Bundestagswahl 2017 | Wahlkreis 193 Erfurt-Weimar-Weimarer Land II Carsten Schneider (SPD)

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Carsten Schneider Direktkandidat Bundestagswahl 2017 für SPD (Wahlkreis 193)
Bildrechte: MDR/Carsten Schneider

Allgemein

Name: Carsten Schneider
Alter: 41
Schulbildung: Abitur, Ausbildung zum Bankkaufmann, weiterbildendes Studium "Public Policy" an der Universität Erfurt
Familienstand: verheiratet, 2 Kinder
Wohnort: Erfurt
politischer Werdegang: seit 1998 Mitglied im Deutschen Bundestag, 2005-2013 Haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

Privat

Was ist Ihre größte Stärke?

  • Die Ruhe zu bewahren, wenn es hektisch wird. 

Was ist Ihre größte Schwäche?

  • Lange Sitzungen nerven mich. Dann werde ich ungeduldig. Es gehört aber zum Beruf.

Welchem thüringischen und welchem nichtthüringischen Sportverein drücken Sie die Daumen?

  • Ganz schwierige Frage: Es gibt so viele tolle Vereine und Teams in Thüringen. Ich bin Fan von Rot-Weiß-Erfurt, der Erfurter Bahnradfahrerinnen und -fahrer und der Wintersportler. Außerhalb Thüringens bin ich seit den frühen Neunzigern ein großer Fan von Eintracht Frankfurt. Die Mannschaft hat mich damals mit Lajos Detari und Jay-Jay Okocha in ihren Bann gezogen.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

  • Es gibt unzählige schöne Ecken im Freistaat. In meiner Freizeit treibe ich gerne Sport. Im Winter Langlaufen im Thüringer Wald, im Sommer mit der Angel an der Ilm oder auf dem Rennrad auf meiner Hausrunde.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

  • Zählt meine Familie als eins oder muss ich jede einzeln einplanen?

Sind Sie derzeit Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen?

  • Nein.

Befinden Sie sich derzeit in der Privatinsolvenz?

  • Nein.

 Politisch

Warum haben Sie sich Ihrer Partei zur Verfügung gestellt?

  • Ich wurde Anfang der Neunziger politisiert. Es gab damals viele Probleme und damit genügend Gründe sich als junger Ostdeutscher einzubringen: Betriebsschließungen, Arbeitslosigkeit, Fremdenhass. Die SPD ist seit jeher die Problemlösungspartei an der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – Gerechtigkeit mein persönliches politisches Credo. Das passte und passt also sehr gut zusammen!

Welche Reform bewundern Sie am meisten?

  • Reformen sind gut für unser Land, wenn sie für viele Bürgerinnen und Bürger das Leben verbessern. In dieser Legislaturperiode ganz klar die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns. Die SPD hat jahrelang dafür gekämpft und damit vielen Beschäftigten nicht nur mehr Geld am Monatsende, sondern auch ein Stück mehr Anerkennung ihrer Leistung verschafft. Der Mindestlohn hat 190.000 Thüringerinnen und Thüringern eine Lohnerhöhung um 18 Prozent gebracht.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel (für die kommende Legislaturperiode?) 

  • Für mich ist wichtig, dass die Voraussetzungen stimmen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Gerade für Frauen ist das meist aber nicht der Fall: geringeres Einkommen, schlechtere Aufstiegschancen und später eine geringere Rente. Das wollen wir ändern. Als ersten Schritt haben wir bereits das "ElterngeldPlus" eingeführt. In einem nächsten Schritt werden wir eine Familienarbeitszeit einführen. Wenn beide Eltern ihre Arbeitszeit partnerschaftlich aufteilen, erhalten sie das Familiengeld. Es beträgt jeweils 150 Euro monatlich für beide Eltern, wenn je nach betrieblicher bzw. tarifvertraglich geltender Vollzeit 26 bis 36 Wochenstunden arbeiten. Und es wird bis zu 24 Monate gezahlt. Gerade Familien mit kleinen Einkommen sollen sich Zeit mit der Familie leisten können. Außerdem wollen wir, dass wer sich für einen Teilzeitjob entscheidet, später auch wieder in Vollzeit zurückkehren kann.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen…

