Schlange vor Wahllokal in Erfurt-Hochheim
Hohe Wahlbeteiligung erwartet: Schlange vor einem Wahllokal in Erfurt-Hochheim. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Kommunalwahl und Europawahl Hohe Wahlbeteiligung in Thüringen erwartet

Am Sonntag stimmen die Thüringer darüber ab, wer sie in ihrem Dorf, in ihrer Stadt oder in ihrem Kreis vertreten soll. Zudem wird das Europäische Parlament neu gewählt. Es zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab.

Schlange vor Wahllokal in Erfurt-Hochheim
Hohe Wahlbeteiligung erwartet: Schlange vor einem Wahllokal in Erfurt-Hochheim. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

In Thüringen zeichnet sich zur Europa- und Kommunalwahl eine höhere Wahlbeteiligung ab als vor fünf Jahren. Nach Angaben des Landeswahlleiters haben bis 16 Uhr rund 48,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme im Wahllokal abgegeben. Bei den Europawahlen 2014 betrug die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt demnach rund 40 Prozent. Die Briefwähler sind dabei nicht mitgerechnet. An den Wahllokalen bildeten sich zeitweise Schlangen. Zum Teil betrug die Wartezeit länger als eine halbe Stunde.

In Thüringen sind am Sonntag knapp 1,8 Millionen Einwohner zur Kommunalwahl und Europawahl aufgerufen. Die Wahlberechtigten entscheiden darüber, wer sie künftig in den Kommunalparlamenten vertritt. Außerdem werden einige neue Bürgermeister gesucht. Bei der Europawahl entscheiden die Wähler, welche Abgeordneten ins Europäische Parlament einziehen. Die Wahlbüros sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Andrang in Wahllokalen Der Wahltag in Bildern: Europa- und Kommunalwahlen in Thüringen

1,8 Millionen Wahlberechtigte in Thüringen waren am Sonntag aufgerufen, das Europaparlament mitzubestimmen. Gewählt wurden zudem Kreistage, Gemeinde- und Stadträte sowie Bürgermeister. Bilder vom Wahltag gibt's hier.

Schlange vor Wahllokal in Erfurt-Hochheim
Anstehen für die Stimmabgabe: Vor einem Wahllokal im Erfurter Ortsteil Hochheim hat sich am Sonntagmorgen eine Schlange gebildet. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
Schlange vor Wahllokal in Erfurt-Hochheim
Anstehen für die Stimmabgabe: Vor einem Wahllokal im Erfurter Ortsteil Hochheim hat sich am Sonntagmorgen eine Schlange gebildet. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
Wahllokal in Großenbreitenbach
Wahllokal in Großbreitenbach: Bis 16 Uhr gaben 48,5 Prozent aller Thüringer Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie Landeswahlleiter Günter Krombholz mitteilte. 2014 betrug die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt knapp 40 Prozent. Bildrechte: MDR/Barbara Butscher
Wahlberechtigte drängen sich vor Wahlraum in Bleicherode
In Wartestellung: In einem Wahllokal in Bleicherode stehen Wahlberechtige in einer Schlange, um ihre Stimme abgeben zu können. Bildrechte: MDR/Julian Theilen
Kristina Vogel wirft ihren Wahlzettel ein
Kristina Vogel, Kandidatin der CDU für den Erfurter Stadtrat, bei der Stimmabgabe im Rathaus: Die zweifache Olympiasiegerin im Bahnrad-Sport ist seit einem schweren Trainingsunfall 2018 querschnittsgelähmt. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
Wahlhelfer bei der Auszählung von Stimmzetteln in Apolda
Die genaue Zusammensetzung aller Kreistage und Stadträte der kreisfreien Städte wird erst am Montag feststehen. Hintergrund ist, dass die Wahlhelfer sich zuerst um die Europawahl kümmern. Bildrechte: MDR/Barbara Butscher
Wahlzettel kleben in Erfurt-Hochheim an einer Scheibe
Bei den Kommunal- und Europawahlen zeichnete sich am Nachmittag eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
Wahllokal in Großenbreitenbach
Ausgabe der Wahlunterlagen: In den Wahllokalen kam es auch deshalb zu Wartezeiten, weil die Wahlzettel diesmal recht umfangreich ausfielen. In Großbreitenbach füllen die Wahlberechtigten sogar sechs Zettel aus: Neben der Europawahl gibt es eine Kreistagswahl, eine Stadtratswahl, die Bürgermeisterwahl, die Ortschaftsratswahl und die Ortschaftsbürgermeisterwahl. Bildrechte: MDR/Barbara Butscher
Schlange in einem Wahllokal
Auch in der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule in Weimar wurde ein Wahllokal eingerichtet. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Schilder in einem Wahllokal in Weimar
"Man musste schon vormittags relativ lange warten, obwohl mehrere Kabinen zur Vefügung standen", berichtete MDR THÜRINGEN-Reporterin Grit Hasselmann aus Weimar. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Älteres Ehepaar vor einem Wahllokal
"Wählen ist wichtig", sagte der Weimarer Henning Brunotte nach dem Gang zur Wahlurne. Darin waren sich die meisten Besucher des Wahllokals einig. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Schilder vor einem Wahllokal in Weimar
Landesweit hatten von 8 bis 18 Uhr die Wahllokale geöffnet - wie hier in Weimar. In ganz Thüringen gab es rund 2.700 Wahllokale. Bildrechte: MDR/Tobias Herlitzius
Wahllokal in Gera-Weißig mit undichtem Dach
Die Einwohner des Geraer Ortsteils Weißig waren erleichtert, dass zum Wahltag am 26.05.2019 die Sonne schien. Denn in ihrem Dorfgemeinschaftshaus ist das Dach undicht - ein Problem, das lange bekannt war. Hätte es am Wahlsonntag geregnet, hätte die Stadt Gera Planen als provisorischen Schutz vor der Nässe spannen lassen. Bildrechte: MDR/Kathleen Bernhardt
Mann bei Stimmabgabe in Wahllokal in Brotterode-Trusetal
In Brotterode-Trusetal wurden neben dem EU-Parlament auch der Kreistag von Schmallkalden-Meiningen, der Stadtrat und der Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Bildrechte: MDR/Julian Theilen
Erfurt: Wahlberechtigte warten vor dem Gutenberg-Gymnasium Erfurt bei den Wahlen zum Europäischen Parlament und der Kommunalwahl in Thüringen darauf, dass sie ihre Stimme abgeben können. Vom 23.05. bis 26. Mai wählen die Bürger von 28 EU-Staaten ein neues Parlament.
Vor dem Erfurter Gutenberg-Gymnasium war ebenfalls Geduld gefragt. Das Wahllokal in der Landeshauptstadt war nicht das einizige, vor dem sich am Sonntag Schlangen bildeten. Bildrechte: dpa
Erfurt: Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, gibt bei den Wahlen zum Europäischen Parlament und der Kommunalwahl in Thüringen im Gutenberg-Gymnasium Erfurt seine Stimme ab.
Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, gab im Gutenberg-Gymnasium seine Stimme ab. Bildrechte: dpa
Marion Walsmann schiebt ihren Wahlzettel in die Urne
Marion Walsmann plant, für die CDU ins Europaparlament einzuziehen. Hier schiebt sie ihre Wahlzettel in Erfurt-Hochheim in die Urne. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. Mai 2019 | 19:00 Uhr

