Kommunalwahl in Thüringen Oberbürgermeister in Weimar und Gera abgewählt

Bei den Kommunalwahlen am Sonntag in Thüringen hat kein Oberbürgermeister der sechs kreisfreien Städte sein Amt im ersten Wahlgang behaupten können. Im Gegenteil: Zwei Oberbürgermeister - Stefan Wolf in Weimar und Viola Hahn in Gera - unterlagen klar ihren Konkurrenten und wurden abgewählt. Neuer Oberbürgermeister von Weimar wurde der von CDU und Weimarwerk unterstützte parteilose Kandidat Peter Kleine. In Erfurt, Eisenach, Jena und Suhl müssen die Amtsinhaber jeweils in die Stichwahl am 29. April. In Gera gehen der parteilose Kandidat Julian Vonarb und der AfD-Kandidat Dieter Laudenbach in die Stichwahl.

Bei den Landratswahlen konnten neun Amtsinhaber ihre Posten behaupten; sie errangen jeweils die absolute Mehrheit. Dabei konnten sich "Urgesteine" wie der Eichsfelder Landrat Werner Henning, die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (beide CDU) und der Landrat im Unstrut-Hainich-Kreis, Harald Zanker (SPD) klar behaupten. Problemlos war die Wahl auch für Sömmerdas Landrat Harald Henning. Der CDU-Politiker hatte sich in seinem Landkreis als einziger zur Wahl gestellt.

Die Kommunalwahl in Bildern

Mann und Kind gehen in ein Wahllokal
Thüringen hat gewählt! Knapp 1,6 Millionen Menschen waren am 15. April 2018 zur Wahl aufgerufen. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Mann und Kind gehen in ein Wahllokal
Thüringen hat gewählt! Knapp 1,6 Millionen Menschen waren am 15. April 2018 zur Wahl aufgerufen. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Schild an der Straße mit Aufschrift Wahllokal
2.400 solcher Wahllokale hatten geöffnet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Mann geht in ein Wahllokal
Sie waren von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Andreas Bausewein steckt Wahlzettel in Urne
In Erfurt will Andreas Bausewein Oberbürgermeister bleiben. Das Stadtoberhaupt wählte um 9:30 Uhr. Der SPD-Politiker muss jedoch noch einmal an die Urne - so wie die übrigen rund 172.600 Wahlberechtigten in Erfurt. Denn am 29. April gibt's eine Stichwahl. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
Marion Walsmann steckt Wahlzettel in Urne
Marion Walsmann von der CDU will ihn ablösen - sie erreichte die Stichwahl. Im ersten Wahlgang hatten Bauswein und Walsmann noch sechs andere Mitbewerber um das Amt des Oberbürgermeisters. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
Ein Schild mit der Aufschrift 'Wahlraum' hängt am Tor zu einem Wahllokal.
Wahlen in Gera: In der Ostthüringer Stadt waren sechs Kandidaten angetreten. Bildrechte: dpa
 Viola Hahn wirft ihren Wahlschein in die Wahlurne.
Amtsinhaberin Viola Hahn wollte den Chefinnen-Sessel im Rathaus verteidigen, musste jedoch eine Niederlage einstecken. Bildrechte: dpa
Wahlplakate der Oberbürgermeister-Kandidaten in Gera
In Gera haben die Oberbürgermeister-Kandidaten bei ihrer Plakatwerbung vor diesem Wahlsonntag noch einmal richtig nachgelegt. Vier der sechs Bewerber fallen auf einen Blick auf der Fläche ins Auge, die einmal als Geras Neue Mitte gestaltet werden soll. Bildrechte: MDR/Marian Riedel
Eine Begegnungsstätte der AWO ist in Geras Stadtzentrum am Wahlsonntag das Wahllokal 4
Eine Begegnungsstätte der AWO war in Geras Stadtzentrum das Wahllokal 4 - bis zum Mittag noch mit bescheidenem Andrang von Wählern. Bildrechte: MDR/Marian Riedel
 An Mann steht an einer Wahlurne. Eine Wahlhelferin öffnet ihm den Einwurfschacht
Von den rund 1.000 Wahlberechtigten im Wahllokal 4 gab nur ein Fünftel schon vor 13:30 Uhr seine Stimme ab. Bildrechte: MDR/Marian Riedel
Das Rathaus von Ronneburg
Um den Chefposten im Rathaus von Ronneburg hat sich nur die Amtsinhaberin beworben. Bildrechte: MDR/Marian Riedel
Krimhild Leutloff von der CDU ist die einzige Kandidatin fürs Bürgermeisteramt in Ronneburg
Krimhild Leutloff von der CDU ist die einzige Kandidatin fürs Bürgermeisteramt. Die Ronneburger bestätigten die Amtsinhaberin mit 97,9 Prozent der Stimmen als Chefin der Stadtverwaltung. Bildrechte: MDR/Marian Riedel
Der Rittersaal im Schlossareal in Ronneburg ist am Wahlsonntag ein Wahllokal.
Ronneburg hat mit dem Rittersaal im Schlossareal eines der schönsten Wahllokale im Land. Bildrechte: MDR/Marian Riedel
Wahlurnen mit der Aufschrift Landrat und Bürgermeister
Im schicken Ambiente stehen zwei nüchterne Wahlurnen. Bildrechte: MDR/Marian Riedel
Eine Frau wirft ihren Wahlzettel in eine Wahlurne im Rittersaal in Ronneburg
Die Ronneburger wählten außer dem Bürgermeister der Stadt auch den Landrat für den Landkreis Greiz. Bildrechte: MDR/Marian Riedel
Wahlkabine in einem Wahllokal
Erstmals durften in Thüringen Jugendliche ab 16 in die Wahlkabine. Ihr Anteil liegt bei 1,9 Prozent aller Wahlberechtigten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Neue Landräte gibt es in den Kreisen Schmalkalden-Meiningen und Weimarer Land, wo die bisherigen Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl angetreten waren. Im Kreis Schmalkalden-Meiningen gewann die bisherige Beigeordnete im Landratsamt Peggy Greiser. Die parteilose Politikerin wurde von SPD und Linken unterstützt. Im Kreis Weimarer Land gewann die CDU-Kandidatin Christiane Schmidt-Rose. Auch sie hat als bisherige Beigeordnete im Landratsamt Erfahrung in der Kreisverwaltung. Stichwahlen sind in den Landkreisen Sonneberg, Altenburger Land und Gotha notwendig.