  • …im Bereich Bildung: Gerechtigkeit fängt bei den Kindern an. Alle müssen die gleichen Chancen haben, unabhängig vom Einkommen der Eltern und vom Wohnort. Was mich persönlich ganz besonders freut: Die SPD hat erreicht, dass der Bund endlich bei der Sanierung von Schulen helfen kann. Wir haben dafür das Grundgesetz geändert und in einem ersten Schritt dreieinhalb Milliarden bereitgestellt. Die zusätzlichen Mittel sollen in moderne, gut ausgestattete Schulgebäude und Klassenräume fließen. Diese sind entscheidend für mehr Chancengleichheit im Bildungssystem. Die Ausgaben dafür wollen wir nach der Wahl weiter erhöhen.
  • …im Bereich Forschung und Entwicklung: Thüringen braucht mehr Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung. Nur so werden wir eine Chance bekommen, den Unterschied beim Wirtschaftswachstum zu den alten Bundesländern zu verringern. Die Unternehmen im Freistaat sind innovativ. Eine breit angelegte öffentliche Forschungsförderung muss dazu einen Beitrag leisten. Die Gründung der neuen Institute des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt und der Fraunhofer Gesellschaft waren deshalb wichtige Erfolge meiner Arbeit in den letzten vier Jahren. Der Osten hat bei der Gründung solcher Institute noch einen großen Nachholbedarf.
  • …im Bereich Wirtschaft und Verkehr: Der Thüringer Arbeitsmarkt ist momentan in guter Verfassung. Die Arbeitslosigkeit ist historisch niedrig. Aber wir müssen in Thüringen in den nächsten Jahren durch bessere Tarifabschlüsse und die Abschaffung sachgrundloser Befristungen für höhere Löhne und sicherere Jobs sorgen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen gerecht am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden. Eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist eine gute Verkehrsanbindung. Die Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung, die ich nach vielen Jahren endlich durchsetzen konnte, muss jetzt auch schnell begonnen werden. Wir schaffen damit eine gute Anbindung zur neuen ICE-Verbindung. Kürzere Fahrtzeiten im Nah- und Fernverkehr zahlen sich für alle aus.
  • ...im Bereich Innere Sicherheit: Sicherheits- und Rettungskräfte verteidigen unsere freiheitliche Gesellschaft. Dafür brauchen sie eine gute personelle Ausstattung, auch um die Überstunden zu begrenzen. Und die technische Ausrüstung sollte immer auf dem neuesten Stand der Technik sein. Wir haben bei der Bundespolizei mehrere Tausend neue Stellen geschaffen. Das Land hat die Ausbildungskapazitäten ausgebaut. Das wichtigste Ziel für die nächsten Jahre ist neben einer besseren Ausstattung vor allem die bessere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden im In- und Ausland. Hier gibt es noch Verbesserungspotenzial.

Was ist die wichtigste Aufgabe beim Thema Zuwanderung?

  • Im Moment gibt es viele Krisen und Konflikte auf der Welt. Diese wirken sich auch bei uns aus und stellen Deutschland und Europa vor bislang so nicht gekannte Herausforderungen. Wichtig ist mir, dass in Europa eine gerechte Verteilung der Geflüchteten durchgesetzt wird. Das hat die Bundeskanzlerin bisher nicht geschafft. Und: Wir brauchen ein Zuwanderungsgesetz, das abseits von Fluchtursachen klare Regeln aufstellt für Menschen, die hierher kommen. Denn klar ist, dass wir eine stärkere Steuerung der Zuwanderung brauchen.

Mit welcher Partei können Sie sich eine Koalition vorstellen?

  • Die SPD tritt an, um im Bundestag stärkste Kraft zu werden und mit Martin Schulz den nächsten Bundeskanzler zu stellen. Zur Wahl steht die Zukunft in Deutschland, in Europa und grundsätzliche Entscheidungen darüber, wie wir zusammenleben wollen. Ich bin überzeugt, dass wir dafür sowohl das bessere Personal als auch das bessere Programm haben. Wer am 24. September 2017 den Regierungsauftrag erhält, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger. Bis dahin werde ich alles tun, um für die Positionen der SPD zu werben.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: 2019 sollte es in Thüringen...

  • …ein gutes Stück gerechter zugehen, wobei für die SPD die Belange ehrlicher Arbeitnehmerinnen und -nehmer, Familien mit kleinem Einkommen und die Bildung der nächsten Generation ganz oben auf der Agenda stehen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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