Grafik zum Thüringentrend vom September 2019
Bildrechte: MDR/infratest-dimap

Thüringentrend Linke legt weiter zu - Keine Mehrheit für Rot-Rot-Grün

Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen hätte die amtierende rot-rot-grüne Koalition keine Mehrheit. Zwar legt die Linke nach einer aktuellen Umfrage von infratest-dimap im Auftrag von MDR THÜRINGEN weiter zu. Im Gegenzug verlieren aber die Grünen und die SPD.

Grafik zum Thüringentrend vom September 2019
Bildrechte: MDR/infratest-dimap

Knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl gewinnt die Linke dazu und Rot-Rot-Grün verliert an Zustimmung. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest-dimap im Auftrag von MDR THÜRINGEN sprachen sich in der sogenannten Sonntagsfrage 28 Prozent der Befragten für die Partei von Ministerpräsident Bodo Ramelow aus. Das sind drei Prozentpunkte mehr als bei der letzten MDR-Umfrage im Juli.

Weil die Sozialdemokraten aber nur noch sieben Prozent und damit ihr Allzeittief erreichen und die Grünen um drei Punkte auf acht Prozent sinken, kommen die Regierungsparteien zusammen nur noch auf 43 Prozent Zustimmung. Die Stimmenanteile von AfD, CDU und FDP summieren sich dagegen auf 52 Prozent.

Grafik zur Umfrage Thüringentrend vom September 2019 - Sonntagsfrage
Bildrechte: MDR/infratest-dimap

Wie bei der letzten Umfrage verharrt die CDU mit 22 Prozent auf Platz drei der Zustimmungsskala, obwohl die Christdemokraten um einen Punkt zulegen können. Auch die AfD legt einen Punkt zu und erreicht mit 25 Prozent ihr Allzeithoch in Thüringen. Die FDP sehen die Meinungsforscher mit einem Zustimmungswert von fünf Prozent wieder im Thüringer Landtag.

Schwierige Koalitionsbildung

Grafik zur Umfrage Thüringentrend vom September 2019 - bevorzugte Koalitionen
Frage: Finden Sie eine Regierung aus ... sehr gut / gut? Fehlende Werte zu 100 Prozent: "Finde ich weniger gut oder schlecht bzw. keine Angabe" Bildrechte: MDR/infratest-dimap

Mit solchen Werten steht Thüringen vor einer schwierigen Regierungsbildung. Weder Rot-Rot-Grün noch eine CDU-geführte Koalition kämen auf eine Mehrheit im Landtag, selbst wenn die Christdemokraten alle Parteien außer AfD und Linke um sich scharen könnten. Eine Mehrheit der Sitze im Landtag würde es nur geben, wenn sich Rot-Rot-Grün mit den Liberalen zu einer "Dunkelroten Ampel" zusammenfinden könnte.

Die Zufriedenheit mit Bodo Ramelow ist weiterhin sehr hoch - zwei von drei Thüringern (65%) sind mit ihrem Ministerpräsidenten zufrieden bis sehr zufrieden. Der zweit-beliebteste Politiker in Thüringen bleibt SPD-Chef Wolfgang Tiefensee - trotz eines Rückgangs von vier Punkten auf 51 Prozent. CDU-Herausforderer Mike Mohring legt um sechs Punkte auf 40 Prozent zu.

Auch die Grüne Anja Siegesmund legt zu, ebenfalls vier Punkte, auf 31 Prozent. Während AfD-Chef Björn Höcke mit einer Zustimmungsquote von 17 Prozent deutlich unter den Werten seiner Partei liegt, ist FDP-Chef Thomas Kemmerich (12%) beliebter als seine Freien Liberalen. Die Thüringer Spitzenkandidaten treffen am Montag, 16. September, ab 19:00 Uhr zum Rede-Duell im MDR THÜRINGEN-Wahltalk aufeinander.

Grafik zur Umfrage Thüringentrend vom September 2019 - Politikerzufriedenheit
Werte: Bin mit der Arbeit von ... sehr zufrieden/zufrieden. Fehlende Werte zu 100 Prozent: bin weniger/gar nicht zufrieden oder kenne ich nicht oder kann ich nicht beurteilen oder weiß nicht oder keine Angabe. Bildrechte: MDR/infratest-dimap

Weiter gute Noten für die Landesregierung

Die rot-rot-grüne Landesregierung erhält für ihre Arbeit weiter gute Noten. 56 Prozent der Befragten gaben an, mit der Arbeit der Regierung zufrieden oder sehr zufrieden zu sein.

Grafik zur Umfrage Thüringentrend vom September 2019 - Zufriedenheit mit der Landesregierung
Bildrechte: MDR/infratest-dimap

Vor allem Parteianhänger der Linken (88%) und Grünen (86%) sind mit der Arbeit von Rot-Rot-Grün zufrieden. Am wenigsten zufrieden mit der Arbeit der Landesregierung sind Parteianhänger der AfD (24%).

Laut Umfrage gilt in Thüringen das Feld Bildung, Schule und Ausbildung als wichtigstes politisches Problem. Bei der Frage, welche Probleme vordringlich gelöst werden müssen, stieg dieser Bereich im Vergleich zur Umfrage im Juli nochmals um acht Prozentpunkte auf 36 Prozent.

