Offener Brief Thüringer Bürgerrechtler fordern verantwortungsvolle Politik

Nach der Landtagswahl in Thüringen sollten Politiker ihre ideologischen Zwänge ablegen, fordern Bürgerrechtler. Klarheit müsse zudem im Umgang mit der AfD geschaffen werden.

Sitzung im Thüringer Landtag
Abgeordnete im Thüringer Landtag. (Archivfoto) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit einem offenen Brief haben Thüringer Bürgerrechtler eine "verantwortungsvolle Politik in einem offenen und freiheitlichen Thüringen" eingefordert.

Die Ergebnisse der Landtagswahl und der Umgang der Politiker damit - vor allem Überlegungen zu einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD - hätten sie dazu bewogen, teilen die Erstunterzeichner Barbara und Matthias Sengewald, Ulrich Töpfer und Marion Eich-Born mit.

Zusammenarbeit mit AfD ausschließen - aber Sorgen der Wähler aufnehmen

In dem Brief heißt es, 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution sei man wieder an einem Punkt, an dem gemeinsame Verantwortung für das Land gefragt ist. Die Verfasser appellieren an die demokratischen Parteien, Klarheit im Umgang mit der AfD zu schaffen und jegliche Zusammenarbeit auszuschließen. Gleichzeitig müssten Sorgen der Wähler, auch der AfD-Wähler, "respektvoll aufgenommen werden und zu politischen Lösungen führen".

Die Politiker sollten sich der "Verantwortung ohne Vorbehalte" stellen und ideologische Zwänge ablegen. Nicht parteipolitische Interessen müssten ausschlaggebend sein, sondern parteiübergreifende Schnittmengen.

Verfasser des Briefes sind Bürgerrechtler der Wendezeit

Der offene Brief wurde nach Aussage der Verfasser innerhalb von vier Tagen von fast 900 Menschen unterzeichnet. Barbara Sengewald war im Herbst 1989 Mitbegründerin des Neuen Forums in Erfurt. Gemeinsam mit ihrem Mann Matthias Sengewald - ebenfalls Bürgerrechtler der ersten Stunde - setzt sie sich seit Jahren für die Aufarbeitung der SED-Diktatur ein.

Erst vor wenigen Tagen wurde Barbara Sengewald mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Der in Meiningen geborene Ulrich Töpfer war in der Wendezeit Mitorganisator der Friedensgebete und Demonstrationen in seiner Heimatstadt. Er gilt als anerkannter Verfolgter der DDR. Marion Eich-Born war Staatssekretärin im Thüringer Bauministerium und später Geschäftsführerin der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 05. November 2019 | 10:20 Uhr

20 Kommentare

Ichich vor 27 Wochen

Man sieht es doch mittlerweile mit Gelassenheit, wenn stock und steif behauptet wird, zwischen der CDU und der Linkspartei gäbe es mehr polit. Gemeinsamkeiten als zwischen CDU und AfD mit zahlreichen ehem. CDU-Mitgliedern.

martin vor 28 Wochen

@janosch: Insgeheim? Nun, wenn Sie hartgesotten genug sind, empfehle ich den AfD-TV Mitschnitt der Wahlkampf-Abschluss-Veranstaltung auf dem Erfurter Domplatz. Ich denke, spätestens danach hat sich Ihr "insgeheim" erledigt...

Eulenspiegel vor 28 Wochen

Also immer wieder das Gleich. Wenn einem das Wahlergebnis nicht passt dann müssen die Nichtwähler dran glauben in dem man sie auf seiner Seite zieht. Eine immer wieder Interessante Form der versuchten Wahlfälschung.

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