Thüringentrend von infratest-dimap Rot-Rot-Grün wäre bei Neuwahl ohne Mehrheit

Linke, SPD und Grüne würden ihre Regierungsmehrheit in Thüringen bei einer Landtagswahl am Sonntag verlieren. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest-dimap im Auftrag von MDR THÜRINGEN ergeben. Grund ist der deutlich gewachsene Zuspruch für die AfD, während CDU, Linke und SPD im Vergleich zur letzten Umfrage im September 2015 Stimmenanteile einbüßen würden. Die Werte für die Bündnisgrünen sind unverändert.

Eine Säulengrafik zeigt Umfragewerte und Ergebnisse von Parteien in Thüringen an.
Umfragen von Juni 2016 und September 2015 im Vergleich Bildrechte: infratest-dimap/MDR

Die CDU bleibt mit aktuell 32 Prozent in Thüringen stärkste Partei, verliert aber gegenüber der letzten Umfrage drei Prozentpunkte. Auch die Linke als zweitstärkste Kraft muss mit jetzt 25 Prozent Einbußen von zwei Prozentpunkten hinnehmen. Klar drittstärkste Partei wäre im Moment die AfD, für die sich in der Umfrage 19 Prozent aussprachen. Im Vergleich zur September-Umfrage verdoppelte die Partei ihren Stimmenanteil.

Die SPD rutscht dagegen auf den schlechtesten Wert ab, den infratest-dimap jemals für die Thüringer Sozialdemokraten ermittelte. Aktuell würden elf Prozent (-2) der Thüringerinnen und Thüringer für die SPD stimmen. Die Grünen bleiben stabil bei sieben Prozent. Für FDP und NPD würden jeweils weniger als drei Prozent votieren.

Damit hätte die derzeit regierende Koalition aus Linke, SPD und Grünen mit nun 43 Prozent keine Mehrheit mehr im Landtag. Möglich wäre eine "Kenia-Koalition" aus CDU, SPD und Grünen, wie sie bereits im Nachbarland Sachsen-Anhalt regiert. Sie käme auf 50 Prozent. Rechnerisch gäbe es auch eine Mehrheit für ein Bündnis von CDU und AfD (51 Prozent) oder eine Koalition aus CDU und Linke (57 Prozent). Diese beiden Konstellationen werden bisher aber von den beteiligten Parteien ausgeschlossen.

Eine Säulengrafik
Umfrage- und Wahlergebnisse im Vergleich: Die Säulen zeigen jeweils von links die Werte für die Umfrage vom Juni 2016, die Umfrage vom September 2015 und die Landtagswahl vom September 2014. Bildrechte: infratest-dimap/MDR

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2016, 05:00 Uhr

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144 Kommentare

19.06.2016 21:16 Und dann? Wo ist die Opposition? Es gibt keine. 144

@19.06.2016 15:11 PeterPlys (142 Wer aber meint, die AfD bekommt mit ihrem Wahlprogramm auch nur ein Problem gelöst, wird sich eines besseren belehren lassen müssen. Aber noch ist bis zu den Wahlen ja ein wenig Zeit, um dies zu durchschauen...) - Und? Wenn wir es dann "durchschaut haben - wen wählen wir dann? Das alte Elend erneut? Dieses sich Durchmerkeln durch Überfahren von 90 Prozent der Bevölkerung muß aufhören. Am besten vorgestern.

19.06.2016 17:09 Simon60 143

PeterPlys@142: Natürlich wird die AfD kein Problem lösen. Selbst wenn sie es wirklich wollte, das System lässt dies im Grunde gar nicht zu.
Ja Sie haben Recht, sie können Ihre Stimme gelegentlich abgeben (sie ist dann für 4 Jahre weg) und stimmt, die SPD wurde abgestraft. Aber ich Frage Sie? Wen soll denn der Bürger Ihrer Meinung nach wählen, wenn er die Parteien abstrafen will, die die offenen Grenzen zu verantworten haben oder dieser Politik zustimmen, also alle im Bundestag vertretenen Pareien. Es gibt im Bundestag derzeit keine Opposition!
Nennen Sie mir eine Partei, die mit Sicherheit über die Sperrklausel kommt und sich als Opposition zu derzeitigen Einwanderungspolitik (Selbst Analphabeten und Steinzeitmuslimen dürfen bleiben) der Einheitspartei versteht.
Was Sie mit der AfD sehen ist ein Abstrafen aller etablierten Parteien und wenn sich deren Politik nicht radikal ändert wird diese Partei auch dann nicht bei 20% stehen bleiben, wenn sie noch radikalere Sprüche absondert.

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Statistische Daten zur Umfrage

Statistische Daten zur Umfrage

Institut: infratest-dimap
Zahl der Befragten: 1.701 (repräsentative Stichprobe)
Zeitraum der Befragung: 10.-15.06.2016