"Naturparkmeisterei" vor dem Start Wanderwege im Thüringer Wald werden regelmäßig gewartet

Was wäre ein Wanderweg ohne Wegweiser oder einen gemütlichen Rastplatz? Der Thüringer Wald ist mit seinem großen Netz an familienfreundlichen Routen ein Paradies für Wanderer. Aber jetzt ist die Wanderer-Infrastruktur in die Jahre gekommen.

Eine Gruppe Wanderer im Wald.
Gepflegte Wanderwege dank Naturparkmeisterei. Bildrechte: Colourbox.de

"Wer mit offenen Augen unterwegs ist, dem kann der Verfall nicht entgehen", sagt Tilo Kummer. Er ist Vorsitzender des Naturparks Thüringer Wald. Mit viel Geld sei in den Jahren nach der Wende viel entstanden. Schutzhütten, Infotafeln oder Bänke. "Das ist zwar richtig klasse, nicht geklärt war aber bisher, wer sich danach um den Erhalt dieser ganzen Dinge kümmert", so Kummer. Oft waren die Schäden so gravierend, dass nur noch der Abriss übrigblieb.

Die Naturparkmeisterei soll das nun ändern. Ähnlich wie eine Autobahnmeisterei soll sie dafür sorgen, dass die wichtigsten Wanderwege im Thüringer Wald in Schuss gehalten werden. In Neuhaus am Rennweg im Landkreis Sonneberg und in Floh-Seligenthal im Landkreis Schmalkalden-Meiningen werden je zwei festangestellte Mitarbeiter stationiert. Die schwärmen jeden Tag aus und streichen Bänke und Schutzhütten, mähen Wegeränder oder bringen Wegweiser in Ordnung.

Erste Kommunen schon im Boot

Kosten wird das Ganze rund 200.000 Euro im Jahr. Auf die etwa 25 Mitgliedsgemeinden im Naturpark kommen pro Jahr 8.000 Euro zu. Kummer hofft, dass auch Fördermittel fließen. Vor allem für die Technik. Für zwei Fahrzeuge mit Ladefläche zum Beispiel. "Diese Naturparkmeisterei ist wirklich eine gute Idee", sagt Schleusingens Bürgermeister André Henneberg. Sein Stadtrat hat die Verträge für die Naturparkmeisterei bereits abgesegnet und das Geld ist im Haushalt für das kommende Jahr bereits eingestellt. "Wir sind sehr froh, dass wir da endlich Hilfe bekommen", so Henneberg. Zu Schleusingen gehören große Flächen im Biosphärenreservat Thüringer Wald. Die UNESCO plant dort einen Urwaldpfad. Auch der soll dann von der Naturparkmeisterei betreut werden.

Nur die wichtigsten Wanderwege werden gewartet

Auf dem Gipfel des 978 Meter hohen Schneekopfes bei Gehlberg im Thüringer Wald
Auf dem Schneekopf Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Allerdings kommt auch künftig nicht jeder einzelne Wanderweg im Thüringer Wald in den Genuss der regelmäßigen Wartung. "Wir haben dafür einen Prioritätenliste erstellt", sagt der Naturparkvorsitzende. Pro Gemeinde wurden je drei Routen ausgewählt. "Um Qualität bieten zu können, müssen wir uns einfach auf das Wesentliche konzentrieren", so Kummer. Er hofft, dass die Naturparkmeisterei im Mai gut anläuft. Sollten es die Finanzen erlauben, denkt er sogar über eine dritte Station in Geisa im Wartburgkreis nach. Um das zu schaffen, müssten möglichst alle Gemeinden im Naturpark mitziehen. Während in Schleusingen oder Neuhaus am Rennweg kaum Überzeugungsarbeit nötig war, gebe es zum Beispiel in Suhl noch Redebedarf.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Januar 2020 | 06:00 Uhr

10 Kommentare

Grosser Klaus vor 26 Wochen

Was im Thüringer Wald grundlegend fehlt, ist eine nachhaltige Gesamtentwicklungskonzeption, ein geeigneter Ansprechpartner wäre da die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.
Denn im Thüringer Wald hinkt in seiner Entwicklung nicht nur der Tourismus hinterher.

Burgfalke vor 26 Wochen

Welchen Vor- oder Nachteil das eine pder andere Ereignis auf die Außenwirkung hat, das wird stets unterschiedlich beurteilt werden. Werbung braucht die Region und die bringen Großereignisse mit und man bleibt im "Gespräch".
Fußball hat gewiß keine Bedeutung für die Region um Oberhof, jedoch alles was mit Wintersport zusammenhängt. Die Einschätzung zum Fußball teile, F. ist eine "heilige Kuh" und damit verdienen bestimmte Gruppen viel Geld. ==> fällt ohnehin unter "Brot und Spiele" wie kein anderes "Spiel".
Es wäre sicher prima, wenn es andere Möglichkeiten gäbe diese Region nachhaltig voran zu bringen. Dazu zählt auch, daß man die Ortsnamen in den Vordergrund stellt und nicht irgendeinen Gemeindenamen. Die eigene Identität betont/ achtet und nicht irrsinnigen "Anwandlungen" von Politikergruppen widerspruchlos folgt! Ansonsten gleich ins Ausland reist.
Auf jeden Fall muß dort mehr getan werden als bisher. Darauf verweist zu Recht auch @salzbrot. Ähnlich hatten wir das auch erlebt.

Petra Stein vor 26 Wochen

@Burgfalke

Ich frage mich, ob das wirklich so ist? Wieviele Tourist/innen machen hinterher Urlaub im Thüringer Wald, die ohne den Biathlon nicht gekommen wären? Sicherlich macht der Biathlon Oberhof bekannt, aber wie sieht die Breitenwirkung aus?

Natürlich wären Übergangslösungen zu planen. Und es muss gar nicht nur der Biathlon sein, wo es Möglichkeiten gibt. Man könnte z.B. auch Fußballereignisse streichen, wo es zuvor Probleme mit Hooligans gab. Die gesparten Mittel könnten a. der Personalentlastung der Polizei und b. kleineren Sportvereinen sowie c. einem sanften Wandertourismus zugute kommen.

Wenn Thüringer Familien lieber in den Bayrischen Wald fahren, ist das traurig und im wahrsten Sinne ein Armutszeugnis für die Region. Und da die meisten mit dem Auto verreisen werden, ist es auch negativ für die Klimarechnung.

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