Als zweitwichtigstes Problem wird Flüchtlinge/Einwanderung/Asylpolitik/Integration genannt, auch wenn die Zahl im Vergleich zur Juli-Umfrage um vier Prozentpunkte sank. Ähnliches gilt für den Umwelt- und Klimaschutz. Hielten im Thüringentrend vom Juli noch 16 Prozent der Befragten dies als vordingliches Problem, das gelöst werden sollte, waren es im September noch elf Prozent.

Grafik zur Umfrage Thüringentrend vom September 2019 - Wichtigste politische Probleme
Bildrechte: MDR/infratest-dimap

Folgende politische Probleme nannten die Befragten als wichtigste, die vordringlich zu lösen seien:

  • Bildung, Ausbildung und Schule (36 Prozent der Befragten)
  • Flüchtlinge, Einwanderung, Asylpolitik und Integration (17%)
  • Verkehr(sanbindung), Straßen und Infrastruktur (15%)
  • Umweltschutz und Klimawandel (11%)
  • Rente und Alterssicherung (9%)
  • Soziale Ungerechtigkeit, Armut und Hartz IV (8%)
  • Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarkt (7%)
  • Gesundheitswesen, medizinische Versorgung und Pflege (6%)
  • Löhne und Mindestlohn (6%)
  • Familienpolitik und Kinderbetreuung (6%)

Welche Partei löst die Probleme am besten?

Auf die Frage, welche Partei die politischen Probleme Thüringens am ehesten lösen kann, gibt es geringfügige Änderungen zur Juli-Umfrage. So wird der CDU am ehesten zugetraut, die Wirtschaft in Thüringen voranzubringen (42 Prozent der Befragten).

Auch in den Feldern Kriminalitäts- und Verbrechensbekämpfung (31 Prozent), bei der Schul- und Bildungspolitik (26 Prozent) sowie bei der Sicherstellung der Versorgung auf dem Land (24 Prozent) trauen die Befragten der CDU die größte Kompetenz zu. Der Linken wird am ehesten zugetraut, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen (31 Prozent). Den Grünen wird die größte Lösungskompetenz für gute Umwelt- und Klimapolitik zugeschrieben (40 Prozent).

Daten zur Umfrage Die Umfrage wurde von infratest-dimap im Zeitraum vom 10. bis 14. September 2019 im Auftrag von MDR THÜRINGEN durchgeführt. Dabei wurden 1.001 Personen telefonisch befragt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/usb/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 16. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2019, 16:44 Uhr

70 Kommentare

Rotti vor 11 Wochen

@Horst Schlaemner

Minarette im Erzgebirge.
Was nehmen Sie da für Medizin ein? Oder sind Sie auf Satirekurs?
Gerade das Erzgebirge hatte von der deutschen Einheit 1871 sehr profitiert. Das kommt auch in den Liedern der Region aus dieser Zeit sehr zum Ausdruck. Die Region und logischerweise die Menschen waren bis dato immer Spielball von auswärtigen Interessen.
Und das Erzgebirge ist Vorbild in Sachen Integration und Assimilation. Stichwort Steinkohle und ausländische Arbeitskräfte. Diese haben sich assimiliert, wohnen seit Generationen in der Region und sind so Erzgebirgler geworden. Sie sind als Kumpels mit eingefahren und haben mit ihnen die Kirchen besucht.
Und wo ist zu den heutigen Zuständen der Unterschied? Bin auf die Antwort und vor allem die Veröffentlichung gespannt.

MaP vor 11 Wochen

Die SPD wird gebraucht. Sie bildet die Mitte, die Extreme ausgleicht."

Oh mein Gott, da bekommt der Begriff "Wespentaille" eine ganz andere Bedeutung. Wie kann eine Partei, die so eindeutig nicht gewollt und gewählt ist, die Mitte bilden?!

aus Elbflorenz vor 11 Wochen

"Es wird die AFD gewält, weil wir so bleiben wollen wie wir es nun einmal gewohnt sind, wie wir das Land bekommen von den Vorfahren und so wie wir es verstehen und lieben. Es ist unser Land. Keine Fremden als Dauergäste. Besucher ... die wie wir es ebenfalls halten, andere Länder respektvoll betreten, ansehen, teils auch bestaunen und rspektieren, dort alles so lassen wie es gewachsen ist und wie es die Menschen dort wollen .... nur so verstehe ich dies. Die AFD steht für mich ganz einfach dafür. Uund es ist richtig. Ich hoffe kein thüringer Wähler ist so naiv zu glauben, das sächsische Erzgebirge und angrenzdende Regionen hätten den Weltkulturerbe-Titel erhalten wenn anstatt eines Bergbauförderturmes ein Minarett gestanden hätte und der Muezzin von dort aus zum Gebet gerufen hätte. Nein , im Gegenteil. Weil alles so erhalten geblieben- wie vor Jahrhunderten- Echt."
Kann da gar nicht genug "gefällt mir" klicken!!!!

Mehr aus Thüringen