Waldbrandgefahr Vielen Waldböden und Feldern in Thüringen fehlt Feuchtigkeit

Der Winter 2019/2020 war in Thüringen der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Während es in einigen Teilen des Freistaats genug regnete, sind andere Regionen weiterin viel zu trocken. Landwirte und Forstleute hoffen daher auf ausreichend Niederschlag im Frühjahr.

Vielen Wald- und Agrarböden in Thüringen fehlt im Frühjahr nach wie vor Feuchtigkeit. Laut Bauernverband und Landesforstverwaltung gibt es aber ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. So haben die Felder in Südthüringen in den vergangenen Wochen und Monaten ausreichend Regen erhalten, wie Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes, MDR THÜRINGEN sagte. In Mittelthüringen und entlang der Autobahn 71 in Richtung Norden sehe es schon wieder anders aus, dort habe es zu wenig Niederschläge gegeben.

Landwirte hoffen auf Regen in Thüringen

Die Winterkulturen stehen laut Wagner zwar "recht gut da, weil sie tief wurzeln", was jetzt bestellt werde, brauche aber Wasser von oben. Im März seien die Niederschläge erneut unterdurchschnittlich gewesen. Für den Bauernverband gibt es derzeit aber keinen Grund, Alarm zu schlagen; dennoch wäre es gut, wenn es mal regnete, so Wagner.

Ein ähnliches Bild bietet sich in den Waldgebieten. Im Thüringer Wald seien die Speicher gut gefüllt, bestätigt Thüringenforst-Sprecher Horst Sproßmann. Auch für den Harz könne man das sagen. Weniger gut sieht es in der Hainleite, im Schiefergebirge und im südwestlichen Vorland des Thüringer Waldes aus, dort sind laut Experten die Vorräte an Bodenwasser nur teilweise vorhanden. Die Temperaturen und Niederschläge der kommenden Wochen seien entscheidend.

Waldbrandgefahr in Thüringen steigt

Extrem trocken ist es nach wie vor im Thüringer Becken und im Holzland. Dort startet der Wald laut Sproßmann "denkbar schlecht" in die neue Vegetationsperiode. Neben Vegetationsverlusten und Trockenschäden verzeichnet Thüringenforst auch eine erhöhte Waldbrandgefahr. So galt am Karfreitag in weiten Teilen Thüringens die Gefahrenstufe 3, im Forstamtsbereich Heldburg im Süden des Freistaats sogar die zweithöchste Stufe 4.

Thüringen erlebte warmen Winter

Auch das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz betont, von einer Entwarnung könne angesichts der aktuellen Werte keine Rede sein. Der Winter gehe als der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Statistik ein, und auch die aktuellen Zahlen für März bestätigten die Tendenz. So lag die Durchschnittstemperatur im März bei 4,5 Grad Celsius und damit 1,7 Grad über dem Mittelwert der sogenannten Referenzperiode 1961 bis 1990. Mit einer Sonnenscheindauer von gut 170 Stunden wurde das langjährige Mittel sogar um fast 62 Prozent übertroffen. Die Niederschlagsmenge lag dagegen 3,5 Prozent unter den Referenzwerten - auch das TLUBN weist aber auf deutliche regionale Unterschiede hin.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. April 2020 | 11:00 Uhr

7 Kommentare

Eulenspiegel vor 7 Wochen

Hallo W.Merseburger
Und was sagt diese Gesellschaft Wetter&Natur über den Zustand unserer Wald-und Feldböden aus?
Natürlich nichts!
Und genau da liegt doch ihr Fehler. Sie schließen aus den Angaben von der Gesellschaft Wetter&Natur über die Regenmengen auf den Feuchtigkeitsgehalt unserer Böden. Und ich habe ihnen erklärt warum dieser Rückschluss falsch ist. Dazu kommen noch die konkreten Beobachtungen in der Natur. Bie Böden sind doch überall tatsächlich viel zu trocken. Nehmen sie doch die Realität einfach mal zur Kenntnis.

W.Merseburger vor 7 Wochen

Eulenspiegel und die anderen,
ich kenne ihre Diskussion über den blöden Regen, der einfach nicht in die Erde gehen will. Deswegen möchte ich noch einmal zwei Dinge dazu bemerken:
Meine Daten stammen von "Gesellschaft Wetter&Natur, veröffentlicht im Internet unter "Statista. com. Ich denke, diese Gesellschaft ist seriös. Weiterhin habe ich mich in meiner Argumentation auf die Monate Januar bis März 2020 bezogen. Zu dieser Jahreszeit gibt es keine extrem trockenen, steinharten Böden. Der Regen in dieser Zeit wird weder durch die Vegetation noch extreme Hitze sehr schnell verdampft. Zusätzlich hat kein hart gefrorener Boden das Regenwasser (Schmelzwasser) nicht eindringen lassen.
Also Eulenspiegel, Allgemeinplätze verlassen und über die Realität diskutieren!

Jan vor 7 Wochen

Hallo W.Merseburger,
die Realität zeigt sich ganz gut im Wald. Trotz des regenreichen Februar sind die Böden staubtrocken. Nutzen sie das Wochenende und gehen sie mal aufs Feld oder in den Wald und schauen sie sich den Boden an.
Was soll dann das Wort Mainstream (Hauptstrom, Massengeschmack). Es handelt sich hier um Tatsachen

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