Bundestagswahl 2017 | Wahlkreis 193 Erfurt-Weimar-Weimarer Land II Martina Renner (Die Linke)

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Die Linke-Bundestagsabgeordnete Martina Renner
Bildrechte: Dirk Reinhardt/MDR

Allgemein

Name: Martina Renner
Alter: 50
Schulbildung: Studium der Philosophie, Kulturwissenschaft, Kunstwissenschaft und Biologie an der Universität Bremen
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
Wohnort: Amt Wachsenburg
politischer Werdegang: Ab 2002 war ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fraktion "Die Linke" im Thüringer Landtag für innenpolitische Themen zuständig und wurde dann 2009 zur Abgeordneten im Thüringer Landtag gewählt. Zu meinen Funktionen als Landtagsabgeordnete gehörte auch das Amt der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und innenpolitischen Sprecherin der Fraktion "Die Linke". Außerdem war ich ab 2012 Obfrau der "Linken" im NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtages, bis ich im September 2013 für den Wahlkreis 192 (Gotha) in den Bundestag gewählt wurde. Hier bin ich Obfrau der "Linken" im NSA-Untersuchungsausschuss und ordentliches Mitglied im Innenausschuss sowie Sprecherin für antifaschistische Politik.

Privat

Was ist Ihre größte Stärke?

  • Ich kann Sachlichkeit und Engagement gut miteinander verbinden.

Was ist Ihre größte Schwäche?

  • Ich sage immer, was ich denke.

Welchem thüringischen und welchem nichtthüringischen Sportverein drücken Sie die Daumen?

  • Ich verfolge kaum irgendeinen Sport aber ich freue mich immer, wenn die gewinnen, denen man es nicht zugetraut hätte.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

  • In den Weinbergen an der Saale.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

  • Eine Angel, ein Buch von Tolstoi und Zeichenutensilien.

Sind Sie derzeit Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen?

  • Nein.

Befinden Sie sich derzeit in der Privatinsolvenz?

  • Nein.

Politisch

Warum haben Sie sich Ihrer Partei zur Verfügung gestellt?

  • "Die Linke" ist für mich der Ort, an dem ich am besten für soziale Gerechtigkeit und ein würdiges Leben für alle streiten kann.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?

  • Die Einführung des Frauenwahlrechts ist ein gutes Beispiel historischer Veränderung. Sie war das Ergebnis sozialer Kämpfe, die ihren Ursprung außerhalb des Parlamentes hatten. Die Geschichte dieser Kämpfe zeigen uns auch heute: Eine Gesellschaft ist nicht frei, wenn nicht alle in ihr frei sind, die Freiheit von Bevölkerungsgruppen ist immer mit der Frage nach sozialer Gerechtigkeit insgesamt verbunden und Rechte müssen erkämpft und verteidigt werden.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel (für die kommende Legislaturperiode?) 

  • Ich möchte den Zukunftsängsten vieler Menschen mit einem Mehr an sozialer Gerechtigkeit begegnen. Die Bürgerinnen und Bürger haben faire Löhne für ihre Arbeit verdient und eine Anerkennung ihrer Leistungen auch im Rentenalter. Nur unter den Voraussetzungen sozialer Sicherheit haben neue und alte Nazis in unserer Gesellschaft keine Chance.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen…

  • …im Bereich Bildung: Die soziale Herkunft bestimmt noch immer den Bildungsweg eines Kindes. Für wirkliche Chancengleichheit muss das Kooperationsverbot in der Bildungspolitik gekippt werden, damit sich auch der Bund an Investitionen in Bildung beteiligen kann. Höhere Qualität von Erziehung und Bildung, intakte Schulgebäude, gelingende Inklusion, die Stärkung der Gemeinschaftsschulen - in all diesen Schritten braucht es Unterstützung des Bundes, um den Flickenteppich in der Bildungslandschaft zu beenden.
  • …im Bereich Forschung und Entwicklung: Thüringen ist schon heute ein Land mit vielen klugen Köpfen und starken Forschungseinrichtungen. Hier braucht es die passenden Unterstützungsmaßnahmen, um diese Vielfalt zu erhalten und weiter zu befördern. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass das ehemalige Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau in Erfurt eine langfristige Perspektive erhält und in der Bundesförderung bleibt. Und ich will meinen Beitrag leisten, dass das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft sich mit vielen Partnerinnen und Partnern vernetzt, um ein Anker im bundes- und europaweiten Kampf gegen Rechts zu sein.
  • …im Bereich Wirtschaft und Verkehr: Erfurt wird ab Dezember 2017 das ICE-Drehkreuz Deutschlands werden, eine tolle Chance für die ganze Region. Das setzt aber voraus, dass auch Städte wie Weimar davon profitieren und nicht abgehängt werden. Ähnliches gilt in der Wirtschaft: Die aktuelle Hochphase mit niedrigen Erwerbslosenzahlen muss von möglichst starken Gewerkschaften genutzt werden, um endlich das Niedriglohnimage von Thüringen abzustreifen und prekäre Beschäftigung zu überwinden.
  • ...im Bereich Innere Sicherheit: Die ständig zunehmende Überwachung durch staatliche Behörden höhlt nicht nur unsere Privatsphäre aus, sie gefährdet auch die Demokratie. Das Versagen der Sicherheitsbehörden beim NSU, aber auch etwa bei Amis Amri, zeigen deutlich auf, das es nicht an Überwachung mangelt sondern an konsequenter Verfolgung von Straftaten. Wir brauchen keine Geheimdienste, die vertuschen statt aufklären, sondern gute Polizeiarbeit vor Ort. Außerdem ist es mir wichtig, öffentliche Sicherheit als soziale Sicherheit zu denken. Nicht ein Mehr an Überwachung und Kontrolle gibt uns Sicherheit, sondern eine bessere soziale Absicherung für alle.

Was ist die wichtigste Aufgabe beim Thema Zuwanderung?

  • Es ist dieselbe Aufgabe, wie bei fast jedem anderen Thema: Die gerechte Verteilung und die Ermöglichung eines guten Lebens für alle. Es ist genug von allem und für alle da. Es ist nur ungerecht verteilt. Das kann man aber ändern.

Mit welcher Partei können Sie sich eine Koalition vorstellen?

  • Mit einer Partei, die konsequent für Frieden und gegen deutsche Kriegseinsätze eintritt und die mit uns eine wirksame Vermögenssteuer einführen möchte.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: 2019 sollte es in Thüringen...

  • … mehr Hoffnung, mehr soziale Gerechtigkeit und eine zweite Amtszeit von Bodo Ramelow geben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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