Kundgebung gegen Rechtsextremisten Eisenach vor Antifa-Demo: Bis zu 600 Demonstranten erwartet

In Eisenach hat am Samstag ein linkes Bündnis zu einer großen Demonstration aufgerufen. Die Teilnehmer wollen gegen rechtsextreme Gewalt in der Stadt ein Zeichen setzen. Manche Eisenacher haben Angst vor Ausschreitungen.

von Heidje Beutel

Unter dem Motto "Die Wartburgstadt ins Wanken bringen" wird am Samstagnachmittag eine Antifaschistische Demonstration durch Eisenachs Innenstadt ziehen - vom Bahnhof über dem Markt in Richtung Westen. Vorbei an den Linken-Büros, die im vergangenen Jahr angegriffen wurden - mutmaßlich von Rechtextremen.

Eine mit Kreide gemalte Figur vor dem Wahlkreisbüro RosaLuxx.
Die mit Kreide gemalte Figur vor dem Wahlkreisbüro RosaLuxx. Bildrechte: MDR/Wahlkreisbüro Rosa Luxx

Die Polizei verfügt bisher über keine Erkenntnisse. Beim Eisenacher Aufbruch waren Steine gegen die Schaufensterscheibe geflogen. Beim RosaLuxx, dem Wahlkreisbüro der Linken-Landtagsabgeordneten Kati Engel, hatte jemand die Silhouette eines Körpers auf den Fußweg gemalt - als habe dort ein toter Mensch gelegen.

Die Demonstranten werden aber auch an der NPD-Geschäftsstelle vorbeigehen: dem Rückzugsraum der Rechten, so das Bündnis gegen Rechtsextremismus. An der NPD-Geschäftsstelle hat die Partei für Samstag eine Mahnwache angemeldet.

Wie gefährlich die rechtsextreme Szene in Eisenach ist, hat ein Prozess gegen junge Erwachsene im Februar dieses Jahres gezeigt: Sachbeschädigungen, gefährliche Körperverletzungen - und keinerlei Unrechtsbewusstsein.

Eisenacher sind beunruhigt

Zwei Kaufhausfilialen haben bereits angekündigt, dass sie am Samstag wegen der Demonstration geschlossen bleiben. Auch einige Eisenacher machen sich Sorgen: "Es wird eventuell gefährlich", sagt ein Mann. Eine Eisenacherin wird an dem Tag nicht in die Stadt gehen: "das beängstigt mich richtig". Andere halten die Aufregung für übertrieben.

Thüringer CDU-Landtagsabgeordneter Raymond Walk.
CDU-Stadtratsmitglied Raymond Walk Bildrechte: Raymond Walk

Stadtratsmitglied Raymond Walk sieht die Antifa-Demonstration als Herausforderung. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Stadtrat war früher Polizeichef von Eisenach. Er rechnet damit, dass viele der schätzungsweise 600 Teilnehmer von außerhalb Thüringens kommen. Der Grund: es wurde nicht nur im Internet geworben, sondern es habe auch viele Mobilisierungstreffen in anderen Städten gegeben, "beispielweise in Hamburg, diese Woche in der Roten Flora". Das sei "besonderes Gefahrenpotenzial, auf das sich die Polizei einstellen muss". Nach seinen Informationen kommen Polizeieinheiten aus anderen Bundesländern nach Eisenach, um den Demonstrationszugs durch die Stadt abzusichern.

Für Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) ist wichtig, dass viele Polizisten bereits am Freitag in der Stadt sein werden - und das in einer Stärke, dass sich die Eisenacher sicher fühlen können. Sie zeigte sich bei einem Pressegespräch erleichtert, dass sich alle Anmelder klar zu einer "gewaltfreien, friedlichen Demonstration" bekannt haben.

"Bündnis gegen Rechtsextremismus" sieht die Demonstration kritisch

Sebastian Krieg, für die Grünen im Bündnis, wundert sich, dass die Demonstration organisiert wurde - ohne die Eisenacher, die seit Jahrzehnten gegen Rechtsextremismus aktiv sind: nämlich das "Bündnis gegen Rechtsextremismus". Er denkt, dass sich die demokratischen Eisenacher nicht von dem Aufruf angesprochen fühlen. Wörtlich heißt es darin: "In Eisenach zeigt sich beispielhaft, wie eine Mischung aus Gleichgültigkeit, Ignoranz und stiller sowie offener Zustimmung mitverantwortlich dafür ist, dass Rechte in Eisenach wie überall in Deutschland Aufwind haben." Veranstalter ist das Bündnis "Irgendwo in Deutschland". Für unsere Fragen war es nicht erreichbar.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 13. März 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2019, 08:56 Uhr

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64 Kommentare

16.03.2019 00:49 New Age of Leuna City / and Work 64

Um eines klarzustellen , Eisenach hat bis auf ganz wenige Ausnahmen die friedlichsten , anständigsten Asylbewerber mit in Deutschland ! In anderen Städten ( besonders Großstädte ) ist das nicht immer der Fall ! Und Patrick Wieschke sowie weitere NPD - Grössen sind in Eisenach absolute Null - und Lachnummern ! Die allerwenigsten Eisenacher fühlen sich diesen Hilfsnazis verbunden ! Die Antifa und ihre links - extremen Schläger - und Randalierbanden sind genauso schlimm wie die NPD ! Ihr linken und rechten Extremisten , haut ab aus Eisenach ! Wir sind eine weltoffene Stadt , die Hass und Gewalt gegen Ausländer genauso ablehnt , wie Hass und Gewalt gegen Deutsche ! Hass und Gewalt gegen Deutsche ist genauso Rassismus und Menschenfeindlichkeit wie Ausländerfeindlichkeit !

15.03.2019 21:55 Eulenspiegel 2 63

Sie schleppen doch hier irgendwelche Geschehnisse heran nur mit aller Gewalt zu beweisen wie Gewalttätig die Deutsche Linke angeblich ist.Ja genau da geht es um eine Demo gegen Gewalt. Und zwar gegen Gewalt von Rechts ob es ihn nun passt oder nicht. Wie schon geschrieben sie müssen gar nichts. Sie müssen auch nicht mit mir diskutieren. Aber es ist einfach so das ich mein Recht in Anspruch nehme ihrer Wahrheit eine andere Wahrheit entgegen setze ob ihnen passt oder nicht.

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