Zustandsbericht 2018 Chronisch kranker Wald leidet wie seit 25 Jahren nicht mehr

Den Wäldern in Thüringen geht es so schlecht wie seit 25 Jahren nicht. Zu diesem Ergebnis kommt der Waldzustandsbericht 2018, den das Thüringer Forstministerium am Montag vorstellte.

Nur 19 Prozent der Bäume werden darin als gesund bewertet - das ist der geringste Anteil seit 1993. Im vergangenen Jahr waren noch 22 Prozent als gesund eingestuft worden. 40 Prozent der Bäume in Thüringer Wäldern weisen leichte Schäden auf (Vorjahr: 42 Prozent), 41 Prozent sind deutlich geschädigt (Vorjahr: 36 Prozent).

An einem Waldrand neben einer Straße steht ein Schild.
Staubtrocken: Waldgebiet nahe Erfurt im August 2018. Bildrechte: MDR/Jörg Pezold

Die Autoren führen den schlechten Zustand der Bäume vor allem auf die klimatischen Bedingungen zurück. Die extreme Trockenheit seit April 2018 habe den Bäumen stark zugesetzt. Nahezu alle Baumarten seien von Trockenschäden betroffen, lediglich der Zustand der Kiefern hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Markant verschlechtert hat sich der Zustand von Buchen und Eichen. Luftschadstoffe und zu hohe Stickstoffeinträge schwächten den Wald zusätzlich.

Der Bericht zeigt dabei vermutlich noch nicht das ganze Ausmaß der Trockenschäden auf: Untersucht wurden die Wälder im Juli 2018 - die Trockenheit ging danach monatelang weiter.

Forstministerin Birgit Keller sagte, das Immunsystem des Waldes werde erkennbar schwächer. Damit sei er immer weniger widerstandsfähig gegen Waldschädlinge wie den Borkenkäfer, der in diesem Jahr besonders vielen Bäumen zugesetzt habe. Der Vorstand der Landesforstanstalt, Volker Gebhardt, sagte, viele Schäden würden erst im kommenden Frühjahr sichtbar. Er geht davon aus, dass die große Trockenheit zu Schäden im dreistelligen Millionenbereich geführt hat.

Thüringen zählt zu den waldreichsten Bundesländern in Deutschland. Rund 550.000 Hektar Fläche sind mit Wäldern bedeckt, das sind 34 Prozent der Landesfläche. Die häufigsten Baumarten sind Fichte, Buche und Kiefer.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10. Dezember 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2018, 17:02 Uhr

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5 Kommentare

11.12.2018 09:42 Waldameise 5

So lange die Forstleute mit ihren Journalisten und unfähigen Naturschützern mit Zettel und Fernglas im Thüringer Wald agieren statt mit Axt und Säge wird sich nichts ändern. Bei uns in der Großbreitenbacher Region, Forstamtsbereich Gehren, Mitte Thüringen sind eigentlich die Waldflächen in Ordnung. Im Gegenteil die Waldwege und der Wald sind im Besten zustand. Vor 1989 war die Angelegenheit wesentlich Bösartiger und da waren wesentlich mehr Waldarbeiter vor Ort dort tätig.

11.12.2018 08:08 andreas 4

Der erste Weg zur Besserung wär gewesen, diesen "Waldzustandsbericht" nicht auszudrucken, sondern auf behördliche Fehlfarbendynamik auf Karton zu verzichten.

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