Neonazi-Szene Weniger Rechtsrock-Konzerte in Thüringen

Die Zahl der Rechtsrockkonzerte ist im vergangenen Jahr in Thüringen leicht gesunken. Das geht aus der aktuellen Statistik der Mobilen Beratung in Thüringen (Mobit) hervor. Demnach haben mit insgesamt 65 Konzerten im Jahr 2019 sieben Veranstaltungen weniger stattgefunden als im Vorjahr. Allerdings ist der Anteil der rechtsextremen Liederabende und Unplugged-Konzerte dabei insgesamt leicht gestiegen.

"Die Szene verlagert sich wieder mehr in einen privateren und konspirativeren Raum und entzieht sich damit den Augen der Öffentlichkeit", warnt Mobit-Sprecher Stefan Heerdegen. Auch die Werbung für die Konzerte werde zunehmend verschleiert. Dass die Zahl der Großveranstaltungen zurückgegangen sei, liege unter anderem daran, dass der repressive Umgang der Behörden mit den großen Rechtsrockkonzerten wie in Themar, Apolda und Mattstedt Wirkung zeige und, dass wirkungsvoller Gegenprotest durch die Kommunen zugelassen wurde.

Konzertbesucher hebt einen Bierbecher in die Höhe
Besucher bei einem Rechtsrockkonzert Bildrechte: imago images / lausitznews.de

Kleine Veranstaltungen finden statt

"Allerdings können kleinere Veranstaltungen nach wie vor zumeist völlig ungestört stattfinden", kritisiert Heerdegen. Sie würden den weit überwiegenden Teil der Veranstaltungen ausmachen und hätten eine festigende, soziale Funktion für die militante Neonaziszene. Deshalb könne der Rückgang auch keinesfalls als Entwarnung verstanden werden. Seit einem sprunghaften Anstieg vor fünf Jahren bewegten sich die Zahlen auf hohem Niveau. "Seit Jahren findet in Thüringen mindestens ein rechtsextremes Konzert pro Woche statt", sagt Heerdegen.

Die meisten Veranstaltungen fanden 2019 in Kloster Veßra (zwölf Konzerte), Sonneberg/Haselbach (zehn Konzerte), Eisenach (neun Konzerte) und Erfurt (acht Konzerte) statt, also überall dort, wo Rechtsextremisten über eigene Immobilien und Rückzugsräume verfügen und damit den reibungslosen Ablauf von Veranstaltungen sicherstellen können.

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. April 2020 | 05:00 Uhr

14 Kommentare

part vor 44 Wochen

Dumpfbackentum ist nicht abhängig von Nationalität, Herkunft, Ethnie oder Bildung. Es ist statistisch bei etwa 15 % aller Gemeinschaften vertreten, mal mehr mal weniger international. Ethnologisch gehören die Vertreter dieser menschlichen Eigenschaften wahrschlich zu denen die sich besonders fürchten vor Fremden oder verführen lassen durch die Fake News der Jahrhunderte? Sie brauchen stets Leute die ihnen Befehlen statt sich selbst im Nachdenken zu übern.

Der Matthias vor 44 Wochen

@ winfried

Was ist denn Ihrer Meinung nach die Ursache für das Nazi-"Fieber"? Ich persönlich kenne keinen einzigen (entschuldbaren) Grund, warum Leute etwa den Holocaust leugnen oder ihre Verehrung für einen A.H. bekunden. Und ich befürchte, selbst mit Bildung und Aufklärung ist dieser Krankheit (= Dummheit) nicht beizukommen. Bei Leuten, die sich Nazi-Symbole auf die Arme oder ihre Glatze tätowieren lassen, sind wohl Hopfen und Malz gänzlich verloren!

Normalo vor 44 Wochen

Thüringen hat (endlich) gelernt, wie man Nazis unser schönes Land verleidet. Straßen sperren, Bierverbote (scheint ja unabdingbar für die Herrenrasse zu sein), Gerichte einbeziehen... Nicht zu vergessen die Proteste der normalen Menschen...all die kleinen Stiche sorgen dafür, dass es diesen Gestalten (man schaue sich nur die Bilder oben an!) nicht mehr ganz so nett gemacht wird in Thüringen 👍

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