Test für Katastrophenfall Warntag: Sirenen heulen Donnerstag vielerorts in Thüringen

Mit dem bundesweiten Warntag am Donnerstag wollen Behörden Warnmöglichkeiten für den Katastrophenfall testen. In Thüringen können nur wenige Sirenen die geforderten Signale abspielen. Ein Überblick.

Sirene auf einem Dach
Nicht alle Sirenen erklingen zum deutschlandweiten Warntag. Bildrechte: dpa

Um 11 Uhr heulen diesen Donnerstag in vielen Orten die Sirenen. Auch über Warn-Apps, Radio, Fernsehen und soziale Medien will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenfälle unterschiedliche Warnmöglichkeiten für den Katastrophenfall testen.

Zum ersten bundesweiten Warntag können in Thüringen jedoch nur wenige Sirenen alle geforderten Warnsignale abspielen. Wie das Thüringer Innenministerium MDR THÜRINGEN mitteilte, sind von den rund 2.300 Sirenen im Freistaat nur knapp 280 entsprechend technisch ausgerüstet. Nur diese könnten verschiedene Sirenentöne zur Warnung der Bevölkerung wiedergeben.

Die anderen Sirenen seien etwa für Feuerwehren gedacht. Mehr Warntöne können sie nicht von sich geben. Eine Umrüstung ist demnach schwierig, da viele Sirenen alt sind oder Bauteile nicht mehr produziert werden.

Warntag: Kommunen entscheiden selbst

Jede Thüringer Gemeinde oder Stadt selbst kann entscheiden, ob sie am Donnerstag an der Übung teilnimmt. Wie eine Umfrage unter den Landkreisen und Kommunen von MDR THÜRINGEN ergab, beteiligen sich längst nicht alle beim Großalarm.

Grund ist unter anderem die veraltete Technik, wie zum Beispiel im Kreis Sonneberg. Nahezu alle 58 vorhandenen Sirenen seien alt - Typ Einheitsssirene Typ E57, teilte das Landratsamt mit. Die seit 1957 gebauten Geräte sind demnach nicht alle in der Lage sämtliche Warntöne wiederzugeben.

Unterschiedliche Handhabung in den Landkreisen

Im Saale-Holzland-Kreis wird keine einzige Sirene am Aktionstag ausgelöst. Nach Angaben des Landratsamtes gibt es zwar 175 Sirenen. Doch keine davon sei in der Lage alle Warntöne wiederzugeben. Wiedergegeben werden könnten nur die Töne für Feuer und Probe. So handhabt es auch die Stadt Gera. Die dortigen 20 Sirenen würden ausschließlich für Feueralarm genutzt, heißt es aus der Stadtverwaltung. Demnach können die Sirenen keine Warntöne oder eine Entwarnung wiedergeben. Mittelfristig sollen die vorhandenen Anlagen jedoch umgerüstet werde, so dass auch diese zur Warnung der Bevölkerung eingesetzt werden können. Bis dahin werde auf Social Media- Kanäle gesetzt.

Wie viele Sirenen im Saale-Orla-Kreis eingesetzt werden, ist nach Angaben des Landratsamtes nicht bekannt. Das entscheiden die Kommunen in Eigenregie. Insgesamt gibt es 197 Sirenen, von denen 29 alle Warntöne abgeben können.

Auch im Kreis Nordhausen bleibt es am Donnerstag still. Nach Angaben des Landratsamtes setzt der Kreis auf digitale Angebote, wie die Warn-App "Nina", um die Bevölkerung zu warnen. Sirenen würden bislang nur genutzt, um Feuerwehren und Rettungsdienste zu alarmieren, nicht aber die Bevölkerung. Deshalb sei den Bewohnern das Signal auch nicht bekannt und werde daher nicht erkannt. Grundsätzlich sei die Zentrale Leitstelle in der Lage, alle Sirenensignale anzusteuern. Im Landkreis Nordhausen gibt es insgesamt 74 Sirenen. Neun davon können das Signal "Warnung der Bevölkerung“ wiedergeben. Ebenso lautlos werden die Sirenen im benachbarten Eichsfeldkreis bleiben. Nach Angaben des Landratsamtes werden die 139 Sirenen lediglich für den Feueralarm genutzt.

