Bundestagswahl 2017 | Wahlkreis 194 Gera-Greiz-Altenburger Land Elisabeth Kaiser (SPD)

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Elisabeth Kaiser von der SPD - Direktkandidatin im Wahlkreis 194
Bildrechte: MDR/Elisabeth Kaiser

Allgemein

Name: Elisabeth Kaiser
Alter: 30
Schulbildung: Abitur, Master in Politik- und Verwaltungswissenschaften
Familienstand: verheiratet, 1 Stiefsohn
Wohnort: Gera
politischer Werdegang: 2006-2008 Mitglied bei AEGEE Erfurt e.V. (2007-2008 Generalsekretärin); 2010-2014 Mitglied bei der Jungen Europäischen Bewegung Berlin-Brandenburg; seit 2012 Mitglied in der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD); 2012-2014 Beisitzerin im Vorstand des SPD-Ortsvereins Babelsberg/Potsdam; 2015 Mitbegründerin des Bündnisses Mitmenschlich in Thüringen; seit 2016 Mitglied der Jungen Europäischen Föderalisten Thüringen e. V. (JEF e.V.); seit November 2016 stellvertretende Kreisvorsitzende der SPD-Gera; Januar 2017 Nominierung zur SPD-Direktkandidatin für den Bundestagswahlkampf im Wahlkreis 194 (Gera – Greiz - Altenburger Land)

Privat

Was ist Ihre größte Stärke?

  • Die Fragen nach Stärken und Schwächen finde ich immer recht schwierig. Ich denke, dass ist sehr subjektiv. Ich denke, ich kann mit Menschen gut ins Gespräch kommen. Das macht mir Freude. Denn ich kann sehr gut zuhören und mich in die Situation anderer hineinversetzen. Jeder hat eine andere besondere Geschichte zu erzählen. Dadurch erfahre ich viel über die Personen und kann dann auch besser ihre Entscheidungen und ihr Handeln verstehen. Das ist wiederum auch für mein politisches Handeln wichtig.

Was ist Ihre größte Schwäche?

  • Ich fühle mich schnell für Dinge verantwortlich. Das bedeutet, dass ich schnell viele Aufgaben übernehme. Da kommt das Privatleben manchmal etwas zu kurz.

Welchem thüringischen und welchem nichtthüringischen Sportverein drücken Sie die Daumen?

  • Ich freue mich vor allem über die Erfolge der Volley-Damen des VfB Lotto Thüringen und der Deutschen Frauennationalmannschaft im Fußball. Ich finde die Leistungen der starken Frauen verdient durchaus mehr Aufmerksamkeit.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

  • Natürlich in meiner Heimat. Schon als Kind wanderte ich mit meinen Eltern und Großeltern durch das Thüringische Vogtland. Immer wieder einen Ausflug wert ist der Märchenwald bei Wünschendorf. Ganz in der Nähe ist die Clodramühle, wo erst vor kurzem zwei junge Brüder die Gastronomie übernommen haben und mit viel Kreativität Gäste anlocken. Aber auch die Talsperren in Ostthüringen bieten viel Raum für Erholung. In Zeulenroda z. B. kann man wunderbar um die Talsperre herumwandern und sich hinterher im Freibad erfrischen. Aber auch kulturell bietet die Region viel. Neben den Museen, Theatern und Schlössern der drei Residenzstädte Gera, Greiz und Altenburg finden sich auch in kleineren Ortschaften anmutige Burgen wie die Osterburg in Weida oder Schloss Posterstein und hübsche Kirchen.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

  • Kommt natürlich darauf an, wie lange ich dort sein würde... Ein Notizbuch mit Stift wäre gut, damit ich all meine Abenteuer aufschreiben kann. Ein Werkzeugkasten und ein Handbuch, wie man in der Natur überlebt, sind sicherlich auf einer einsamen Insel ganz hilfreich. Gut wäre auch eine Tüte mit Samen meiner Lieblingsnahrungsmittel. Ich liebe Gemüse.

Sind Sie derzeit Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen?

  • Nein.

Befinden Sie sich derzeit in der Privatinsolvenz?

  • Nein.

 Politisch

Warum haben Sie sich Ihrer Partei zur Verfügung gestellt?

  • Ich habe viel von den Errungenschaften der SPD profitiert und verdiene heute durch die Partei meine Brötchen. Vor allem aber bin ich im Herzen Sozialdemokratin und möchte meiner Partei nun etwas zurückgeben und für sie kämpfen.  

Welche Reform bewundern Sie am meisten?

  • Wirkliche Bewunderung für eine Reform auszusprechen fällt mir schwer. Großen Respekt habe ich vor der Kraft der Sozialdemokratie, die zu den großen Sozialreformen der 1880er-Jahre führten. Ohne Rücksicht auf das eigene Leben, setzen sich die Genossinnen und Genossen für die Arbeiterschaft ein. So viel Mut würde man sich heute auch manchmal von Politikerinnen und Politikern wünschen. Ein ganz aktuelles Beispiel einer längst überfälligen Entscheidung sehe ich in dem Entschluss des Deutschen Bundestages, die Ehe für Alle einzuführen. Die Ehe für Alle stößt auf breite Zustimmung innerhalb der Bevölkerung. Die SPD hat sie viele Jahre gefordert. Am 30. Juli fällte eine große Mehrheit des Bundestages - ohne an die Fraktionsdisziplin gebunden zu sein - den lange geforderten Beschluss. Das war ein guter Tag für unsere Demokratie. 

