Schwere Waldschäden in Thüringen Landtag diskutiert Hilfen für Waldbesitzer

Der Thüringer Landtag hat über Hilfen für private und öffentliche Waldbesitzer diskutiert. Zwischen den Thüringer Fraktionen herrscht Konsens, dass die Lage für die Wälder des Freistaats dramatisch ist. Die Regierungsfraktionen möchten die Mittel für die Landesforstanstalt erhöhen sowie Soforthilfen für Waldbesitzer einführen. Die CDU hingegen fordert einen sogenannten Waldrettungsfonds.

Mountainbiken im Thüringer Wald
Der Thüringer Wald bei Oberhof. Bildrechte: MDR/Martin Czura

Ausgestaltung der Hilfen offen

Wie die Hilfen letztendlich konkret aussehen werden, ist noch offen. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Landtag ist ein Modell nach den Vorstellungen der Regierungskoalition wahrscheinlich. Die Forstpolitikern Marit Wagler (Linke) sagte, das Waldsterben überfordere die Leistungsfähigkeit der Waldbesitzer. Nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung durch EU, Bund und Land könne die Rettung des Waldes durch Umwandlung in klimastabile Mischwälder abgesichert werden.

Sie forderte mehr Geld für Thüringenforst, mehr Geld für den Waldumbau sowie die Möglichkeit für den Landesforst, mit Krediten weitere Waldflächen zuzukaufen. Hinzu kämen Hilfen für private Waldbesitzer, um Schäden auf ihren Flächen zu beseitigen.

Wem gehören die Thüringer Wälder? - In Thüringen gibt es rund 550.000 Hektar Wald. Das entspricht 34 Prozent der Landesfläche.

- Der Staatswald hat mit rund 223.000 Hektar einen Anteil von knapp 41 Prozent.

- Fast 800 Städte und Gemeinden sind Waldbesitzer. Im Durchschnitt verfügen sie über 104 Hektar.

- Etwa 43 Prozent des Waldes sind in Privatbesitz. Insgesamt gibt es im Freistaat etwa 180 000 private Waldbesitzer. Ihnen gehören im Durchschnitt rund 1,1 Hektar Wald.

CDU verlangte Waldrettungsfonds für Thüringen

Marcus Malsch
Der CDU-Landtagsabgeodnete Marcus Malsch. Bildrechte: MDR/Marcus Malsch

Die CDU-Landtagsfraktion verlangte hingegen einen Rettungsfonds für Thüringens Wälder. Er müsste angesichts der dramatischen Situation mit dem Haushalt 2021 aufgelegt werden, sagte der CDU-Abgeordnete Marcus Malsch. Angesichts der Schäden durch Trockenheit und den Borkenkäferbefall, der so stark sei wie zuletzt vor 70 Jahren, bestehe für viele Waldbesitzer die Gefahr des finanziellen Totalverlusts.

"Es ist Zeit zu handeln"

Malsch sowie der FDP-Abgeordnete Dirk Bergner verlangten von der Landesregierung, ihren Aktionsplan Wald bis 2030 zu präzisieren. Es sei Zeit zu handeln. Bergner verwies auf Ergebnisse des Waldzustandsberichts, wonach nur noch 15 Prozent der Bäume in Thüringen gesund sind.

 Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. Juni 2020 | 14:00 Uhr

3 Kommentare

beyer vor 13 Wochen

Wenn Forst und Minister Wald sagen meinen sie Baumplantagen die in kürzester Zeit möglichst viel Gewinn abwerfen. Wie schon seit Jahren in den Naturschutzgebieten bewiesen erneuert sich der Wald allein. Dafür braucht es kein Geld. Es braucht nur Geld um Bäume schön sortiert in Reih und Glied aufzustellen um sie dann in 80 Jahren gewinnoptimiert rausholen zu können. Es kann natürlich jeder mit seinem Grund und Boden tun was er möchte jedoch sollte dann nicht nach jeden Wind, jeden Regentag und jeder Woche, wo die Sonne mal an ist nach Fördermitteln geschrieen werden. Wer spekuliert muß auch verlieren können.

Holger 1 vor 13 Wochen

Ich war himmelfahrt im Wald und war erschrocken was ich da sah. Da wurde schon vor Jahren holz gemacht und das liegt immer noch. Für was bekommen die waldbesizer eigentlich Geld???? Wenn normale Bürger sich das lose Holz holen dürften würde der Wald sauberer aussehen. Ohne Schein vom Amt darf man das ja aber nicht. Die waldbesizer schreien immer nach Geld wenn es ihnen schlecht geht aber im Wald sieht man sie nicht um ihren Besitz in Ordnung zu halten. Dann lieber schreien sie nach dem Staat

W.Merseburger vor 13 Wochen

Es sollen nur noch 15% des Waldes im Freistaat gesund sein. Ich halte diesen Wert für deutlich zu niedrig. Vielleicht gilt hier ein Motto, was gern für Menschen verwendet wird: Es gibt keine gesunden Menschen nur schlecht untersuchte! Abgesehen davon sollen nun klimastabile Mischwälder angelegt werden. Aber im picture oben wird gerade gezeigt, dass aufgrund des Frostes der "Eisheiligen" gerade die Buchen (junge und alte) extrem vom Frost geschädigt wurden und nicht die Fichten. Ich glaube das Thema gesunder Wald ist deutlich komplizierter und wird mit Geldzuwendungen an alle "Jammerer" nicht zu lösen sein. So ein Umbau des Waldes muss als gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe von mehreren Generationen gelöst werden und Rückschläge durch extreme Wetterzustände sind nicht zu vermeiden. Aber wer weiß, wie ein zukünftig stabiler Wald zusammengesetzt sein muss?

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