16 von 23 Sirenen heulen Donnerstag in Jena

In Jena werden pünktlich um 11 Uhr 16 von 23 Sirenen einen Warnton abgeben. Auch in der Stadt Weimar sind nicht alle Sirenen einsatzbereit. So funktioniere eine Sirene nicht wegen einer Stromunterbrechung. In Erfurt werden neben zwei mobilen Sirenen auch acht Sirenen in den Ortsteilen Büßleben, Kerspleben, Töttleben, Rohda, Niedernissa, Linderbach, Azmannsdorf und Urbich ausgelöst. Fast alle Sirenen werden im Altenburger Land ausgelöst. Nach Angaben des Landratsamtes sollen 122 von 126 Anlagen von der zuständigen Rettungsleitstelle zentral ausgelöst werden. Die vier übrigen können nur per Hand ausgelöst werden.

Komplett alle Sirenen werden am Donnerstag um 11 Uhr unter anderem im Landkreis Sömmerda und im Kreis Schmalkalden-Meiningen eingesetzt.

Mit dem bundesweiten Warntag am Donnerstag um 11 Uhr wollen das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und die Katastrophenhilfe unterschiedliche Warnmöglichkeiten für den Katastrophenfall testen. Neben Sirenen werden deshalb auch Lautsprecher und die Warn-App "Nina" des Bundes eingesetzt. Auch Mitteilungen im Rundfunk und in den sozialen Medien sind geplant.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar,mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. September 2020 | 07:00 Uhr

15 Kommentare

Freiheit vor 7 Wochen

mattotaupa, wenn man sich die Sterbezahlen und Infektionszahlen (positiv Getestete) ansieht, erkennt man sehr schön, dass wir keine Pandemie hatten.

"weshalb bemängeln sie dann fehlende masken"
Weil uns genau dieser Umstand den Lockdown mit all seinen Folgen beschert hat! Und das hätte nicht sein müssen!

Und nun noch mal zu den Sirenen. Wenn es Vorgaben gibt, müssen die umgesetzt sein! Da kann es nicht sein, dass im besten Deutschland, warum auch immer, die Sirenen nicht den Anforderungen entsprechen!
Das ist wie bei dem Notfallplan, der gewisse Vorgaben macht, für zeitlich unbestimmte Notfälle und im Ernstfall fehlen bestimmte Dinge, hier diesmal die Masken.

mattotaupa vor 7 Wochen

"Nicht alle älteren Menschen haben heutzutage ein Smartphone" + "Ich dachte wir sind im digitalen Zeitalter angekommen" geht ihr vorwurf an die ältere generation, welche sich kein smartphone zugelegt hat und somit nicht im digitalen zeitalter angekommen ist? machen sie dieser älteren generation vorwürfe, daß die sirenen in den letzten 60 jahren nicht ausgetauscht wurden?

mattotaupa vor 7 Wochen

"Ähnlich wie bei der sogenannten Pandemie, da gab es, trotz Notfallplan, keine Masken!" also wenn sie das "sogenannt" vorschieben drücken sie zweifel an der realität der pandemie aus. weshalb bemängeln sie dann fehlende masken, wenn sie sowieso nicht an die pandemie glauben? wenn sie das "ähnlich" benutzen vergleichen sie die geplante notfallübung mit der UNGEPLANTEN pandemie und landen im apfel-birnen-kompott. gehen sie jedoch von einer geplanten pandemie aus, dann wäre es doch seltsam, wenn der plan keine masken zur "unterdrückung" von was auch immer vorgesehen hätte, oder? insofern hat ihr pandemie-einwurf keinerlei substanz. "So ist das im "besten Deutschland aller Zeiten"." nun, auch vor 80 jahren waren die sirenen schon wertlos.

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