Starkregen Schwere Gewitter: Unfälle auf Thüringens Autobahnen - neue Unwetter möglich

Am Wochenende sind zum Teil schwere Gewitter über Thüringen gezogen. Dabei rauschten gebietsweise große Regenmengen vom Himmel. Auf mehreren Autobahnen kam es zu Unfällen, in einem Tunnel der A71 fielen die Kameras aus. Zum Wochenbeginn rechnet der Deutsche Wetterdienst erneut mit unwetterartigen Regenfällen.

Blitze über dem Alperstedter See bei Erfurt
Nach den Gewittern vom Wochenende werden auch am Montag teils unwetterartige Regenfälle in Thüringen erwartet. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Karina Heßland

Bei Gewittern mit teils starken Regenfällen ist es am Wochenende in Thüringen zu zahlreichen Unfällen auf Autobahnen gekommen. Bis Samstagabend nahm die Polizei 15 Unfälle mit insgesamt sieben leicht verletzten Menschen auf. Der vorläufigen Gesamtschaden liegt laut Polizei bei etwa 106.000 Euro. Es kam zu mehreren Voll- und Teilsperrungen.

Jeweils fünf Unfälle hätten sich auf der A71 und der A4 ereignet, einer auf der A38, wie ein Sprecher am Sonntag sagte. Auf der A9 mit vier Unfällen war der Abschnitt zwischen Hermsdorfer Kreuz und der Landesgrenze zu Bayern besonders betroffen. Unfallursache war laut Polizei in allen Fällen Aquaplaning - unangepasste Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn.

Heftige Regenfälle am Samstag

Die Gewitter hatten von Freitag an zu teils ergiebigen Regenmengen geführt. Betroffen waren zunächst vor allem der Raum Ilmenau und das Schwarzatal, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. In Gräfinau-Angstedt im Ilm-Kreis fielen bis Samstagmorgen 115,8 Liter Regen je Quadratmeter. Dort war in der Nacht ein kräftiges Gewitter mit Starkregen niedergegangen, wie der DWD-Meteorologe Jens Oehmichen sagte. An der Station Lichtenhain der Oberweißbacher Bergbahn fielen innerhalb von 24 Stunden 75,7 Liter je Quadratmeter.

Weniger Regen in Thüringen Großstädten

In anderen Thüringer Regionen kam von Freitag zu Samstag weniger Regen an: Nach Angaben des MDR-Wetterstudios fielen im Saale-Orla-Kreis bis zu 42 Liter je Quadratmeter, in Weimar waren es 30 und in Erfurt 27 Liter. In Jena und Artern blieb der Niederschlag naehzu aus. "Das waren auf kleinsten Teilen große Unterschiede", sagte Oehmichen. Es habe sich um keine geschlossene Gewitterfront gehandelt, sondern um regionale Zellen, was zu derartigen Unterschieden bei den Niederschlagsmengen geführt habe.

A71: Tunnel-Kameras setzen nach Blitzschlag aus

Laut Polizei musste in der Nacht zu Samstag etwa in Arenshausen (Eichsfeld) die Feuerwehr ausrücken. Dort waren Wasser und Schlamm auf die Dorfstraße gespült worden. Auf der Autobahn 71 (Erfurt-Schweinfurt) habe offenbar ein Blitz die Überwachungskameras im Tunnel Behringen außer Gefecht gesetzt, sagte ein Polizeisprecher.

Unwetter zum Wochenstart erwartet

Auch am Samstagvormittag kam es laut Polizei vor allem im Saale-Orla-Kreis zu vereinzelten Einsätzen wegen überspülter Straßen. Im Laufe des Tages zogen Gewitter mit teils heftigem Starkregen über weitere Regionen Thüringens. Der Deutsche Wetterdienst gab mehrfach Unwetterwarnungen heraus, unter anderem vor extremem Gewitter in Nordthüringen (Stufe vier von vier).

Am Sonntag sind im Freistaat erneut einzelne Schauer und Gewitter möglich. Für Montag geht der DWD örtlich von Unwettern mit Starkregen aus.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa,uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. August 2020 | 12:00 Uhr

6 Kommentare

lobo56 vor 6 Wochen

Was lernt der Mensch daraus ? So gut wie nichts.
Bei uns in der Innenstadt wurden gerade erst wieder 30 000 qm zualphaltiert für Parkplätze ! Die Verantwortlichen gehörten umgehen abgesetzt. Beim nächsten großen Starkregen geht's Gejammer dann wieder los. Die Dummheit der Menschen, die angeblich die intelligentesten Wesen sind, ist schon enorm!

Lothar Thomas vor 6 Wochen

Zumindest dürfte dieser Regen für eine Entlastung bei der Waldbrandgefahr gesorgt haben.

Lieber ein Blitz in die Kameras an der A71, als in den bis dahin doch noch trockenen Wald.

Die Feuerwehr hat trotzdem zu tun, wenn es kein Waldbrand ist, dann müssen jetzt die Straßen und Keller vom Schlamm befreit werden.

Noch kann sich keiner sein persönliches Wetter selbst machen.

Lothar Thomas vor 6 Wochen

Hääää???

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