Andreas Bausewein steckt Wahlzettel in Urne
Andreas Bausewein geht wählen. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Kommunalwahlen in Mittelthüringen Bausewein in Erfurt gerupft, Weimar mit neuem Oberbürgermeister Kleine

SPD-Mann Andreas Bausewein muss sein Amt als Erfurter Oberbürgermeister in einer Stichwahl gegen CDU-Herausforderin Marion Walsmann verteidigen. In Weimar siegte überraschend klar der Kandidat von CDU und Weimarwerk, Peter Kleine.

Andreas Bausewein steckt Wahlzettel in Urne
Andreas Bausewein geht wählen. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Erfurt steuert auf Stichwahl zu

Die CDU-Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters von Erfurt, Marion Walsmann, steht in einem roten Anzug lächelnd im Festsaal des Rathauses am Fischmarkt in Erfurt und schüttelt die Hand einer anderen Person
Feiert ihren Einzug in die Stichwahl: Marion Walsmann, CDU-Kandidatin für das Oberbürgermeister-Amt in Erfurt. Bildrechte: MDR/Michael Hesse

In der Landeshauptstadt muss Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) gegen CDU-Herausforderin Marion Walsmann (CDU) zur Stichwahl antreten. Bausewein scheiterte mit 30,4 Prozent der Stimmen an einer direkten Wiederwahl. Fünf bis neun Prozent hätten es mehr sein können. Er sei gerupft, aber habe es überlebt, sagte er MDR THÜRINGEN. Für Sozialdemokraten sei es keine leichte Zeit.

Gegenkandidatin Marion Walsmann erhielt 21,9 Prozent der Wählerstimmen. Sie sagte, Amtsinhaber Bausewein habe um die Hälfte seiner letzten Ergebnisse eingebüßt. Ihre Schlussfolgerung: Die Wähler in Erfurt wollten einen Politikwechsel. Zur Wahl waren mehr als 172.600 Erfurter aufgerufen, die Wahlbeteiligung lag bei 48,8 Prozent. Andreas Bausewein hatte sein Amt im Jahr 2012 noch mit 59,2 Prozent im ersten Wahlgang verteidigt.

Wechsel an der Spitze des Rathauses in Weimar

Der Kandidat für das Oberbürgermeister-Amt in Weimar von CDU und Weimarwerk, Peter Kleine (rechts), sitzt während der Kommunalwahlen 2018 in Thüringen lächelnd mit einem dunklen Anzug bekleidet mit Frau, zwei Kindern und einem weiteren Mann vor der Verkündung der Wahlergebnisse im Schwarzburger Hof in Weimar
In Feierlaune: Peter Kleine (rechts) freut sich mit seiner Familie über den Ausgang der Oberbürgermeister-Wahl in Weimar. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Weimar bekommt überraschend einen neuen Oberbürgermeister: Der Kandidat von CDU und Weimarwerk, Peter Kleine, konnte 60,3 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Er will bei größeren Projekten eine höhere Bürgerbeteiligung und mehr Transparenz, sagte er nach der Wahl.

Der bisherige Amtsinhaber Stefan Wolf (SPD) kam nur auf 21,5 Prozent der Stimmen. Wolf sagte, in Deutschland gebe es große Wechselstimmung. Allerdings habe er die vor der Wahl in Gesprächen mit Bürgern nicht gespürt. Die Wahlbeteiligung in Weimar lag bei gut 48 Prozent. Zwölf Jahre lang hatte Wolf als Oberbürgermeister an der Spitze der Stadtverwaltung gestanden.

CDU-Kandidatin gewinnt das Weimarer Land für sich

Der Kreis Weimarer Land wird künftig von einer Frau regiert: CDU-Kandidatin Christiane Schmidt-Rose setzte sich mit 60,4 Prozent der Stimmen klar gegen zwei Mitbewerber durch. Julian Schwark von der SPD kam auf gut 20 Prozent, einen Prozentpunkt weniger konnte Simon Ehrenreich von der AfD verbuchen. Amtsinhaber Hans-Helmut Münchberg war nicht wieder angetreten.

In Apolda selbst sorgte Amtsinhaber Rüdiger Eisenbrand von den Freien Wählern für klare Verhältnisse - mit 95,7 Prozent der Stimmen.

Linke verteidigt ihre Hochburg Sömmerda

Die Linke hat bei den Thüringer Kommunalwahlen mit Sömmerda eine ihrer Hochburgen verteidigt. Der ehemalige Landtagsabgeordnete Ralf Hauboldt wurde im ersten Wahlgang mit 60,8 Prozent als Bürgermeister der Kreisstadt wiedergewählt. Christian Schröder (CDU) kam auf 29,2 Prozent, Stefan Schröder (AfD) auf 10,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,2 Prozent.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 16. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 20:29 Uhr

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23 Kommentare

18.04.2018 13:46 martin 23

@22 steuerzahler: Danke für die nachvollziehbare Argumentation, die ich jedoch bezüglich Frau Walsmann nicht als "Sicherheit" sondern - wie Sie auch selbst schreiben - als "Hoffnung" bezeichnen würde.

Und mit dem Argument "70% haben den Amtsinhaber nicht gewählt" wäre ich an Ihrer Stelle zurückhaltend, denn sie könnte zu dem Argument leiten, dass rund 78% Frau Walsmann nicht gewählt haben ....

18.04.2018 13:17 Steuerzahler 22

@21: Natürlich dürfen Sie fragen martin - Ihre Frage ist durchaus auch berechtigt. Ich finde, dass jedermesch eine Chance und damit einhergehenden Vertrauensvorschuss verdient hat. Dies ist mir Ablass positiv über Frau Walsmann zu denken. Herr Bausewein hingegen als Amtsinhaber hingegen hatte die Chance schon zwei mal und hat durch sein Wirken belegt, dass der ihm gewährte Kredit an Vertrauensvoschuss schon lange aufgebraucht ist. Kurz gesagt: Bei Herrn Bausewein hat man die Gewissheit, dass er es nicht gut kann. Bei Frau Walsmann hingegen besteht Hoffnung, dass sie es bringt. Wahrscheinlich haben auch aus diesem Grunde rund 70 % der Wähler sich gegen den Amtsinhaber Herrn Bausewein entschieden.

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