Hauptursache für Artensterben Thüringer Umweltschützer fordern Wende in der EU-Agrarpolitik

Thüringer Umweltschützer mahnen eine Wende in der EU-Agrarpolitik an. Die intensive Landnutzung durch die Landwirtschaft sei Hauptursache für das Artensterben, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von BUND und Nabu Thüringen und dem Verband für Landschaftspflege. Bei einer gemeinsamen Tagung in Erfurt hatten am Mittwoch erstmals Vertreter der Landwirtschaft mit Naturschützern, Wissenschaftlern und Mitarbeitern von Behörden und Verbänden diskutiert.

ein Traktor auf einem Getreidefeld
In Mitteldeutschland seien vor allem die intensive Landnutzung und die Flächenversiegelung für das Artensterben verantwortlich, so Experten. Bildrechte: imago/PanoramiC

Eine Umkehr von der aktuellen Agrarpolitik sei mehr als überfällig, sagte BUND-Landeschef Ron Hoffmann. Das dürfe nicht mehr länger eine Option sein, sondern für alle Landwirte selbstverständlich. Laut Martin Schmidt, Vorsitzender des Nabu im Freistaat, stellt die Agrarpolitik der EU nicht nur die Weichen für die Landwirtschaft, sondern auch für den Naturschutz der kommenden Jahre. Nur wenn man enger mit den Landwirten zusammenarbeite, könne eine ökologisch wertvolle und ökonomisch sinnvolle Landnutzung stattfinden.

Laut Deutschem Landschaftspflegeverband wird in Thüringen die Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft bereits gelebt. Mit dem Netzwerk Natura 2000-Stationen gebe es wichtige Akteure vor Ort, sagte der stellvertretende Verbandschef Florian Meusel. In den vergangenen vier Jahren entstanden im Freistaat zwölf dieser Stationen. Sie sollen die Lebensräume und Arten des europäischen Schutzgebietsnetzes in Thüringen sichern und entwickeln.

Schweinegipfel in Waltershausen

Der Thüringer Bauernverband (TBV) unterstützt die Forderungen. Eine Thüringer Landwirtschaft ohne Schweinehaltung sei nicht vorstellbar, so TBV-Präsident Klaus Wagner. Es könne keine Option sein, dass Rostbratwürste und Schnitzel allein aus ukrainischem oder chinesischem Schweinefleisch hergestellt würden.

Anmerkung d. Redaktion: In einer vorherigen Version des Beitrags war von 13 Natura-2000-Stationen die Rede. Dabei sind es zwölf. Wir haben die entsprechende Passage korrigiert.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Mai 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2019, 16:24 Uhr

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5 Kommentare

18.05.2019 19:19 martin 5

Ich habe keine (ernst zu nehmende) Forderung gehört, dass in Thüringen keine Schweinehaltung mehr erfolgen soll. Allerdings - gerade aus den ländlichen Regionen, wo neue Agrarfabriken geplant sind - erheblichen Widerstand gegen diverse Großanlagen.

17.05.2019 20:47 martin 4

@MDR: Besten Dank! Ich hatte sehr viel weniger erwartet. Dadurch kommt das schon sehr anders zu stehen.

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