Stromleitung Südlink Siegesmund lehnt weitere Stromtrasse ab

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund hat massive Bedenken gegen die vom Netzbetreiber Tennet geplante neue Stromtrasse durch Westthüringen erhoben. Die Grünen-Politikerin sagt, durch die Trasse könnten die Regionen rund um den Nationalpark Hainich, das Biosphärenreservat Rhön und das Grüne Band als nationales Naturmonument beeinträchtigt werden.

"Wir werden alle Mittel ausschöpfen"

Die Spitzenkandidatin der Grünen zur Landtagswahl Thüringen, Anja Siegesmund, steht am Pult der MDR-Sendung "Fakt ist". Sie lacht
Kritisiert die neuen Stromtrassenpläne: Umweltministerin Siegesmund Bildrechte: MDR/Holger John

Siegesmund erklärte: "Wir werden alle Mittel ausschöpfen, um unsere Position deutlich zu machen". Zwar gebe es keinen Zweifel an der Notwendigkeit neuer Stromtrassen. Auch sei die Erdverkabelung richtig. Thüringen habe aber schon einen überproportionalen Beitrag geleistet, sagte die Ministerin und verwies auf die sogenannte Strombrücke durch den Thüringer Wald sowie die geplante Südostlink-Leitung, die der Netzbetreiber 50Hertz durch den Osten des Freistaates entlang der A9 verlegen will.

Die Ministerin warf Tennet vor, bei der Trassenplanung die Grundsätze eines geradlinigen Verlaufs zwischen Anfangs- und Endpunkt sowie einer Bündelung mit anderer Infrastruktur zu missachten. Ihrer Meinung nach müsste die Leitung viel weiter im Westen, entlang der Autobahn 7, in Hessen verlaufen. Zudem kritisierte Siegesmund, dass Tennet die Idee des Verlaufs durch Westthüringen überhaupt nicht mit dem Land abgesprochen habe.

Widerstand auch in der betroffenen Region

Gegen die Pläne von Tennet regt sich auch  in der betroffenen Region energischer Widerstand. So hat der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs, angekündigt, gemeinsam mit den Nachbarkreisen Schmalkalden-Meiningen und Unstrut-Hainich dagegen vorzugehen. Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow lehnt die Pläne entschieden ab.

Tennet will ab der kommenden Woche informieren

Der Stromnetzbetreiber Tennet will ab dem 24. Oktober in mehreren Thüringer Landkreisen über die geplante Fernstromleitung Südlink informieren. Nach Angaben des Unternehmens sind derzeit Veranstaltungen im Eichsfeldkreis, im Unstrut-Hainich-Kreis, im Kreis Schmalkalden-Meiningen, im Wartburgkreis und in Eisenach geplant. Die neuen Trassen sind nötig, um künftig Windstrom aus dem Norden nach Süddeutschland oder Solarstrom in umgekehrte Richtung zu leiten.

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2016, 16:52 Uhr

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3 Kommentare

21.10.2016 11:29 Erz815 3

Die Notwendigkeit und Richtigkeit der Stromtrassen wurde schon lange gesetzlich beschlossen. Nun ist es Zeit, das Bundesgesetz auszuführen, notfalls auch mit dem Bundeszwang gegen die Länder!
Im Übrigen: wenn ein Sperrgebiet aus Umweltschutzgründen gegen Stromtrassen anerkannt wird, gilt die Sperre dann auch für neue oder erweiterte Straßen!

21.10.2016 10:45 Wendehals! 2

Erst sorgt Frau Siegesmund für den massiven Windradbau in den Thüringer Wäldern und lässt durch Ostthüringen eine dicke fette Stromtrasse für norddeutschen Windstrom bauen (die der Thüringer Stromkunde finanzieren muss) und nun tut sie so, als wolle sie eine weitere Trasse verhindern. Ich glaube ihr kein Wort!