Niedrigste Pegelstände seit Jahren Thüringens Flüsse leiden unter Trockenheit

Es ist erst April und dennoch: Die Pegelstände einiger Thüringer Flüsse sind so niedrig wie lange nicht. Grund ist die langanhaltende Trockenheit. Und der Sommer liegt noch vor uns.

Die obere Werra, die Mainzuflüsse, Ilm und Schwarza - das sind die Sorgenkinder. Dort sind die Wassermengen so gering wie zuvor in keinem April der Beobachtungsreihe. Hinzu kommt, dass auch das vergangene Jahr trocken war und es kein gefülltes Grundwasserreservoir gibt.

Nur wenige Flüsse mit konstantem Pegel

27 Thüringer Pegel beobachtet das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zum Niedrigwasser. Die Bilanz: Nur ein Viertel der sonst im April üblichen Wassermenge ist nach Angaben des dortigen Hydrologen Ralf Haupt, erreicht. Es gibt aber auch Flüsse mit konstantem Pegel. Das sind alle, die durch Talsperren gestützt werden, beispielsweise die Weiße Elster.

Genaue Auswirkungen sind noch unklar

Ohratalsperre, 2011
Die Trinkwassertalsperren, wie die in Ohra, sind im Gegensatz zu Flüssen und Brauchwassertalsperren gut gefüllt. (Archivbild) Bildrechte: imago/Bild13

Im April gab es in Thüringen nur etwa zehn Prozent des üblichen Niederschlags, dabei hat Thüringen normalerweise einen Wasserüberschuss. Theoretisch müssten jetzt zehn, zwölf feuchte Monate kommen, um das insgesamt seit 2018 aufgelaufene Defizit auszugleichen, sagte der Hydrologe des Thüringer Landesamtes. Die Auswirkungen seien noch ungewiss, auch weil die trockene Jahreszeit noch vor uns liegt. "Was da noch auf uns zukommt, das kann ich auch nicht einschätzen, ich beobachte das auch mit Staunen."

Situation bei den Talsperren

Auch auf die Brauchwassertalsperren, die vorallem dem Hochwasserschutz dienen, wirkt sich die Trockenheit aus. Das Wasser wird zum Teil für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen genutzt. Aus hydrologischer Betrachtung liegen die Fehlmengen des Talsperrenzuflusses in manchen Einzugsgebieten bei 55 Prozent.

Der Betriebsraum der Talsperren wird in der Regel in den feuchten Jahreszeiten (Herbst/Winter) befüllt, um in den trockenen Jahreszeiten Wasser zu führen und auch an die nachfolgenden Gewässer abgeben zu können. Dieser Kreislauf entfällt in Jahren mit einer extrem trockenen Sommerperiode, gefolgt von einem trockenen Winter, wie diesem.

Blick auf die Staumauer einer Talsperre in einem Waldgebiet
An der Staumauer der Talsperre Neustadt liegt der Füllstand bei knapp 90 Prozent. Viele Flüsse und Brauchwassertalsperren führen einen niedrigeren Pegel. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Ria Weber

Gute Nachrichten beim Trinkwasser

Gut gefüllt sind hingegen die fünf Thüringer Trinkwassertalsperren. Nach Angaben der Thüringer Fernwasserversorgung beträgt beispielsweise der Füllstand der Talsperre Ohra 99,9 Prozent. Die Trinkwassertalsperren verfügen über große Einzugsgebiete in den Gebirgen (Thüringer Wald, Harz).

Trinkwassertalsperren: Füllstände zum Stauziel am 23. April 2019
Talsperre Füllstand in Prozent
Ohra 99,9 %
Leibis/Lichte 82,2 %
Schönbrunn 102,9 %
Scheibe-Alsbach 100,2 %
Neustadt/Harz 89,1 %

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. April 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2019, 08:34 Uhr

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15 Kommentare

26.04.2019 08:13 Gandalf 15

„Thüringer Flüsse leiden unter Trockenheit“
Es freut mich, Gandalf, die Flüsse im MDR Bericht als lebende Wesen charakterisiert zu sehen. Ansonsten können sie ja nicht leiden und es müsste heißen die Pegelstände sind sehr niedrig.

26.04.2019 08:10 Steffen 14

Dies sind Zustände wie uns in Australien . Hoffen nur es kommt nicht zu niedrigeren Füllstand der Stauseen.

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