEN mitteilte, endete die coronabedingte Pause am Samstag. Reisenden empfiehlt der Verein eine Platzreservierung. Die Bahn fährt zwischen Schleiz im Saale-Orla-Kreis und Schönberg im Vogtland und ist vor allem bei Wanderern und Rad-Touristen beliebt.

10:30 Uhr | Ausgezeichnete Forschung

Wegen der Corona-Pandemie wurde der Thüringer Forschungspreis erstmals online verliehen. Ausgezeichnet wurden Teams aus Jena und Ilmenau. Moderne Messtechnik und "Flora Incognita", eine beliebte App zur Pflanzenbestimmung, setzten sich gegen die anderen Bewerber durch. Hier lesen Sie mehr:

09:10 Uhr | Gewerkschaft: Umsetzung von Hygienekonzepten in Schlachthöfen schwierig

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bezweifelt, dass die großen Schlachthöfe bestimmte Hygiene-Konzepte in der Corona-Krise umsetzen können. Der NGG-Geschäftsführer in Thüringen, Löbel, sagte MDR AKTUELL, ein Problem sei, dass die Menschen so zusammengepfercht würden, dass ein Akkord stattfinde. Deshalb sei es gar nicht möglich, einen Abstand von anderthalb bis zwei Metern zu gewährleisten.

Der Schlachtkonzern Tönnies verwies dagegen auf ein Paket von Maßnahmen, um eine Ausbreitung von Corona in den Betrieben zu verhindern. Pressesprecher Vielstädte sagte, man habe kontaktlose Fiebermessungen eingeführt. Mit mehr als 38 Grad komme man nicht auf das Betriebsgelände. Außerdem habe man zusätzliche Desinfektionsstationen geschaffen und die Arbeitsplätze auseinandergezogen.

08:55 Uhr | Weimar: Maskenpflicht auch in Hotels und Restaurant

In Weimarer Hotels und Restaurants gilt künftig eine Maskenpflicht. Das hat die Stadtspitze nach einem Gespräch mit Vertretern des Fremdenverkehrsvereins Weimar und der Weimar GmbH beschlossen. Demnach schließt sich die kreisfreie Stadt Weimar der Thüringer Verordnung an. Ab dem 15. Mai werden Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe öffnen. In Weimar gilt allerdings der besondere Zusatz. Demnach ist das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes beim Betreten des Hotels oder Restaurants verpflichtend. Wenn die Gäste am Tisch sitzen, oder in ihren Zimmern sind, können sie die Masken abnehmen. Auch für Verkäufer und Verkäuferinnen beispielsweise in Bäckereien und anderen Lebensmitteläden gilt in Weimar weiterhin eine Maskenpflicht.

08:00 Uhr | Nächstes Autokino startet in Thüringen

Auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände in der Herressener Promenade in Apolda startet am Donnerstagabend ein Autokino. Die Veranstalter haben dazu eine 60 Quadratmeter große LED-Leinwand aufgebaut. Bis zum 30. Juni wird täglich ein Kinofilm gezeigt. Insgesamt gibt es auf dem Veranstaltungsgelände 160 Stellplätze für Autos. Sie werden über die Wiesenstraße auf das Festgelände geleitet. Kinotickets gibt es ausschließlich online.

07:36 Uhr | Museum sucht Möwen als Zeichen der Hoffnung

Als Zeichen der Erinnerung und Hoffnung sucht das Theodor-Storm-Museum in Heiligenstadt Möwen-Kunstwerke. In der aktuellen Situation seien diese zwei Dinge wichtiger denn je, sagte Museumsleiter Gideon Haut. Deshalb rufe das Museum auf, Möwen zu malen, zu basteln, zu häkeln, zu stricken oder aus Holz zu bauen. Mitmachen können Kinder und Erwachsene. Alle Kunstwerke und Bilder werden im Museum ausgestellt, sobald es wieder geöffnet ist. Möwen-Fotos sollen bei Facebook und Instagram hochgeladen werden. Für Theodor Storm war die Möwe ein Zeichen der Hoffnung und Erinnerung an die Heimat.

07:10 Uhr | Thüringer Städte verzichten auf Gebühren von Gastronomen

In Weimar müssen Gastronomen keine Gebühr für die Außengastronomie bezahlen. Das hat der Stadtrat am Mittwochabend einstimmig beschlossen. Diese Gebühr müssen die Gastronomen üblicherweise zahlen, wenn sie Gehwege, wie auch Plätze der Stadt für ihre Tische und Stühle nutzen. Der Antrag, der zunächst von der SPD eingebracht wurde, wurde von anderen Fraktionen ergänzt. Am Ende haben ihn alle Stadtratsmitglieder mit getragen. Alle waren sich einig, dass die Gastronomen in diesem Corona-Jahr genug belastet sind.

Auch die Stadt Ilmenau stellt ihren Gastronomen unentgeltlich mehr öffentlichen Raum zur Verfügung. Wie Ilmenaus Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (pl) mitteilte, könnten so die Inhaber ihre Geschäfte wieder betreiben und die entsprechenden Abstände zwischen den Tischen gewährleisten. Die sonst üblichen Sondernutzungsgebühren sollen entfallen. Damit wolle man den Unternehmern maximal entgegenkommen, so Schultheiß.

Anfang Mai hatte bereits Erfurt angekündigt, bis Jahresende auf die Gebühren für die Außengastronomie auf städtischen Flächen zu verzichten. Jena hatte im April keine entsprechenden Gebühren erhoben.

06:45 Uhr | Ticker zum Coronavirus am 14. Mai

Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen guten Morgen. Genießen Sie ihren ersten Kaffee, Tee oder Kakao des Tages. Auch heute berichten wir wieder über die Entwickungen zum Coronavirus in Thüringen. Alle bisherigen Artikel, wichtige Hotlines und weitere Informationen finden Sie auch auf unser Übersichtsseite und in unserem Corona-Ratgeber.

Was bisher geschah | Der Ticker vom Mittwoch zum Nachlesen

Weitere Informationen zum Coronavirus in Thüringen

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/maf/sar, dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. Mai 2020 | 19:00 Uhr

Mehr aus Thüringen

Auf einer Straße stehen Polzeiautos und andere Rettungsfahrzeuge. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein E-Auto wird aufgeladen 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK