Größere Abstände in Spendelokalen Blutspendedienst will Corona-Einbußen wieder ausgleichen

Das DRK sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rufen dringend zur Blutspende auf. Sie erklärten, Blutspenden seien unverzichtbar, um die Behandlung von Patienten mit lebenswichtigen Blutpräparaten sicherzustellen. Zudem betonten sie, es bestehe durch die geltenden Hygienestandards auf den Blutspendeterminen kein erhöhtes Risiko für Spenderinnen und Spender.

Blutkonserve
Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Während sich das Corona-Virus in den vergangenen Wochen verbreitete, gingen Blut- und Plasmaspenden zurück - in Thüringen etwa um acht bis zehn Prozent. Vor allem Verunsicherung war dafür verantwortlich. In vielen Städten wurden Spendentermine zunächst abgesagt. Inzwischen gibt es mehr Klarheit und die Lage im Freistaat wird wieder besser.

DRK: Grundstoff für Behandlung von Krebspatienten

Kontinuierliche Blutspenden bleiben aber wichtig für die Patientenversorgung, weil Blutbestandteile nur eine begrenzte Haltbarkeit haben und sich nur eine gewisse Zeit lagern lassen. Blutplättchen (Thrombozyten) sind beispielsweise nur vier bis fünf Tage einsetzbar. Arzneimittel aus Blutspenden sind für viele Patientinnen und Patienten lebensnotwendig. Ein Großteil der Blutpräparate wird für die Behandlung von Krebskranken eingesetzt.

Aktuelle Terminlisten im Internet beachten

Nico Feldmann, Regionalleiter Thüringen beim DRK-Blutspendedienst sagt: "Die Sicherheit der Spender, Mitarbeiter und Helfer steht für uns an oberster Stelle. Aber weil keiner weiß, was nächste Woche sein wird, brauchen wir vor allem einen langen Atem." In Thüringen würden derzeit alle Blutspende-Orte überprüft, vor allem darauf, ob sie groß genug seien, die neuen Abstandsregeln einzuhalten. Nico Feldmann weist deshalb ausdrücklich darauf hin, sich nicht auf die bisherigen Einladungskarten zu verlassen. "Manchmal ändern sich Orte oder Termine sehr kurzfristig. Dann sind die Karten schon verschickt." Jeder Spender solle deshalb unter diesem Link im Internet prüfen, ob und wo der Spendetermin tatsächlich stattfindet.

Kein Hinweis auf Übertragung von Corona durch Blut

Lebensmittel
So ausgiebig werden Blutspender im Moment aus Gründen nicht mehr belohnt. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Es gibt derzeit keinen Hinweis, dass SARS-​CoV-2 durch Blut übertragbar ist und eventuell durch unerkannt infizierte Personen auf Patientinnen oder Patienten übertragen wird. Dennoch trifft der Blutspendedienst folgende Vorsichtsmaßnahmen: Spender, die sich nicht gesund und fit fühlen, dürfen das Spendelokal erst gar nicht betreten. Es stehen Desinfektionsstationen für die Hände bereit. Schon beim Betreten des Blutspendelokals wird die Temperatur jedes Blutspenders gemessen und es wird auf einen sicheren Abstand zwischen den Spendern geachtet. Auch die Spendeliegen werden mit Sicherheitsabstand aufgebaut. Warteschlangen sollen durch zusätzliches Personal vermieden werden. Ein reduziertes Imbissangebot soll dazu beitragen, die Aufenthaltszeit der Spender bei dem Termin so kurz wie möglich zu halten.

Mehr zum Coronavirus in Thüringen

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. März 2020 | 14:00 Uhr

1 Kommentar

Bebe vor 19 Wochen

Alles schön und gut. Ich würde gerne Blut spenden, da ich in der Vergangenheit schon mehrfach bei Operationen an der Hüfte Blut erhalten habe. Aber man lässt mich nicht spenden, nur weil ich im Rollstuhl sitze. Ansonsten bin ich kerngesund. Mir fehlt nur ein Hüftgelenk. Woran liegt das? Ich finde, das ist Diskriminierung von Schwerbehinderten. Oder ist es die Bequemlichkeit der Ärzte in den Blutspendeeinrichtungen in Suhl oder dem DRK? In der Vergangenheit habe ich mehrfach nachgefragt, ob ich zum Blutspenden kommen kann. Meine Blutgruppe ist nicht so alltäglich. Immer bekam ich die Antwort, dass das Risiko zu hoch sei. Welches Risiko bitte?

Mehr aus Thüringen