Wer wird zur Kommunalwahl gewählt?

Zur Kommunalwahl bewerben sich rund 20.000 Kandidaten um mehr als 8.000 Mandate in Gemeinde- und Stadträten beziehungsweise Kreistagen. Die Wähler entscheiden über die Stadt- und Gemeinderäte in 665 kreisangehörigen Kommunen und über die Kreistage ihrer Landkreise. Außerdem werden die Stadträte der sechs kreisfreien Städte neu gewählt. Die Wahlen gelten auch als wichtiger Stimmungstest für die Landtagswahl Ende Oktober.

Außerdem werden 42 Bürgermeisterposten neu besetzt - darunter 20 hauptamtliche. Darunter sind auch Städte und Gemeinden, die im Zuge der Gemeindereform seit der vergangenen Bürgermeisterwahl 2018 neu gegliedert wurden. Entschieden wird außerdem über 839 Ortsteil- beziehungsweise Ortschaftsbürgermeister. An den Wahlen dürfen erstmals auch 16- und 17-Jährige teilnehmen. Für die Europawahl gilt weiterhin das Wahlalter von 18 Jahren.

Welche Thüringer ziehen ins Europaparlament ein?

Bei der Europawahl entscheiden die Wähler auch darüber, ob künftig Thüringer im Europaparlament sitzen. Die bisherigen Thüringer EU-Parlamentarier Dieter Koch von der CDU und Gabriele Zimmer von der Linken treten nicht mehr an. Bei der SPD rückte schon im Dezember Babette Winter für Jakob von Weizsäcker nach und will ihr Mandat verteidigen. 

Die Thüringer CDU hat die frühere Landesministerin Marion Walsmann ins Rennen geschickt. Ziemlich sicher im nächsten EU-Parlament sitzt der Linke-Spitzenkandidat Martin Schirdewan. Der Berliner gehört dem Thüringer Landesverband an. Chancen rechnet sich auch Robert-Martin Montag von der FDP aus. Auf dem Wahlzettel sind insgesamt 40 Parteien vertreten. Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme.

Stimmen ohne Wahlbenachrichtigung abgeben

Auch wer seine Wahlbenachrichtigung verloren hat, kann am Sonntag seine Stimme abgeben. Darauf weist der Landeswahlleiter Günter Krombholz hin. Die Benachrichtigung hilft dem Wahlvorstand zwar zur schnellen Suche im Wählerverzeichnis. Steht der Wähler aber einmal im Verzeichnis, kann er unter Vorzeigen des Personalausweises seine Stimmen abgeben.

Der Wahlleiter weist daraufhin, dass Personalausweis oder Reisepass grundsätzlich mit ins Wahlbüro genommen werden und auf Verlangen vorgezeigt werden müssen. Zuvor hatten schon über 210.000 Thüringer Briefwahlunterlagen angefordert. Das sind deutlich mehr als bei den Wahlen vor fünf Jahren.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. Mai 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2019, 17:02 Uhr

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3 Kommentare

26.05.2019 16:36 Pfingstrose 3

In Thüringen zeichnet sich zur Europa- und Kommunalwahl eine höhere Wahlbeteiligung ab als vor fünf Jahren. Nach Angaben des Landeswahlleiters haben bis 14 Uhr mehr als 36 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme im Wahllokal abgegeben. Bei den Europawahlen 2014 betrug die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt demnach rund 31 Prozent. Die Briefwähler sind dabei nicht mitgerechnet. An den Wahllokalen bildeten sich zeitweise Schlangen. Zum Teil betrug die Wartezeit länger als eine halbe Stunde. Was von einem positiven Ergebnis zeichnet.

26.05.2019 14:39 Sonja 2

MDR THÜRINGEN/ls:
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