Eisenach Entlassungen bei Mitec "unausweichlich"

Der Eisenacher Autozulieferer Mitec wird nach der Insolvenz Mitarbeiter entlassen. Ein weiterer Arbeitsplatzabbau sei im Zuge der Restrukturierung "unvermeidlich", sagte eine Unternehmenssprecherin MDR THÜRINGEN. Derzeit beschäftigt Mitec in Eisenach und Krauthausen 640 Mitarbeiter. Vor einem Jahr waren es noch knapp 800.

Die Mitec Automotive AG hat die Insolvenz beim Amtsgericht Meiningen beantragt. Als Gründe nannte das Unternehmen sinkenden Absatz und die gerichtliche Niederlage gegen Ford. Wie das Unternehmen am Donnerstag zunächst mitteilte, wird der Betrieb uneingeschränkt fortgeführt. Löhne und Gehälter seien durch das Insolvenzgeld gesichert, hieß es noch am Vormittag.

Nach eigenen Angaben kämpft Mitec schon seit geraumer Zeit mit sinkenden Absatzmengen. Produziert werden Bauteile rund um die Antriebstechnik. In den vergangenen Wochen hatten nun auch die wichtigsten Kunden deutlich weniger bestellt. Auch ein Urteil des Landgerichts Meiningen im Rechtsstreit gegen Ford wird als Grund für den Insolvenzantrag genannt. Dabei wurde vor genau einer Woche ein Schadenersatzanspruch in dreistelliger Millionenhöhe zurückgewiesen. Mitec hatte 138 Millionen Euro verlangt. Die Insolvenz solle in Eigenverantwortung geschehen. Ziel sei es sich so neu zu positionieren, teilte die Geschäftsführung mit.

Mit knapp 1.000 Mitarbeitern und Produktionsstandorten in Deutschland, China und den USA gehört die Mitec Automotive AG zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Automobil-Antriebstechnik.

Die Eisenacher Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Die Linke) hat bestürzt auf die Insolvenz reagiert. Das sei eine dramatische Nachricht für Stadt und Region, sagte sie MDR THÜRINGEN. Mitec sei sowohl mit der Zahl der Arbeitsplätze wie auch mit seiner Technologie ein Leuchtturm für die Region. Beim Prozess gegen Ford habe die Stadt immer mitgebangt, sagte Wolf. Dass das Unternehmen jetzt Insolvenz anmelden müsse, sei bitter.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. November 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2018, 20:56 Uhr

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11 Kommentare

30.11.2018 13:06 Jakob 11

Die plötzliche Insolvenz lässt die plötzliche Erhöhung der Forderung im Prozess (plötzlich wollte man auch "entgangenen Gewinn", den das Gericht aber für verjährt ansah) in einem ganz anderen Licht erscheinen. Wollte da jemand die Insolvenzanmeldung hinauszögern?

30.11.2018 11:47 martin 10

@8 wolle: Auch ein Blick nach Norwegen würde den Horizont deutlich erweitern. Die treiben die E-Autos deutlich voran - auch wenn sie wissen, dass das Heizungsproblem für die Fahrzeuge im hohen Norden noch nicht wirklich gelöst ist.

Und Parkplätze mit vielen Steckdosen findet man in vielen skandinavischen Ländern schon heute. Zwar ursprünglich für die Fahrzeug-Vorwärmung aufgestellt, können sie nun auch anders genutzt werden. Geht also durchaus. Wenn man denn will.

Wer sich aber rein auf altbewährte Technik verlässt, landet irgendwann in der Oldtimer-Nische.

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