Wahljahr 2019 Thüringentrend: Plus für Rot-Rot-Grün - aber ohne Mehrheit

Sieben Monate vor der Landtagswahl kann die rot-rot-grüne Regierungskoalition trotz Zugewinns nicht auf eine Mehrheit bauen. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des MDR THÜRINGEN kommen die drei Regierungsparteien auf 43 Prozent der Wählerstimmen. CDU und AfD verlieren leicht an Zustimmung.

Grafik zur infratest-dimap-Umfrage Thüringentrend März 2019
Bildrechte: MDR/infratest-dimap

Sieben Monate vor der Landtagswahl kann die rot-rot-grüne Regierungskoalition trotz Zugewinns nicht auf eine Mehrheit bauen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest-dimap im Auftrag von MDR THÜRINGEN sprachen sich in der sogenannten Sonntagsfrage 24 Prozent der Befragten für die Linken aus. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als vor einem halben Jahr. Die SPD gewann einen Prozentpunkt und kommt auf 11 Prozent. Die Grünen verbessern sich um zwei Punkte auf acht Prozent. Die CDU verliert zwei Prozentpunkte und kommt auf 28 Prozent, bleibt aber vorne. Die AfD verzeichnet ein Minus von drei Prozentpunkten und liegt aktuell bei 20 Prozent. Die FDP bleibt unverändert bei fünf Prozent.

Einschätzung der Parteien-Kompetenz bei politischen Aufgaben

Im März 2019 befragte infratest-dimap rund 1.000 Wahlberechtigte zu ihrer Einschätzung, welche Partei in Thüringen bestimmte politische Aufgaben am ehesten lösen kann. Die Grafiken zeigen die Ergebnisse.

Grafik zur infratest-dimap-Umfrage Thüringentrend März 2019
Die Frage lautete: Welcher Partei trauen Sie am ehesten zu, diese Aufgabe in Thüringen zu lösen: Wirtschaft in Thüringen voranbringen? Bildrechte: MDR/infratest-dimap
Grafik zur infratest-dimap-Umfrage Thüringentrend März 2019
Die Frage lautete: Welcher Partei trauen Sie am ehesten zu, diese Aufgabe in Thüringen zu lösen: Wirtschaft in Thüringen voranbringen? Bildrechte: MDR/infratest-dimap
Grafik zur infratest-dimap-Umfrage Thüringentrend März 2019
Die Frage lautete: Welcher Partei trauen Sie am ehesten zu, diese Aufgabe in Thüringen zu lösen: Kriminalität und Verbrechen in Thüringen bekämpfen? Bildrechte: MDR/infratest-dimap
Grafik zur infratest-dimap-Umfrage Thüringentrend März 2019
Die Frage lautete: Welcher Partei trauen Sie am ehesten zu, diese Aufgabe in Thüringen zu lösen: gute Schul- und Bildungspolitik betreiben? Bildrechte: MDR/infratest-dimap
Grafik zur infratest-dimap-Umfrage Thüringentrend März 2019
Die Frage lautete: Welcher Partei trauen Sie am ehesten zu, diese Aufgabe in Thüringen zu lösen: gute Asyl- und Flüchtlingspolitik betreiben? Bildrechte: MDR/infratest-dimap
Grafik zur infratest-dimap-Umfrage Thüringentrend März 2019
Die Frage lautete: Welcher Partei trauen Sie am ehesten zu, diese Aufgabe in Thüringen zu lösen: Versorgung auf dem Land sicherstellen? Bildrechte: MDR/infratest-dimap
Grafik zur infratest-dimap-Umfrage Thüringentrend März 2019
Die Frage lautete: Welcher Partei trauen Sie am ehesten zu, diese Aufgabe in Thüringen zu lösen: für soziale Gerechtigkeit sorgen? Bildrechte: MDR/infratest-dimap
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. März 2019 | 19:00 Uhr

Aktuell keine Neuauflage für rot-rot-grüne Koalition möglich

Trotz der Gewinne der Regierungsparteien und der Verluste bei den Oppositionsparteien reicht es aktuell nicht für eine Neuauflage der rot-rot-grünen Koalition. Wenn die Umfrage auch das Landtagswahlergebnis wäre, dann würde eine Regierungsbildung im Thüringer Landtag schwierig. CDU und Linke würden rein rechnerisch auf eine Mehrheit der Sitze im Landtag kommen, haben eine mögliche Zusammenarbeit aber bereits ausgeschlossen. Möglich wäre eine Zusammenarbeit von CDU, SPD, Grünen und FDP. Diesem Vierer-Bündnis stünde dann eine Opposition aus Linken und AfD entgegen.

