Drei Fahrräder fahren hinteriender auf einer Straße
Besonders gefährdet im Straßenverkehr sind nach wie vor die Radfahrer. Bildrechte: mdr thüringen

Traurige Bilanz Zahl der tödlichen Unfälle in Thüringen gestiegen

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 382 Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Während die Zahl der Verkehrstoten insgesamt zwischen 2010 und 2017 um 13 Prozent gesunken ist, blieb die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer nahezu konstant. Es gelte, die Sicherheit der Fahrradfahrer zu verbessern, sagte Bernhard Veldhues vom Statistischen Bundesamt am Donnerstag in Berlin.

Drei Fahrräder fahren hinteriender auf einer Straße
Besonders gefährdet im Straßenverkehr sind nach wie vor die Radfahrer. Bildrechte: mdr thüringen

Nicht in allen Bundesländern ist die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten gleichermaßen gesunken. In Thüringen, Baden-Württemberg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und im Saarland gab es im Jahr 2017 mehr Verkehrstote als im Vorjahr. In Bremen blieb die Zahl der Getöteten unverändert.

Grafik - Verunglückte nach Bundesländern 2017
Bildrechte: Bundesamt für Statistik

In den übrigen Bundesländern kamen weniger Personen im Straßenverkehr zu Tode. Gemessen an der Bevölkerungsdichte lag das Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken, in Deutschland insgesamt bei 477 Verunglückten je 100 000 Einwohner. Überdurchschnittlich hoch war das Risiko in Bremen, Schleswig-Holstein sowie in Bayern und Niedersachsen.

Den niedrigsten Wert hatte Thüringen mit 405 Verunglückten je 100 000 Einwohner. Die Gefahr, bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt zu werden, lag im Jahr 2017 in Deutschland bei 39 Todesopfern je 1 Million Einwohner.

Besonders schwere Folgen hätten Unfälle mit Lastwagen. Bei etwa jedem dritten Unfall mit Personenschaden, an dem ein Fahrrad und ein Lkw beteiligt waren, handelte es sich um einen Abbiege-Unfall.

Grafik zur Verkehrs-Unfall-Statistik 2018.
Bildrechte: Statistisches Bundesamt 2018

Bei Unfällen mit einem Lastwagen trugen Radfahrer laut Bundesamt nur in rund 20 Prozent der Fälle die Hauptschuld. Politisch wird derzeit diskutiert, wie schwere Unfälle mit Lastwagen verhindert werden können. Im Zentrum der Debatte stehen elektronische Hilfssysteme für Lkw-Fahrer, sogenannte Abbiegeassistenten.

Als "besorgniserregend" bezeichnete der Präsident des Bundesamts, Georg Thiel, dass sich die Zahl der Unfälle mit einem Pedelec, einem Fahrrad mit Hilfsmotor, zwischen 2014 und 2017 mehr als verdoppelt hat. Besonders betroffen waren ältere Radfahrer. Der Bestand an Pedelecs ist in den vergangenen Jahren massiv gestiegen.

Insgesamt kamen 2017 bei Verkehrsunfällen 3.180 Menschen ums Leben. Das ist laut Behörde der niedrigste Stand seit mehr als 60 Jahren. Unfälle können nicht immer auf einen einzigen Grund zurückgeführt werden. Im Jahr 2017 registrierte die Polizei in Deutschland 302.656 Unfällen mit Personenschaden. Die meisten davon sind auf menschliches Versagen zurückzuführen. 88 Prozent aller erfassten Unfallursachen waren Fehlverhalten von Fahrzeugführern, drei Prozent waren Fehlverhalten von Fußgängern.

Grafik zur Verkehrs-Unfall-Statistik 2018.
Bildrechte: Statistisches Bundesamt 2018

Allgemeine Ursachen wie Straßenverhältnisse, Witterungsbedingungen und Hindernisse, zum Beispiel in Form von Wild auf der Fahrbahn, machten nur etwa acht Prozent der Unfallursachen aus, technische Mängel und Wartungsmängel ein Prozent.

Hauptunfallursache waren Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie beim Ein- und Anfahren. Am zweithäufigsten wurde die Vorfahrt beziehungsweise der Vorrang anderer Verkehrsteilnehmer missachtet. Oft wurde auch der Abstand nicht eingehalten beziehungsweise die Geschwindigkeit nicht angepasst.

Unfälle durch nicht angepasste Geschwindigkeit haben nach wie vor die schlimmsten Unfallfolgen: Im Jahr 2017 gab es bei Unfällen, bei denen laut Polizei mindestens einer der Beteiligten zu schnell war, 24 Tote je 1 000 Unfälle mit Personenschaden. Bei allen Unfällen waren es 11 Getötete.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2018, 18:42 Uhr

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3 Kommentare

14.07.2018 14:54 Eulenspiegel 3

Hallo Her S. aus K.
Da gebe ich ihnen Recht. In der allgemeinen Hetze zählt ein Menschenleben nicht mehr viel. Besonders wenn es ein Radfahrer oder ein Fußgänger ist.

[MDR THÜRINGEN: Kommentar gekürzt. Bitte zum Thema diskutieren]

13.07.2018 08:38 Her S. aus K. 2

Solange bei uns durch den Ort Autosfahrer nach herzenslust mit Tempo 50, 60, 70 und mehr durch die Zone 30 rasen dürfen ohne das auch nur ansatzweise versucht wird dies zu unterbinden werden schon noch genug Menschen im Straßebnverkehr getötet.
Bei uns werden Autofahrer die sich an das Tempolimit halten durch dichtes Auffahren und Lichthupe genötigt und wenn Möglich auch noch überholt!
Statt mogens Früh und nachmittags zum berufsverkehr und auch mal in den späten abendstunden und am Wochenende zu kontrollieren, Wird tagsüber von 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr kontroliert wenn Oma und Opa zum einkaufen fahrern! Ab 15.00 Uhr bereitet sich das Ordnungsamt dann auf den Feierabend vor, damit die pendler unbeschwert nach Hause rasen können.

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