Produktion wird ausgebaut Nach Insolvenz: Übernahme von Frischback-Filialen geglückt

Vor einem halben Jahr übernahm eine neue Betreibergemeinschaft rund 60 Filialen der insolventen Frischback-Bäckerei. Das Fazit ist positiv: Kein Mitarbeiter hat seinen Job verloren und die Produktion wurde ausgebaut.

Nach Ansicht der neuen Betreiber ist die Übernahme der insolventen Frischback-Bäckereifilialen geglückt. Vor gut einem halben Jahr hatten mehrere Bäckereien insgesamt rund 60 ehemalige Frischback-Filialen übernommen. Frank Jakob von der Bäckerei Helbing aus Leinefelde, der auch für das Gemeinschaftsunternehmen ARGE verantwortlich ist, sagte MDR THÜRINGEN, alle ab Juli übernommenen Filialen und auch die rund 400 Mitarbeiter arbeiteten weiter bei den beteiligten Bäckereien. Das Ganze sei trotz des enormen, beispiellosen Kraftaktes "sehr, sehr positiv verlaufen". Das gelte für Helbing, aber auch die anderen Partnerunternehmen, so Jakob.

Produktion von Arnstadt nach Erfurt verlegt

Das Unternehmen fahre zudem die neu geschaffene Produktion in Erfurt schrittweise hoch. Aktuell arbeiten laut Jakob rund 80 Mitarbeiter am Standort Erfurt in der Logistik sowie in der Backproduktion. Die Mitarbeiter hätten zuvor größtenteils in der Frischback-Backproduktion in Arnstadt gearbeitet. Seit Oktober 2019 wird das Brot in Erfurt gebacken. Jetzt lägen auch alle behördlichen Genehmigungen vor, um dort Konditoreiware herzustellen zu können, so Jakob.

Helbing habe zuvor in Maschinen und Gebäude umfangreich investiert. Die beiden Produktionsstandorte in Leinefelde und Erfurt sollen sich künftig ergänzen. Ein Ziel sei, mit kurzen Transportwegen die Lieferzeiten zu verkürzen.

Gemeinschaftsunternehmen ermöglicht Übernahme

Zwölf Bäckereien aus Thüringen, Sachsen und Bayern hatten Filialen aus der Insolvenz der Arnstädter Bäckereikette Frischback übernommen. Dafür war unter Federführung der Bäckereien Helbing aus Leinefelde und Nahrstedt aus Meiningen eigens das Unternehmen "ARGE – Bäcker in Thüringen" gegründet worden.

Die ARGE-GmbH wird Prokurist Frank Jakob zufolge voraussichtlich bis Mitte des Jahres alle Tätigkeiten im Rahmen des Frischback-Übergangs abschließen. Neue Aufgaben für die ARGE seien derzeit nicht angedacht. Ideen über Kooperationen beim Rohstoffeinkauf oder bei der Ausbildung sind inzwischen kein Thema mehr. Jakob sagte dazu: Die ARGE wolle keine Konkurrenz zu Kammern oder Innungen werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

3 Kommentare

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 49 Wochen

Sie schreiben vermutlich über die Back-Stationen in den Lebensmitteldiscounts und Kaufhallen ?! In diesem Artikel hier geht es - m.W. - jedoch um eine (ehemalige) industrielle Großbäckerei....

....und welche Bäckerhandwerksmeister gibt es in Ihrer Nähe noch und wer kauft dort ein ? Eine Familie, die auf Leistungen eines Sozialamtes o.ä. angewiesen ist, kann sich ein teures Bäckermischbrot schon nicht mehr so oft leisten....

part vor 49 Wochen

Es ist traurig mit anzusehen wie die ganze Aufbäckerei nur noch durch Qualitätseinbußen oder Minderangebote an Ware ab Nachmittag am Leben erhalten kann, bei Preisen die jeder handwerkliche Bäcker leicht unterbieten kann.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 50 Wochen

Also ist frisch-back jetzt doch elmi, wenn nun in Erfurt produziert wird
und der traditionsreiche Produktions-Standort im Arnstädter Mühlweg
aufgegeben werden mußte...?!


Wachsstumsschmerzen oder Größenwahn ....?! Irgendwie erinnert mich dieses traurige Kapitel Thüringer Backtradition auch ein bißchen an das Schicksal der Steigerwald-Arena in Erfurt.

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