CDU stärkste Partei, viele Stimmen für Parteilose

Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis vom Sonntagabend behauptete sich die CDU als stärkste Partei landesweit. Sie kam bei den Wahlen auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte auf einen Anteil von 37,9 Prozent, bei den Bürgermeisterwahlen in den kreisangehörigen Kommunen auf 29,2 Prozent. Zweitstärkste Partei wurde die SPD mit 17,3 bzw. 18,5 Prozent.

Einen erheblichen Stimmenanteil konnten die zahlreichen parteilosen Kandidatinnen und Kandidaten erringen. Bei den Landrats- und Oberbürgermeisterwahlen kamen sie zusammen auf 17,2 Prozent der Stimmen - das auf dieser Ebene landesweit drittbeste Ergebnise nach CDU und SPD. Bei den Bürgermeisterwahlen kamen die unabhängigen Bewerber auf zusammen 45,7 Prozent. Vor allem in kleineren Kommunen sind parteiunabhängige, zumeist als Einzelbewerber antretende Kandidaten zahlenmäßig stark vertreten.

Die Wahlbeteiligung lag landesweit bei 47,2 Prozent und damit um 0,6 Prozentpunkte über der Wahlbeteiligung bei den Landrats- und Bürgermeisterwahlen im Jahr 2012. Zur Wahl waren rund 1,57 Millionen wahlberechtigte Bürger aufgerufen. Zur Wahl standen 14 Landräte, sechs Oberbürgermeister kreisfreier Städte, 71 hauptamtliche Oberbürgermeister und Bürgermeister sowie 29 ehrenamtliche Bürgermeister kreisangehöriger Kommunen.

Landeswahlleiter Günther Krombholz dankte am Sonnabend den rund 17.000 ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern in den 2.446 Stimmbezirken. Sie hätten gemeinsam mit den Mitarbeitern des Landesamtes für Statistik und des Landesrechenzentrums "hervorragende" Arbeit geleistet.

Ergebnisse der Wahlen im Überblick

ABG GTH GRZ KYF NDH SOK SLF SÖM SON UH WAK EA G EIC SHK HBN SHL IK J AP EF WE SM

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 08:30 Uhr

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28 Kommentare

16.04.2018 15:06 martin 28

@27 vigilando: Auch wenn ich nicht wirklich Fan dieser Landesregierung bin: Die Kommunalfinanzen in Thüringen wurden von den CDU-geführten Vorgängerregierungen ruiniert, als sie versucht hatten, den Landeshaushalt auf Kosten der Kommunen zu sanieren. Denn Thüringen hatte unter den CDU-geführten Regierungen reichlichst Schulden angehäuft.

16.04.2018 14:01 vigilando ascendimus 27

@ "Beamter"
Grunderwebsteuer von 3 auf 6,5 % erhöht. Gemeindefinanzen ruiniert. Dadurch inzwischen im Durchschnitt erheblich höher Gewerbe- und Grundsteuern.
Und wer glaubt, dass sich das gebührenfreie letzte Kindergartenjahr von alleine bezahlt, sollte keinesfalls Beamter werden. Wo sind wir mit solchen Beamten wie Ihnen hingeraten.

Rot-Rot-Grün wird uns Thüringer noch teuer zu stehen kommen! Dass die Althaus- und Lieberknecht-Regierung auch nicht die besten Jahre für Thüringen waren, mach Rot-Rot-Grün nicht besser! Schlimmer geht immer!

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