Erfurt | Jena | Gera | Ilmenau | Schleiz Warnstreiks im Öffentlichen Dienst: Kindergärten und Behörden betroffen

In Erfurt, Jena, Gera, Ilmenau und Schleiz ruft die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch zu Warnstreiks auf. In verschiedenen Einrichtungen kann es zu Verzögerungen im Tagesbetrieb kommen. Auch Kitas werden bestreikt.

Ein Demonstrant mit einer Verdi-Fahne
Mittwochmorgen sollen die Warnstreiks beginnen - unter anderem vor dem Rathaus in Erfurt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In fünf Thüringer Städten kommt es ab Mittwochmorgen zu mehrstündigen Warnstreiks im Öffentlichen Dienst. Das teilte die Gewerkschaft Verdi mit. So wird am Mittwoch im Kreiskrankenhaus Schleiz im Saale-Orla-Kreis gestreikt. Ein Notdienst werde aber aufrechterhalten, hieß es.

In Erfurt sind nach Angaben der Gewerkschaft Verdi tarifbeschäftigte Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Sparkassen und der Rentenversicherungsträger dazu aufgerufen, an einer Kundgebung auf dem Fischmarkt teilzunehmen. Deswegen kann es zu Verzögerungen im Tagesbetrieb dieser Einrichtungen kommen. Zudem fällt in Erfurt die Straßenreinigung aus, Papierkörbe werden nicht gelehrt. Die Müllabfuhr ist von den Warnstreiks hingegen nicht betroffen.

Eingeschränkte Betreuungszeiten in Kitas

Nach Angaben der Erfurter Stadtverwaltung werden zwei der kommunalen Kindertageseinrichtungen am Mittwoch ganztägig bestreikt. Dabei handelt es sich um die beiden Kindergärten in der Bleichenstraße. In mindestens sieben weiteren Kindergärten, die sich in Trägerschaft der Landeshauptstadt befinden, ist wegen des Streiks mit Einschränkungen in den Betreuungszeiten zu rechnen. Auch Beschäftigte eines Kindergartens in Ilmenau werden an der Kundgebung teilnehmen.

Betroffen sind die Sparkasse in Jena und die Deutsche Rentenversicherung in Gera. Trotz der Warnstreiks sind die Bankfilialen und Behörden geöffnet.

Verdi und dbb fordern höhere Löhne

Mit den Warnstreiks will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst bei den Kommunen und im Bund erhöhen. Die Gewerkschaft und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten ein Plus von 4,8 Prozent für ein Jahr. Löhne und Gehälter sollen dabei mindestens um 150 Euro pro Monat steigen, Azubis sollen 100 Euro mehr bekommen. Zwei Gesprächsrunden brachten kein Ergebnis. An diesem Donnerstag und Freitag soll weiter verhandelt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm/the, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | NACHRICHTEN | 21. Oktober 2020 | 08:00 Uhr

5 Kommentare

Matthi vor 5 Wochen

Ich finde es überzogen was die Gewerkschaft da fordert. Es ist doch ein erheblicher Unterschied ob einer mit 2000 Euro oder mit 4000 Euro bis zu 4% mehr bekommt. Ich weiß nicht auf welchem Stern die Gewerkschaft lebt viele im Dienstleistungsbereich arbeiten 40 Stunden und länger und wären froh so einen Lohn wie im Öffentlichen Dienst zu haben. Falls es die meisten vergessen haben jede Erhöhung der Ausgaben im Öffentlichen Dienst hatte in der Vergangenheit zur Folge das sich die Kosten für den Bürger erhöht haben, Nebenkosten der Unterkunft, Kindergarten, verwaltungsgebühren usw. Es trifft dann wieder die Leute die wenig verdienen sich kaum noch eine Wohnung im Innenstadtbereich leisten können aber wichtig für das funktionieren des Staates sind.

Sia vor 5 Wochen

Was haben Sie denn erwartet? Die Menschen, die Andere erpressen können, tun das auch. Unglücklicherweise sind das jene, die "unverzichtbar" sind. Haben sie mal erlebt, dass eine Kellnerin oder eine Putzfrau streigt.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 5 Wochen

Manche Bürgerinnen und Bürger fragen sich heute schon, warum „diese Herrschaften“ in diesen Zeiten nicht ihren Ehrendienst in Corona-Einrichtungen leisten ! Das würde Kosten sparen helfen und das Gesundheitssystem entlassen !

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