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel (für die kommende Legislaturperiode?) 

  • Ich habe eine Vision für meine Heimat Ostthüringen. Ostthüringen hat einiges zu bieten: Ein gutes Angebot an Kindertagestätten und Pflegeeinrichtungen, günstigen Wohnraum, eine exzellente Kulturlandschaft und vielfältige Naherholungsgebiete. Ich möchte, dass die Menschen hierbleiben oder zurückkommen. Dafür müssen wir in den nächsten Jahren die Weichen stellen. Wir brauchen schnelle Züge und sichere Straßen, schnelles Internet und umfassende Angebote für Jung und Alt - in der Stadt und auf dem Land. Bildung sollte Bundessache werden, damit die nötigen Investitionen getroffen werden können und Schülerinnen und Schüler keine Angst vor einem Umzug von einem anderen Bundesland nach Thüringen haben müssen.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen…

  • …im Bereich Bildung: Unser Ziel sollte es sein, dem Unterrichtsausfall ein Ende zu bereiten. Schulen und Kitas sollten gut ausgestattet und ordentlich in Schuss sein. Denn Kinder sollen gerne zur Schule gehen. Das fängt schon beim Umfeld an. Wichtig ist, dass Bildung kostenlos wird - von der Kita bis zur Hochschule.
  • …im Bereich Forschung und Entwicklung: Thüringen sollte die Forschungsstandorte weiterentwickeln und ausbauen. Ich strebe stärkere und mehr Kooperationen zwischen Ostthüringen und den Forschungsstandorten Jena und Leipzig an. In der Wirtschaft und in der Forschung müssen wir über Ländergrenzen hinweg denken, wo wir bereits beim nächsten Thema wären.  
  • …im Bereich Wirtschaft und Verkehr: Thüringen liegt im Herzen Deutschlands und kann zum Dreh- und Angelpunkt des Warenverkehrs werden und als Flächenland ist Thüringen auch als Produktionsstandort interessant. Wir müssen deshalb die Bedingungen schaffen, dass sich Unternehmen bei uns ansiedeln. Das geht eben nicht mit dem Image eines Niedriglohnlandes, wie es die CDU viele Jahre nach außen vertreten hat. Es wird zukünftig darauf ankommen, welche Vorteile der Standort potenziellen Arbeitnehmern bieten kann. Wichtig ist auch, dass wir die Chancen der Digitalisierung nutzen. Warum nicht ein thüringisches Silicon Valley? Wirtschaft und Arbeit 4.0 kann für eine industriearme Region tatsächlich eine Option sein, mit der Ansiedlung kreativer Gründerinnen und Gründern für wirtschaftlichen Aufschwung zu sorgen.
  • ...im Bereich Innere Sicherheit: Sollten wir den Herausforderungen der Zeit nicht durch immer schärfere Gesetze begegnen, sondern bestehende Regelungen besser umsetzen. Vor allem sollten wir nicht an der Sicherheit sparen, sondern für genug Polizistinnen und Polizisten sowie eine angemessene Ausstattung der Sicherheitskräfte sorgen. Hinsichtlich der Terrorismusbekämpfung ist es notwendig, dass die Verfassungsschutzämter der Länder noch enger zusammenarbeiten und der interne Informationsaustausch optimiert wird.

Was ist die wichtigste Aufgabe beim Thema Zuwanderung?

  • Wir brauchen in Deutschland und Europa eine gut aufeinander abgestimmte Flüchtlings- und Einwanderungspolitik. Wir brauchen vor allem endlich ein Einwanderungsgesetz, mit dem sich verständlich und transparent klären lässt, wer aus wirtschaftlichen Gründen einwandern kann. Daneben müssen wir für eine geordnete Aufnahme von Geflüchteten sorgen und die mit Bleiberecht schneller integrieren. Um Schleppern Einhalt zu gebieten und illegale Einwanderung zu beschränken, benötigen wir eine gemeinschaftliche Sicherung der Außengrenzen Europas, vor allem aber müssen die Fluchtursachen in den Heimatländern der Geflüchteten bekämpft werden. Alle Maßnahmen sollten parallel zueinander erfolgen.

Mit welcher Partei können Sie sich eine Koalition vorstellen?

  • Grundsätzlich mit allen demokratischen Parteien. Die AfD zähle ich ausdrücklich nicht dazu. Allerdings plädiere ich dafür, von einer erneuten Koalition als Juniorpartner der CDU abzusehen. Das würde die SPD weiter schwächen. Wir werben im Wahlkampf 2017 für 100 Prozent Sozialdemokratie. Nach der Wahl müssen wir sehen, wer auf uns zukommt und welche Angebote uns gemacht werden.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: 2019 sollte es in Thüringen...

  • …eine starke sozialdemokratische Regierung geben. 

Quelle: MDR THÜRINGEN

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