Kundgebung mit Politik und Beschäftigten Sicherheit für Opel-Werk Eisenach gefordert

Thüringer Politiker und mehrere hundert Beschäftige verschiedener Opel-Standorte haben in Eisenach eine sichere Perspektive für das Werk in der Wartburgstadt gefordert. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte, es gebe nun schon zum wiederholten Mal die Sorge, dass Eisenach "auf kalte Art Stück für Stück ins Abseits manövriert" werden solle. Diese bedrücke ihn sehr. Opel müsse ein Autobauer bleiben und dürfe keine "Verwertungsmarke" werden.

Angst vor "Tod auf Raten"

Opel-Gesamtbetriebsrat Wolfgang Schäfer-Klug forderte Peugeot (PSA) auf, Pläne vorzulegen, wie es nach 2020 weitergehen soll und widersprach dem Argument von PSA, dass Eisenach nicht wettbewerbsfähig sei. IG Metall-Bezirksleiter Jörg Köhlinger forderte Klarheit für den Standort und einen zweiten Fahrzeugtyp, der dort gebaut werde. "Wir treten für ein zweites Fahrzeug ein, das auch in Zukunft in Eisenach gebaut wird, damit die Mindestauslastung des Werks erfüllt wird. Wenn wir das nicht tun, heißt es, wir ergeben uns in unser Schicksal, das wäre ein Tod auf Raten."

Vor einem "Tod auf Raten" warnte auch Eisenach Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) angesichts derzeit großer "Verunsicherung". Zugeständnisse könne es nur im Tausch gegen Sicherheit geben. Eisenach wolle eine Allianz für die Fabrik gründen, um zu zeigen, dass die ganze Region hinter dem Opel-Werk stehe.
An der Kundgebung beteiligten sich Mitarbeiter der Opel-Standorte Eisenach, Bochum, Rodgau-Dudenhofen und Rüsselsheim.

Ramelow: Neue Gespräche über Opel-Werke nötig

Ramelow sagte dem MDR vor den geplanten Protesten, bei der Übernahme von Opel durch Peugeot habe man darauf vertraut, dass die Franzosen ihr Wort hielten und der Standort Deutschland nicht zerschlagen werde. "Es kann nicht sein, dass Opel rausgekauft wird und dann als Verwertungsmarke international in Spanien oder in Polen, in England oder sonstwo produziert wird, aber in den deutschen Werken keine Kapazitätsauslastung mehr da ist", sagte der Ministerpräsident MDR AKTUELL.

Einerseits höre er von Opel-Chef Michael Lohscheller, dass das Opel-Werk in Eisenach nicht gefährdet sei. "Andererseits habe ich erst Montag wieder ein Gespräch mit der Unternehmensleitung gehabt, wo mir deutlich gesagt wurde, es geht um eine Mitarbeiterzahl unter 1.000 und es geht um eine Produktionsauslastung unter 100.000 Stück." Das Eisenacher Werk sei jedoch für den Bau von 180.000 Fahrzeugen jährlich konzipiert. Wenn es künftig nicht mehr ausgelastet sei, stelle dies einen Wettbewerbsnachteil dar, der nicht zu kompensieren sei. Ramelow forderte daher neue Gespräche über die Zukunft der deutschen Opel-Werke.

Gründe für die Aktion am Dienstag sind die Androhung des Mutterkonzerns PSA, nicht in das Werk zu investieren, und eine geplante Halbierung der Belegschaft, die der Fabrik laut Gewerkschaften droht. Unter dem Druck von PSA versucht Opel derzeit, seine Kosten massiv zu senken. Das Unternehmen will die Tariferhöhung von 4,3 Prozent für dieses Jahr stunden. Andernfalls soll es keine Investitionen in das Werk Eisenach geben. Betriebsräte und IG Metall fordern die Einhaltung der geltenden Verträge.

PSA-Chef Carlos Tavares sagte am Dienstag auf der Hauptversammlung bei Paris, das Unternehmen sei derzeit in "intensiven" Verhandlungen mit den Sozialpartnern in Deutschland. Die Diskussion werde noch "einige Wochen dauern" und werde noch "etwas Lärm" machen. Das sei aber notwendig, um das Unternehmen wieder in die Spur zu bringen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 24. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2018, 20:59 Uhr

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18 Kommentare

26.04.2018 13:01 Fcwler 18

At Max ....

Dein Kommentar klingt für mich klassklar bzw nach Horch und guck .....

26.04.2018 12:31 BWL für Dummies 17

Lieber jetzt die hohe Abfindung einstreichen und "umsatteln" - es werden massiv Pflegekräfte in Thüringen gesucht... Der aufkaufende Konkurrent hat ja wohl nur ein konkretes Interesse!!

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