Kinder mit Schulranzen auf dem Bordstein.
In Thüringen gab es bis zum Mai dieses Jahres gerade einmal zwei Unfälle auf dem Weg zur Schule. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Thüringen Zahl der Schulwegunfälle geht massiv zurück - Erklärung fehlt

Das neue Schuljahr steht bevor, viele Kinder müssen jetzt wieder täglich ihren Weg zur Schule gehen und sollen möglichst sicher an ihr Ziel gelangen. Der Blick in die Statistik offenbart: In den ersten Monaten 2019 wurden in Thüringen kaum noch Schulwegunfälle registriert. Eine abschließende Erklärung für den deutlichen Rückgang gibt es allerdings nicht.

von Michael Frömmert

Kinder mit Schulranzen auf dem Bordstein.
In Thüringen gab es bis zum Mai dieses Jahres gerade einmal zwei Unfälle auf dem Weg zur Schule. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Die Zahl von Unfällen auf dem Schulweg ist in Thüringen deutlich zurückgegangen. Wie die Landespolizei MDR THÜRINGEN mitteilte, wurden bis zum Mai dieses Jahres lediglich zwei solcher Unfälle registriert. Der Vergleich zum Vorjahr veranschaulicht die deutliche Tendenz: Laut Thüringer Landesamt für Statistik ereigneten sich in den ersten sechs Monaten 2018 37 Schulwegunfälle. Im gesamten Jahr waren es 70, durchschnittlich also fast sechs pro Monat.

Rückgang bislang ohne abschließende Erklärung

Eine abschließende Erklärung, wie es nun zu dem erheblichen Rückgang gekommen ist, können Experten bislang nicht liefern. Die Statistiker erheben dazu keine Daten, auch beim ADAC Thüringen-Hessen heißt es lediglich: "Wir wissen es nicht." Die Thüringer Landespolizei verweist darauf, dass sich die Mehrzahl der Schulwegunfälle in der Zeit nach den Sommerferien und bis in den Herbst hinein ereignet. Die ABC-Schützen, aber auch ältere Schüler und andere Verkehrsteilnehmer müssten sich nach mehrwöchiger Pause erst wieder an die neue Lage auf den Straßen gewöhnen, erklärte Sprecher Jens Heidenfeldt. "Zu Beginn der 'dunklen Jahreszeit' wird es noch einmal kritisch, bevor sich die Situation wieder stabilisiert." Deshalb gebe es jährlich auch Sicherheitskampagnen.

Gutes Wetter könnte Grund sein

Kind läuft auf Straße
Trotz der sinkenden Zahlen mahnt die Thüringer Polizei weiter zur Vorsicht auf dem Schulweg. (Symbolfoto) Bildrechte: MDR JUMP

Mit Blick auf die aktuell geringe Zahl von Schulwegunfällen in Thüringen sagte Heidenfeldt, dass es immer wieder statistische Schwankungen gebe. Durchgehend gutes Wetter könne ein Teil der Erklärung sein. Doch auch aus dem Statistischen Landesamt heißt es, dass die bisherigen Daten für 2019 außergewöhnlich sind. Die zwei Unfälle bis Mai fallen regelrecht aus dem Rahmen: Eine statistische Auswertung in dieser Kategorie gibt es in Thüringen erst seit 2014, doch seither wurden in keinem ersten Halbjahr weniger als 24 Schulwegunfälle registriert. In den ersten sechs Monaten 2016 waren es sogar 40.

Polizei rät weiter zu Vorsicht

So wenig sich der erfreuliche Ausreißer nach unten derzeit vollständig erklären lässt - die Polizei rät dennoch weiter zu großer Vorsicht: "Schulkinder gehören zur schwächsten Gruppe der Verkehrsteilnehmer", sagt Sprecher Heidenfeldt. Er empfiehlt Eltern daher, den Schulweg noch vor dem Beginn des Schuljahres gemeinsam mit ihren Schützlingen zu proben.

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Schulwegunfälle in der Statistik Als Schulwegunfälle werden alle Straßenverkehrsunfälle erfasst, an denen Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr auf dem Schulweg, einschließlich der Wege zu schulischen Veranstaltungen, beteiligt sind und aktiv am Straßenverkehr teilgenommen haben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. August 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2019, 06:58 Uhr

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11 Kommentare

17.08.2019 01:11 part 11

Die wenigsten Grundschulkinder gehen heute noch zu Fuß zur Schule. Ihre Eltern verstopfen massiv kurz vor 08.00 Uhr die Straßen und Parkplätze mit Frust für die Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer um die Schulen. Wenige Grundschüler, zumeist mit ausländischen Wurzeln, werden von den Eltern per Pedes begleitet oder treten den Schulbesuch eigenständig an. Also sollte bitteschön in die Statistik die Unfallquote kurz vor 08. 00 Uhr mit PKW einfließen lassen, auch mit Parkremplern, den die Helikoptereltern oder Gernegroß produzieren ohne ihre Kinder frühzeitig an das Verkehrsaufkommen zu schulen.

16.08.2019 23:12 Rudimeter 10

Ich hab es : Es liegt am Klimawandel . Das Wetter wird immer trockener . Bei " schlechtem" Wetter ( Regen und Schnee ) werden die Kinder von anderen Verkehrsteilnehmern bzw. umgedreht zu spät erkannt . Das trockene Klima hat dann doch auch was positives Aber das sollte nicht als Maßstab gelten .

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