Grandland X Opel-Hybrid-Modell vorübergehend in Frankreich gefertigt

Die Hybrid-Varianten des Grandland X soll vorübergehend in Frankreich produziert werden. Das teilte Opel am Samstag auf einer virtuellen Betriebsversammlung mit. Die IG Metall kritisiert diese Entscheidung.

Blick in die Produktion des Grandland X in Eisenach
Blick in die Produktion des Grandland X in Eisenach. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Opel gibt die Produktion der Hybrid-Varianten des Grandland X vorübergehend von Eisenach nach Frankreich. Als Grund nennt das Unternehmen den Wiederaufbau der zweiten Schicht in Eisenach, für die Mitarbeiter fehlen. Es gehe darum, "Prozesse und Fertigungsvolumen zu optimieren", teilte Opel auf Anfrage von MDR THÜRINGEN mit. Spätestens im Januar solle das Hybridfahrzeug wieder in Eisenach vom Band rollen.

Pläne am Samstag präsentiert

Bei einer virtuellen Betriebsversammlung wurden die Pläne am Samstag offiziell der Belegschaft mitgeteilt. Die IG Metall Eisenach kritisiert die Entscheidung. Der erste Bevollmächtigte Uwe Laubach befürchtet, dass es sich um eine dauerhafte Verlagerung handeln könnte. Er fordert den Aufbau einer zweiten Schicht mit Mitarbeitern aus der Region.

Laut IG Metall genügend Fachkräfte vor Ort

Bis zum Corona-bedingten Stillstand waren nach seinen Angaben bis zu 300 Leiharbeiter im Zwei-Schicht-Betrieb bei Opel Eisenach beschäftigt. Außerdem gebe es nach dem Aus des Autozulieferers JD Norman und Entlassungen in weiteren Unternehmen ausreichend Facharbeiter vor Ort. Opel versucht, Mitarbeiter aus Kaiserslautern und Rüsselsheim freiwillig zum Wechsel nach Eisenach zu bewegen.

Wechselvolle Geschichte

Viele Jahre war Opel Tochter des US-Autokonzerns General Motors. Seit dem Jahr 2017 gehört der Autobauer dem französischen Konzern PSA Peugeot Citroen. Mit der Übernahme war damals, gemessen an den Absatzzahlen, der zweitgrößte Autokonzern Europas entstanden - nach Volkswagen. Opel hatte seit 1929 zu General Motors gehört und war zeitweise der größte Autobauer in Deutschland.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. September 2020 | 14:00 Uhr

8 Kommentare

Michael 59 vor 4 Wochen

Boykottieren? Na da haben Sie eine tolle Idee. Wird es damit für Eisenach besser?Da würden Sie die komplette Belegschaft boykottieren . Können die ganzen übrigen Mitarbeiter etwas dafür?
Sie zahlen für jeden Arbeitslosen mit.

sun24fun vor 4 Wochen

Unter der Führung von PSA scheint es nicht besser zu laufen, wie vorher unter der Regie von GM. Festeinstellungen wird es nicht mehr geben. Wird wieder alles auf Leiharbeiter hinauslaufen, welche man bei Nichtbedarf einfach wieder rausschmeißen kann. Wie schon so oft in dieser Firma. Es wird nicht lange dauern, dann kommen weitere Maßnahmen zur Kosteneinsparung. Da wird auch eine IGM nicht weiter helfen.

CrizzleMyNizzle vor 4 Wochen

Naja so unrealistisch ist das nicht, wie ich meine. Mal folgender Blickwinkel:
Viele (gute) sind in Beschäftigung in der Region, warum sollten die zu Opel wechseln? Auch kann ich mir vorstellen dass Opel auch MA verloren hat wegen der Unsicherheiten (oder "entsorgt" hat).

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