Grafik zur infratest-dimap-Umfrage Thüringentrend März 2019
Bildrechte: MDR/infratest-dimap

Kaum Veränderung gab es bei den Zustimmungswerten für die Landesregierung. 55 Prozent der Befragten erklärten, mit der Arbeit von Rot-Rot-Grün "zufrieden" bis "sehr zufrieden" zu sein. Das ist ein Prozentpunkt mehr als bei der letzten Umfrage. Dieser Wert fiel bei den Anhängern der Linken mit 90 Prozent am höchsten aus. Aber auch von den CDU-Wählern konnte noch mehr als jeder Zweite der Arbeit von Bodo Ramelow etwas oder sogar etwas mehr abgewinnen (53 Prozent).

52 Prozent würden Ramelow zum Ministerpräsidenten wählen

Bild-Kombo Thüringer Spitzenkandidaten für Landtagswahl 2019 Bodo Ramelow (Linke), Mike Mohring (CDU) und Björn Höcke (AfD)
Wenn der Ministerpräsident direkt gewählt würde, dann würden 52 Prozent der Befragten für Bodo Ramelow (links), 20 Prozent für Mike Mohring (Mitte) und neun Prozent für Björn Höcke (rechts) stimmen. Bildrechte: imago, dpa

Auf die Frage, "Wenn Sie den Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, für wen würden Sie sich entscheiden?", antworteten 52 Prozent "Bodo Ramelow". Oppositionsführer Mike Mohring kam auf 20 Prozent, AfD-Parteichef Björn Höcke auf 9 Prozent. Mohring und Höcke liegen damit unter den Zustimmungswerten für CDU (28 Prozent) und AfD (20). Die Zustimmung für den amtierenden Ministerpräsidenten Bodo Ramelow geht zudem über die Grenzen seiner Partei hinaus: 38 Prozent der CDU-Anhänger und 21 Prozent der AfD-Anhänger würden den Linken wählen. Gleichzeitig erklärten aber 46 Prozent der CDU-Wähler, den CDU-Kandidaten wählen zu wollen. Von den AfD-Anhängern würden 41 Prozent ihren eigenen Kandidaten wählen. Für die Umfrage wurden in Thüringen 1.005 Personen im Zeitraum vom 19. bis zum 23. März 2019 befragt.

Grafik zur infratest-dimap-Umfrage Thüringentrend März 2019
Bildrechte: MDR/infratest-dimap

Informationen zur Studie: ThüringenTREND März 2019 Studie von infratest-dimap im Auftrag des MDR THÜRINGEN

Grundgesamtheit für die Studie: Alle Wahlberechtigten in Thüringen

Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl

Zahl der Befragten: 1.005 Wahlberechtigte

Erhebungsverfahren: Telefoninterviews

Zeitraum der Befragung: 19. bis 23. März 2019

Anmerkung der Autoren der Studie: Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wählerinnen und Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. März 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 19:00 Uhr

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83 Kommentare

29.03.2019 13:26 Grosser, Klaus 83

Wer immer noch die AfD in Thüringen unter Bernd Höcke, als eine demokratische Partei ausgibt, sollten den Artikel: "Urfaschismus"
von Umberto Eco, vom 7. Juli 1995, in der: DIE ZEIT, 28/1995 lesen.
In der vorgestellten Form hat die Wahlumfrage keinen Wert, denn
1. In der Wahlumfrage fehlen die unentschlossenen Wähler bzw. die Nichtwähler.
2. Es ist nicht gefragt worden, wieso die Mehrheit der Wähler die mit der Arbeit der Landesregierung und des Ministerpräsidenten zufrieden ist, nicht eine der drei Koalitionsparteien wählen wrden.

28.03.2019 20:58 Martin Vomberg 82

@ Demske Nr. 80
"In Österreich klappt es doch auch, auch wenn der Höcke fürchterlich ist."

Genau dieser Umstand wird R2G vermutlich zur Wiederwahl verhelfen und die Wählerschaft im politische linken Lager enorm mobilisieren! Einen ähnlichen Effekt gab es 2002 bei der Bundestagswahl, als es darum ging, Edmund Stoiber als Kanzler zu verhindern. Höcke ist der beste Wahlkampfhelfer und Garant für den Fortbestand von R2G, den sich Ramelow nur wünschen kann!

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