Extremismus Bekennervideo zu Anschlag auf Kneipe von Rechtsextremen in Eisenach

Nach einem Anschlag auf eine Szene-Kneipe von Rechtsextremen in Eisenach ist ein mutmaßliches Bekennervideo samt Text veröffentlicht worden. Darin behaupten linksextreme Frauen, den Anschlag verübt zu haben. Das Landeskriminalamt hält das Video für authentisch und geht davon aus, dass die Tat von mehreren Personen begangen wurde.

Person sprüht Graffiti auf Hauswand
Screenshot aus dem Bekennervideo: Eine Person sprüht "Fight Nazis Every Day" auf die Hauswand der Gaststätte. Bildrechte: Vimeo

Nach einem Anschlag auf eine Szene-Kneipe von Rechtsextremen in Eisenach ist ein mutmaßliches Bekennervideo veröffentlicht worden. Die Aufnahmen und ein dazu gehörender Text wurden über die Internetplattform Indymedia verbreitet, die häufig von Linksextremisten genutzt wird. Bei dem Anschlag am frühen Montagmorgen waren das Gebäude und ein Auto beschädigt worden. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft Meiningen auf 40.000 Euro geschätzt.

Sprengsatz platziert und gezündet

In dem Video ist unter anderem zu erkennen, wie eine Person den Schriftzug "Fight Nazis Every Day" an die Hauswand der Gaststätte sprüht. Zudem wird gezeigt, wie ein Sprengsatz platziert wird und anschließend mit einem lauten Knall detoniert.

In dem Text auf Indymedia bekennt sich eine Gruppe mutmaßlich linksextremer Frauen zu dem Anschlag. Unter anderem heißt es: "Am 11.01.2021 haben wir als Frauen das sogenannte Bulls Eye, eine Fascho-Kneipe angegriffen". Weiter schreiben die mutmaßlichen Täterinnen, dass sie die graue Fassade "verschönert" und einen Sprengsatz platziert hätten.

LKA hält Video für authentisch

Das Thüringer Landeskriminalamt hält das Bekennervideo für authentisch. Die Behörde erklärte am Donnerstag, die Darstellung lasse darauf schließen, dass die Tat von mehreren Personen begangen wurde. Nach MDR THÜRINGEN-Recherchen befasst sich außerdem der Thüringer Verfassungsschutz mit Video und Bekennerschreiben.

Polizei bei der Spurensicherung nach dem Anschlag auf eine Szene-Kneipe Rechtsextremer in Eisenach.
Polizeibeamter bei der Spurensicherung vor der Gaststätte in Eisenach. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die von Rechtsextremen frequentierte Szene-Kneipe war bereits mehrfach Ziel von Angriffen. So wurde sie im Oktober 2019 von einer Gruppe mutmaßlicher Linksextremisten angegriffen. Dabei wurden über ein Dutzende Gäste des Lokals attackiert und teilweise verletzt. Nur zwei Monate später gab es einen Angriff auf den Wirt der Kneipe.

Im November vergangenen Jahres nahmen Fahnder in Leipzig Lina E. fest. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr vor, unter anderem diese Angriffe in Eisenach organisiert zu haben. Gegen sie wird unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer linksextremen Vereinigung gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und besonders schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Sie sitzt in Untersuchungshaft.

Verteidiger der Verdächtigen haben Strafanzeige gestellt

Die Verteidiger der Frau haben bei der Bundesanwaltschaft kurz vor Weihnachten Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Sie werfen den Ermittlungsbehörden vor, Ermittlungsakten weitergegeben zu haben, was strafbar sei. In einer Pressemitteilung, die die Verteidiger dazu veröffentlicht haben, heißt es, die Akten seien "sehr wahrscheinlich" vom Landeskriminalamt Sachsen "an die Presse durchgestochen" worden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. Januar 2021 | 19:00 Uhr

Ein Haus. Davor Polizei. An der Fassade steht in englischer Sprache ein Grafitti-Schriftzug. 1 min
Anschlag auf Szene-Kneipe Rechtsextremer in Eisenach Bildrechte: MDR

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