Nach Wahlniederlage Werteunion setzt sich für CDU-Landeschef Mohring ein

CDU-Landesvorsitzender Mike Mohring erhält Rückendeckung von konservativen Parteimitgliedern. Zuvor hatte der Präsident des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes Michael Brychcy dem Landeschef den Rücktritt nahegelegt.

CDU-Politiker Mike Mohring
In der Thüringer CDU ist eine Debatte um die künftige Rolle der Partei in der Landespolitik sowie um ihren Vorsitzenden Mike Mohring entbrannt. Bildrechte: dpa

Die konservativen Thüringer CDU-Mitglieder in der Werteunion setzen sich für Landeschef Mike Mohring ein. Der Chef der Thüringer Werteunion Christian Sitter sagte, Mohring sei der einzige, der die Landespartei jetzt zusammenhalten könne.

Sitter kritisierte Parteifreunde wie Michael Brychcy, die Mohring einen Rücktritt nahegelegt hatten, als "unanständig".

Auch Aufforderungen von CDU-Landräten, mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten, wies Sitter zurück. Am Donnerstag hatte der Waltershäuser Bürgermeister und Städtebund-Präsident Brychcy seinem Parteichef empfohlen, wegen der Wahlniederlage zumindest zeitweise in die zweite oder dritte Reihe zurückzutreten.

Generalsekretär Walk: Führungsfrage stellt sich nicht

Der Generalsekretär der Landespartei Raymond Walk hatte erwidert, die CDU werde das Wahlergebnis gründlich aufarbeiten. Für die Enttäuschung vieler Mitglieder gebe es Verständnis. Aber die Führungsfrage stelle sich nicht. Mohring besitze das Vertrauen des Präsidiums, des Landesvorstands und der Landtagsfraktion.

Die Werteunion bezeichnet sich im Netz als den "konservativen Flügel der CDU/CSU". Auf der Webseite des Vereins ist von "mehreren tausend Mitgliedern" die Rede. Auf Nachfrage des "ARD-faktenfinder" erklärte der Vorsitzende Alexander Mitsch im Juni dieses Jahres, die Werteunion habe aktuell rund 2000 Mitglieder und rund 200 Fördermitglieder. Zum Vergleich: In der CDU gibt es rund 415.000, in der CSU fast 140.000 Mitglieder.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. November 2019 | 10:00 Uhr

32 Kommentare

martin vor 28 Wochen

@realist: Sie glauben nicht, dass Herr Mohring / die CDU auch deshalb Stimmen verloren haben, weil Menschen in den letzten Jahren statt Prinzip-Opposition im Thüringer Landtag lieber sachorientierte Politik von der CDU unter Führung von Herrn Mohring gesehen hätten?

martin vor 28 Wochen

@Erfurter & Realist: Ich verstehe nicht ganz, weshalb Sie jeweils Ihre Position (überspitz formuliert: nur die Bundes-CDU sei Schuld ./. nur die Thüringer CDU sei Schuld) als einzige Erklärung für das Abschneiden der CDU sehen.

Meiner bescheidenen Meinung nach, gibt es mehrere Ursachen und damit sowohl eine Mitverantwortung der Bundes-CDU wie auch der hiesigen CDU. Allerdings finde ich nicht, dass Thüringen 2014 gut dastand. Die CDU hat versucht die Landesfinanzen zu Lasten der Kommunen zu sanieren. Und Personalabbau in allen Bereichen konnte der CDU auch nicht schnell genug gehen. Unter einem gut aufgestellten Land verstehe ich etwas anderes.

martin vor 28 Wochen

@realist: Merkwürdig. Meist werden die Grünen doch als Steuertreiber für den kleinen Mann / Pendler beschimpft. Und das soll dann tiefrote Politik sein??

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