Grau statt grün Umweltstaatssekretär: Schottergärten in Thüringen verbieten

Ihr Aussehen ist Geschmackssache, ihre Pflege wird als nicht besonders aufwendig eingeschätzt und sie liegen im Trend: Schottergärten. Ginge es nach dem Willen von Staatssekretär Olaf Möller, so würden die Betongärten in Thüringen verboten.

Ein Schottergarten vor einem Einfamilienhaus
Hier muss im Sommer kaum gegossen werden, allerdings bietet der Schottergarten keinen Lebensraum für Tiere. Auch in Thüringen wird über ein Verbot diskutiert. Bildrechte: imago images/Arnulf Hettrich

Thüringens Umwelt-Staatssekretär Olaf Möller (Grüne) hat sich für ein Verbot von neuen Schottergärten ausgesprochen. Grund sei der Trend zu insektenfeindlichen Schottergärten besonders in neuen Wohngebieten mit Einfamilienhäusern. Deshalb plädiere er für eine ähnliche Regelung wie in Baden-Württemberg. Dort beschloss der Landtag in der vergangenen Woche ein Naturschutzgesetz, das neue Schottergärten verbietet. Damit sollen Tiere und Pflanzen besser geschützt und ihre Vielfalt erhalten werden.

Nabu: Schottergärten bieten keinen Lebensraum für Tiere

Statt Blumen oder Rasen zieren Kies oder andere Steine Schottergärten. Naturschützern sind sie ein Dorn im Auge, da sie für Tiere und Pflanzen weder Nahrung noch Lebensraum bieten. Kleinsäuger fänden hier keinen Unterschlupf. Auch Reptilien fühlten sich auf diesen monotonen Flächen nicht wohl, so der Naturschutzbund (Nabu) und kritisiert Schottergärten als "ökologisch wertlos". Auch Insekten fänden dort keine Nahrung, was sich auch negativ auf insektenfressende Vögel auswirke.

Welche Wirkung der noch relativ junge Trend zu Schottergärten genau hat, sei noch nicht bestimmt, hieß es aus dem Thüringer Umweltministerium. Allerdings sei der Rückgang einzelner Insektenarten ein Indikator für die Auswirkungen. Das Ministerium verwies etwa auf den Großen Totengräber, der in Thüringen heute als vom Aussterben bedroht gilt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. Juli 2020 | 12:00 Uhr

74 Kommentare

CrizzleMyNizzle vor 17 Wochen

Tja was soll ich sagen, ja autogerecht. Macht doch aber auch Sinn... ist ja Unfallschutz :D - daher werden Straßen auch ausphaltiert, mit Markierungen versehen und so ;)

ich fänds jetzt nicht so cool wenn Rehe und Co ungesehen am Straßenrand warten und vor die Autos laufen. Ich habe mal ein Bambi mitgenommen obwohl ich es gesehen habe und auf die Bremsen ging, aber auch 20kmh können das Ende für ein Reh bedeuten, mehr dann ggf. auch für den Fahrer.

emlo vor 17 Wochen

Sie wissen scheinbar nicht, warum die Landwirtschaft "am Bedarf vorbei produziert", wie Sie so schön schreiben. Mit den Erlösen, die die Landwirtschaft mit ihren Produkten in Deutschland erzielt kann kaum ein Landwirtschaftsbetrieb auskömmlich wirtschaften. Die Folge ist, es wird exportiert, damit sich die ganze Sache wenigstens einigermaßen rechnet. Es sind (nicht nur, aber auch) die "Superschnäppchen-Preise" für Lebensmittel in den deutschen Supermärkten, die zu den von Ihnen kritisierten Zuständen in der Landwirtschaft führen. Wie Sie meinem Kommentar oben entnehmen können, bin ich auch der Meinung, dass sich in der Landwirtschaft etwas ändern muss. Aber die Landwirtschaft zum alleinigen Buhmann für die Umweltprobleme zu machen, greift einfach zu kurz. Da muss sich jeder (auch der Schottergartenbesitzer) an die eigene Nase fassen. Denn Kleinvieh...(siehe oben)

Chemnitzer vor 17 Wochen

Oh Gott, alles autogerecht ? Alles bei drei unterm Tisch, wenn der Autofahrer kommt? Kürzlich suchte ich die Wegerade. Klar, wenn alles abgemäht wird... Die Riesenmaschine hat sogar ein Verkehrsschild gleich mit umgemäht. ( umgestossen )

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