Klimawandel Trockenheit bedroht Wiederaufforstung Thüringer Wälder

Die Trockenheit der vergangenen Wochen macht die Wiederaufforstung der Thüringer Wälder schwer. Der Wasservorrat in den Waldböden sei mittlerweile fast aufgebraucht, heißt es von Thüringenforst.

Sorgenvoll schauen die Thüringer Forstleute auf die Jungbaum-Bestände. Große Flächen der Sprösslinge in Thüringens Wäldern seien von der Trockenheit bedroht, sagt der Sprecher von Thüringenforst Horst Sproßmann. Nach einem regenreichen Februar habe sich die Situation zunächst entspannt. Die vergangenen drei Monate aber seien zu trocken für die jungen Bäume. Der Wasservorrat in den Waldböden ist laut Sproßmann mittlerweile fast aufgebraucht. Wieder einmal.

Schadensexplosion in den vergangenen beiden Jahren

Schon in den beiden letzten Jahren hatten die Waldbauern in Thüringen mit der Trockenheit zu kämpfen, sie erlebten in der Aufzucht junger Laub- oder Nadelbäume geradezu eine "Schadensexplosion". 50 bis 70 Prozent aller Pflanzen seien geschädigt worden, sagt Sproßmann. Ob und wie sich der Bestand erholen wird, hängt sehr vom Wetter ab.

Ein Rückblick auf die letzten beiden Jahre stimmt aber wenig optimistisch. 430 Hektar gingen 2018 laut Thüringenforst durch Dürreschäden unwiederbringlich verloren. Im vergangenen Jahr war es mit 650 Hektar noch einmal eine deutlich größere Fläche - fast so groß wie 1.000 Fußballfelder. Zum Vergleich: In den zwanzig Jahren zuvor gingen jährlich drei oder vier Hektar verloren, in einem wirklich schlechten Jahr auch mal 100 Hektar.

Im Frühjahr ist Trockenheit besonders bedrohlich

Gerade jetzt im Frühjahr ist Trockenheit besonders bedrohlich für den Wald, weil dann die Vegetation startet und noch mehr auf Wasser angewiesen ist. Dabei können viele Baumarten vier bis sechs Wochen Trockenheit ertragen. Auf einer Versuchsfläche in Heldrungen, dem nachweislich trockensten Ort in Thüringen, wird nach Dürreresistenteren Sorten gesucht. Demnach setzen Waldbauern Hoffnung in die türkische Tanne und libanesische Zeder. Laut Thüringenforst Sprecher Horst Sproßmann gedeiht auch die Eiche sehr gut.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Mai 2020 | 09:00 Uhr

2 Kommentare

lobo56 vor 16 Wochen

Wenn ich in den Wälder sehe, wie mit schwerer Technik alle 20 m alles platt gewälzt wird und ganze Berghänge glatt rasiert, der vollen Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, dann muss man fragen, ob diese Forstwirtschaft irgend was gelernt hat.
Jeder qm Schatten sollte als wertvoll angesehen und gehandelt werden!
Wo der Mensch im Wald wirtschaftet , geht es selten gut aus - für den Wald.
Letztlich dann auch für den Menschen!
Eine Forstwirtschaft, die so wirtschaftet, kann nicht nachhaltig sein !

beyer vor 17 Wochen

Wer den Wald schützen möchte lässt auch das alte tote Holz stehen bzw. liegen. Dies bedeckt den Boden und hält die Feuchtigkeit besser. Gerade in den ehemaligen Fichtenplantagen ist dies wohl alternativlos.

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