Wegen Corona-Krise Tiefensee kündigt Hilfsprogramm für Thüringer Wirtschaft an

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat am Mittwoch ein Hilfsprogramm für die Thüringer Wirtschaft angekündigt. Dieses solle die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise "soweit wie möglich eindämmen" und eine große Zahl von Unternehmensinsolvenzen verhindern, sagte der SPD-Politiker. Durch die Krise stünden Hunderte Unternehmen und Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das Land werde deshalb "schnelle und energisch gegensteuern".

Nach Tiefensees Angaben ist unter anderem ein Soforthilfeprogramm geplant, über das Klein- und Kleinstunternehmen sowie Freiberufler einen einmaligen finanziellen Zuschuss erhalten können. Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten sollen bis zu 5.000 Euro erhalten, Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten bis zu 10.000 Euro und Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten bis zu 30.000 Euro. Allerdings sei hier noch eine Abstimmung mit dem Bund nötig, der ein ähnliches Programm angekündigt habe.

Außerdem soll die Thüringer Aufbaubank ihr Angebot von zinsverbilligten Darlehen ausweiten. Geplant ist eine Förderung durch langfristige Nachrangdarlehen, mit den Unternehmen ihre Eigenkapitalbasis stärken können. Diese Darlehen sollen Laufzeiten von bis zu zehn Jahren haben und in den ersten Jahren tilgungsfrei sein. Und schließlich erwägt das Land auch die Bildung eines "Thüringen-Fonds", über den vorübergehende Beteiligungen an strategisch wichtigen Unternehmen eingegangen werden können.

Mit den geplanten Maßnahmen sollen bereits bestehende Instrumente wie das Bürgschaftsprogramm und der Thüringer Konsolidierungsfonds ergänzt werden. Laut Tiefensee liegen derzeit beim Ministerium Anfragen von 25 Unternehmen auf Unterstützung vor. Diese hätten einen Umfang von 12,5 Millionen Euro. Damit seien die aktuell vorhandenen Mittel bereits ausgeschöpft.

Nach Tiefensees Angaben sind zur Unterstützung der Thüringer Wirtschaft kurz- und mittelfristig bis zu 1,5 Milliarden Euro notwendig.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 18. März 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Kleinunternehmer vor 28 Wochen

Wann hat die Politik schon einmal das gehalten was den Bürgern versprochen wurde? Nein glauben darf man das gewiß nicht. Politiker haben ausgesorgt und keine finaziellen Sorgen, aber schön reden können Sie. Was auf den Bürger zukommt ist ungewiß und jeder muss wie immer das Beste daraus machen.
Da helfen kluge Reden in TV nicht wirklich und das Vertauen in die Volksvertreter wird mit Zuspitzung der Lage kippen.

sorglos vor 28 Wochen

Einmaliger Zuschuß von €5000,00 für Klein - und Kleinstunternehmen. Wenn ich meine Gewerbesteuer, die Rentenbeiträge und die Krankenkasse bezahlt habe, dann ist dieses Geld bereits weg. Weiß Herr Tiefensee, was man mit € 5000,00 machen kann? Das reicht einen Monat. Wenn das so weiter geht, dann steuern wir auf eine Weltwirtschaftskrise zu. Auf der Strecke werden eben jene Klein - und Kleinstunternehmen bleiben, jene, die keine Kapitaldecke haben. Den Politikern glaube ich kein Wort. Als das Oderhochwasser vor Jahren den Menschen die Existenz zerstörte, wurden "unbürokratische Hilfen" versprochen. Viele Menschen warten heute noch auf die "unbürokratische" Hilfe.

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